Limax maximus.

Ich habe da dieser Tage, als wir mal rasch und einer spontanen Eingebung folgend die Holzterrasse herausgerissen haben, ich habe dabei also eine neue Freundin gefunden. Genauer gesagt habe ich beim Herausreißen der vermoderten Holzbretter aus dem glibberigen Matsch ersteinmal in diese neue Freundin quasi volle Pulle hineingelangt mit den nackten Fingern, das fühlte sich in etwa so an wie wenn man auf eine Qualle beißt, Sie wissen sicher, was ich meine.

Hallo, Maxi.

Zunächst mal habe ich natürlich einen hysterischen Schreikrampf bekommen, wozu ist man schließlich Landfrau. Danach habe ich die Hände nach Kratz- und Bißspuren abgesucht, ich habe gefühlt, ob noch alle Finger an ihrem angestammten Platz sind und ob irgendwo rohes Fleisch zutage tritt. Derweil kroch das gefühlt etwa 1 Meter lange und Unterschenkel-dicke Wesen in aller Seeleruhe weiter am matschigen Brett entlang, als ginge es darum, beim Flanieren auf dem Ku’damm sein Leopardenjäckchen auszuführen.

Ich habe dann mit zitternder Hand schnell ein paar Fotos geknipst und wikidingsbums bemüht – und siehe da: Limax maximus ist ein ausgesprochen freundliches Tier, und sehr nützlich noch dazu. Des Gemüsegärtners bester Freund, könnte man fast sagen, denn Klein-Limax und Groß-Maximus fressen ansonsten an Nacktschnecken alles, was ihnen vor dem riesigen Maul herumkriecht. Na, wenn das nichts ist.

Nennen Sie es ruhig Tigernacktschnecke, ich nenne es Wunder der Natur.

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Ich habe Maxi also direkt in den Gemüsegarten getragen, wie mit einer wertvollen Gabe zum Altar schreitend, an einen schattigen Ort, und ihr gut zugeredet. Habe ihr vorgeschwärmt von all den fetten glitschigen widerwärtigen, aber leckeren Nacktschnecken, die jede Nacht an unserem Salat, an den Zucchini und überhaupt eigentlich überall zu finden sind. Hmmmm, Nacktschnecken!, habe ich geflötet, lecker, lecker, lecker, lecker, lecker, lecker, Sie kennen diesen Spruch, der kommt schließlich aus dem Odenwald, muss also motivierend wirken.

Morgens gehe ich jetzt also immer in den Gemüsegarten, ich rufe Hallo Maxi, süße Maus, gut geschlafen und auch satt geworden?, ich schaue danach, dass sie es gut hat da draußen, ich sammle die restlichen widerwärtigen Nacktschnecken von den Wegen und werfe sie ihr zum Fraße vors Maul. Und nachts lausche ich manchmal in die Dunkelheit hinaus, und ich bin sicher, ich habe es in den vergangenen Nächten schon mehrfach laut schmatzen und rülpsen gehört. Und wenn mich demnächst jemand fragt, ob ich Haustiere habe, werde ich sagen, Ja klar! Ich habe Hunde, Katzen, Hühner, und ich habe Maxi. 

 

 

 

P.S. Ein bißchen unklar ist und bleibt, warum die Tigernacktschnecke Tigernacktschnecke heißt, obwohl sie doch ein Leopardenjäckchen trägt. Offenbar kannten die Entdecker der Tigernacktschnecke zwar Tiger, aber noch keine Leoparden. Oder die Tigernacktschnecke hatte zu dieser Zeit den gesamten Leopardenvorrat aufgefressen, was weiß denn ich.

 

 

1. FC Huhn.

Kennen Sie Frau Kikimora? Sehen Sie, ich kannte die auch nicht. Man sollte sich allerdings mit der Dame mal näher befassen, allzumal, wenn man Hühnerhalter ist. Ob Sie’s nun glauben oder nicht: Frau Kikimora ist es, die allerlei Unbill in den Stall bringt. Ja, da staunen Sie.

Die alte Kikimora schickt den Fuchs und die Milben, die Kalkbeine und die Kropfverstopfung, die Läuse und die Flöhe, ‎die Kokzidiose und die Infektiöse Laryngotracheitis, ja, selbst die. Und wenn Frau Kikimora langweilig wird, stiehlt sie sogar höchstpersönlich Hühner oder Eier. Es handelt sich also alles in allem um eine vergleichsweise unsympathische Person.

Das einzig Gute an Frau Kikimora ist, dass man ihr relativ simpel das garstige Handwerk legen kann, und nun sollten Sie als Hühnerhalter besonders gut aufpassen – falls Sie den Trick nicht ohnehin längt kennen: Man hängt Hühnergötter in den Stall. Ganz einfach. Je mehr, desto besser.

Ich habe natürlich seit mehreren Jahren schon Hühnergötter im Stall hängen, diese Steine mit den geheimnisvollen Löchern, ich habe sie einst an der Ostsee gefunden. Wenn Sie mehr über diese Laune der Natur und über die auch mir bislang unbekannte Frau Kikimora wissen wollen, dann schauen Sie mal hier bei (klick!) wikidingsbums, schöner könnte ich es nicht erklären.

Jedenfalls haben diese Hühnergötter aber offenbar ein Verfallsdatum, mir war auch das neu, aber das ist ja häufig so bei Göttern, und die vergangenen Monate im Hühnerstall haben mich zu der Überzeugung gebracht, das es so sein muss. Mindesthaltbarkeitsdatum offensichtlich überschritten, treue Leser werden sich erinnern, wir hatten jede Menge Hühnerunbill, alles Elend kam zusammen, die steinalten Hühnergötter hingen an einer Schnur friedlich in der Ecke herum, taten nix, und beeindruckten ergo auch Frau Kikimora nicht besonders.

Aber diese Zeiten sind vorbei! Ich habe dieser Tage von einer Bekannten drei neue Hühnergötter geschenkt bekommen, quasi taufrisch und voller Energie, von der englischen Küste, die Freundin erinnerte sich am Strand an die Kokzidiose und die infektiöse Laryngotracheitis, an den Fuchs und die Milben, woran soll man bei einem Urlaubs-Strandspaziergang sonst auch denken. Jedenfalls sammelte sie die Steine auf und brachte sie mir mit nach Deutschland.

Als ich nun heute abend wildentschlossen mit den nigelnagelneuen baumelnden Hühnergöttern Richtung Stall marschierte und so vor mich hinflötete Verpiss Dich Halloooo, Frau Kikimora, jetzt ist Schluss mit Lustig, als ich also da so ins Gehege laufe, flattert doch eines von unseren tiefschwarzen Junghühnern hysterisch kreischend und mit schreckensgeweiteten Augen auf und landet drei (!drei!) Meter hoch mitten im Holunder. Seitdem ist sie von dort oben nicht mehr hinuntergekommen.

Und jetzt weiß ich auch nicht.

 

 

 

 

Bambi.

Es ist immer dasselbe mit den Bambis. Sie sind in irgendeinen Mähdrescher geraten, sind winzigklein und verletzt. Oder verwaist, weil irgendeiner die Mutter abgeschossen oder überfahren hat, oder weil die Mutter sich aus dem Staub gemacht hat, sowas gibt es auch, warum auch immer.

Und dann fiepsen und piepsen sie jämmerlich und weithin hörbar, und meistens sind es die Freunde H. und R., die Bambi aufsammeln, gerne kurz vor Mitternacht oder morgens um drei Uhr; und wenn es sein muss, folgen sie dem Fiepsen und Piepsen quer durch das Unterholz, mal aufrecht gehend, mal stolpernd und kriechend, bei Regen oder Sturm, und immer zu einer Uhrzeit, zu der andere Leute sich wohlig noch einmal im Bett rumdrehen.

Wieso macht Ihr das?, werden die beiden nicht selten verständnislos gefragt, lasst es doch liegen da draußen, die Natur regelt das schon, so ist das Leben. Ein, zwei Tage, dann ist es doch hin. Freund H. sagt dann Weil man sowas nicht macht, und R. rollt bloß mit den Augen.

Und dann bringen sie Bambi zur Nachbarin, Andrea Weismann heißt die und hat einen Erlebnisbauernhof, sehr schön und sehr weit draußen, in der Nähe von Walldürn, zwischen Feldern und Wäldern und Wiesen, fernab aller ernstzunehmenden Verkehrswege. Bambi Eins war durchaus auch Erlebnis, bei Bambi Zwei und Drei kehrte soetwas wie Routine ein, jetzt ist grade Bambi Vier oder Fünf oder wasweißich da, der kleine Bock läuft einfach mit, er gehört zum Alltag auf dem Hof, nicht der Rede wert.

Am Anfang bekommen die Kitze alle paar Stunden die Flasche, rund um die Uhr, das ist nervig, aber es hilft ja nichts, sagt Weismann. Nach dem Trinken müssen sie dann, ob sie wollen oder nicht, in eine Art Kitzwaschanlage, die Anlage heißt Ben und ist ein riesiger, zottiger, hungriger Hütehund.

Ben schlotzt die Milchreste vom Kitz ab, von der versabberten Schnauze oben bis zu den bekleckerten Füßen unten, inklusive Unterboden, Felgen, Stoßstangen, alles wird in stundenlanger Zungenarbeit und mit dem Aktivschaum aus dem Hundemaul saubergeputzt, so lange, bis das Kitz blitzeblank und durchnässt ist und eigentlich schon wieder die nächste Pulle dran wäre.

Ben liebt die Kitze, und die Kitze lieben Ben, so war es bisher immer. Als ich das erste Mal auf den Hof kam, traute ich meinen Augen nicht. Da tobte ein riesiger Hund mit einem kleinen Rehbock herum, sie hopsten aufeinander und neckten sich, sie spielten Fangerles und Verstecken, so schien es mir, das Rehkitz ohne jede Furcht, der tapsige Hund vorsichtig und zart, soweit ihm das möglich war.

Inzwischen ist Ben ein bisschen älter, viele Kitze hat er kommen sehen, von vielen ausgewachsenen Böcken hat er sich am Ende freundlich verabschiedet und dann ein paar Tage noch am Rand des Grundstücks gesessen, den Blick hinaus Richtung Wald, sehnsuchtsvoll, könnte man meinen. Aber irgendwann vergisst er den einen Bock, und dann steht meistens auch schon wieder ein neues Kitz vor der Tür.

Für Ben und die Kitze gibt es auf dem Hof und drumherum keine Zäune, nichts, was sie aufhalten könnte, nichts, was sie einschränkt. Am Anfang folgen die winzigen Böcke auf staksigen, viel zu langen Beinen auf Schritt und Tritt Andrea Weismann, den Kindern oder Ben, egal wem, piepsend und fiepsend, Hauptsache Kontakt, Hauptsache zwischendurch mal ein Stück Apfel, ein winziges Stückchen Brot. Sie hören auf ihren immergleichen und wenig originellen Namen, „Bambi“ kann ich mir wenigstens merken, sagt Weismann, und Besuch wird vorsichtig begrüßt.

Oha, wildfremder Besuch.

Wenn Ben ausnahmsweise mal keine Lust zum Spielen oder Schlecken hat, stakst Bambi durch die Gemüsebeete auf dem Hof, er inspiziert das Gewächshaus und das Hasengehege, er schaut bei den Ziegen vorbei, oder bei den Hängebauchschweinen, irgendwas gibt es da immer zu sehen. Und Bambis Neugierde ist groß, staksend und fiepsend erschließt er sich die Welt, die immer größer wird.

Inzwischen unternimmt der kleine Bock sogar erste Ausflüge in die weitere Umgebung, vielleicht trifft er unten im Wald ein paar Kumpel oder eine artgerechte Ersatzmutter, vielleicht guckt er sich einfach so um und sucht seine Nahrung da draußen, aber noch kommt er immer wieder nach Hause, spätestens abends, auch, wenn er hier irgendwann nicht mehr gefüttert wird.

Dieser Tage hat er sich das erste Mal bis runter auf die Kuhweide getraut, aber da packte ihn dann doch die Angst vor all den erstaunt-glotzenden, schnaufenden Kühen, der Mut also verließ ihn, und er fing ein herzzerreißendes Geschrei an, die Kinder riefen und lockten ihn dann wieder Richtung Hof.

Irgendwann gehen sie aber ganz und kommen nicht mehr wieder, weiß Andrea Weismann von den bisherigen Bambis, und natürlich freut man sich dann. Aber irgendwie ist man auch traurig. 

Ein Klick aufs Bild bringt Sie zu Familie Weismann.

 

 

 

Eierengpass.

Ich würde Ihnen hier ja wirklich gerne anbieten, Sie in den kommenden Tagen mit gesunden Eiern von glücklichen Hühnern zu versorgen, glauben Sie mir, ich täte das nur allzu gerne. Nachdem jetzt auf dem deutschen Markt mal eben ein paar Millionen Eier fehlen, wäre das natürlich eine lukrative Nebeneinkunft, wir nehmen 30 Cent pro Ei, und rechnen das jetzt mal mit fünf Millionen Eiern, das ergäbe anderthalb Millionen Euro, davon könnten wir uns dies und das erlauben. Aber ich fürchte, ich muss Sie da enttäuschen.

Wir bekommen das nicht hin, und auch die Logistik wäre eine Herausforderung, der wir nicht gewachsen sind. Wir haben das nach längerem Hin und Her einsehen müssen, der Gatte und ich. Also müssen Sie jetzt halt mit Bildern vorlieb nehmen, von Eiern und hoffentlich glücklichen Hühnern. In mitfühlenden Gedanken an all jene armen Kreaturen, die es nicht so gut haben wie die unsrigen. Um es mal vorsichtig zu formulieren. Ich wollte hier eigentlich ein klassisches Zitat anführen – Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte – aber es lesen ja vielleicht auch Kinder mit, deswegen lasse ich das lieber.

 

 

 

 

 

1. FC Huhn.

Ich denke manchmal darüber nach, wie diese komplett bekloppte Welt eigentlich aussähe, wenn alle Menschen Hühner halten würden. Wenn Leute also -statt sich mit Messern und Maschinengewehren, Bomben, LKWs und Landminen, Hass und Hetzerei und Brüllerei zu bekriegen-, wenn Menschen also den lieben langen Tag mit ihren Hühnern beschäftigt wären. Oder zumindest in ihrer freien Zeit, das würde ja schon reichen.

Sie würden also einen Gutteil ihrer Lebenszeit im Hühnerauslauf verbringen, dort ein bisschen herumsitzen und durch die Gegend schauen, sie würden den Hühnern beim Fressen und beim Scharren zugucken, sie würden erleben, wie vorsichtig die Glucke durch das hohe Gras stakst, um das kleine Küken bloß nicht zu zertreten. Sie würden sehen, wie das kleine Küken piepsend durch den Klee eilt, der ihm wie ein verwunschener Dschungel vorkommen muss, und wie es wichtigwichtig mit den Stummelflügeln schlägt, sie würden darüber lächeln, und sie würden staunen, wie die Sonne im glänzenden Federkleid der Alten ihre funkelnden Spiele spielt.

Und wenn ich so darüber nachdenke, meine ich, die allgemeine Hühnerhaltung wäre ein probates Mittel zur Erlangung des Weltfriedens.

 

 

 

 

FC Huhn.

Da passt man einmal nicht auf, ein einziges Mal, und schon gibt es unerwartet Nachwuchs. Warum sollte das bei Hühnern anders sein als bei Menschen? Ja, natürlich wussten wir, dass die blöde Vorwerkhenne sich auf zwei Eiern niedergelassen hatte, logo, für wie dumm halten Sie uns?, sowas hat ein Hühnerfachmann ja im Blick. Wir hätten dabei aber mit wirklich allem gerechnet, von mir aus auch mit zwei süßen kleinen Vorwerk-Staubsaugerchen, aber doch nicht mit einem Küken! Ich bitte Sie.

Nu isses passiert. Ein munteres kleines Küken, sehr herzig anzusehen. Schauen Sie genau hin und prägen sich das ein, lange kann es nämlich gar nicht gut gehen. Erstens meint es ja bekanntlich der Hühnergott derzeit nicht gut mit uns, Zweitens weigert sich Madame, auch nur  einen der zahllosen Ställe im Gelände zu betreten, was weiß denn ich, warum.

Sie schläft bisher mit dem Küken nachts im Freien, unter dem großen Hühner-Wagen, wir haben gestern nacht bei strömendem Regen allerlei mehr oder weniger lustige Versuche gestartet, sie an einen sicheren Ort zu verfrachten, allein, es war umsonst. Die Alte schreit, als würde sie geschlachtet, das Küken piepst verzweifelt, alles rennt und flattert, und am Ende saßen die Zwei doch wieder unter dem Wagen.

Ich kann bloß hoffen, der Fuchs liest hier nicht mit.

 

 

 

Update kurz vor Mitternacht: Sie. ist. im. Stall. Halleluja. 

1. FC Huhn.

Der Hühnergott meint es ja in diesem Jahr nicht gut mit uns, so lange haben wir völlig unbekümmert Hühner gehalten; Milben, Wanzen, Läuse, Mäuse, Krätze, Kropfverstopfung und dergleichen, das waren alles Fremdworte für uns, aber nun kam es in den vergangenen Monaten ganz dicke. Und am dicksten ist vermutlich der verfressene Fuchs, der hält sich den Bauch vor Dicke und vor Lachen, gleich zweimal hat er hier zugeschlagen, als Krönung vons Janze, wie man in Berlin so sagt.

Vielleicht hat der besagte Hühnergott so eine Liste, auf der er verzeichnet, welchem Hühnerhalter er welche Unbill schickt, er schickt die Unbill und kichert fies, ich höre das förmlich, und irgendwann hat er ganz erstaunt gemerkt, dass er uns seit Jahren ignoriert hat mit den Unbillen, also kam jetzt alles gleichzeitig, treue Leser wissen bescheid, die haben mitgelesen, mitgelitten.

Wir starten jetzt also noch ein letztes Mal neu durch, in Form von drei weiteren Hühnerzugängen, ganz jung sind die noch und bislang ziemlich rabenschwarz. Die großen schwarzen Hühner und auch der junge Fritz, die finden das prima, sie kuscheln und schäkern mit den Kleinen, Fritz passt auf sie auf beim Weiden auf der grünen Aue und führet sie zum frischen Wasser.

Alles ganz anders als beim vorhergegangenen Neuzugang. Die Kleinen seinerzeit waren alle schneeweiß und bekamen ergo kein Bein auf den Boden, sie wurden gemobbt und angepöbelt, vom Futter weggedrängelt, die schwarzen und die braunen Großen ärgerten sie und zogen ihnen an den Haaren, nein, es war nicht schön. Vielleicht lag es tatsächlich an der Farbe, wieso sollten Hühner da schlauer sein als manche Menschen. Am Ende holte zwei von den Weißen der Fuchs, der ist da nicht so pingelig, oder vielleicht auch einfach farbenblind, und das Dritte starb wenig später vor lauter Kummer, ich kann es ihm nicht verdenken, aber es war zum Heulen.

Der junge (Alte) Fritz.

Jedenfalls versuchen wir unser Glück jetzt nochmal, der Hühnergott müsste seine Unbill- und Todesliste bei uns ja eigentlich abgearbeitet haben, viel schlimmer kann es nicht mehr kommen. Und wenn doch, dann weiß ich auch nicht weiter. Dann steigen wir auf Ziegen um.

 

 

 

Flaschenkinder.

Sie kommen einem entgegengehopst auf staksigen Beinchen und mit wehenden Ohren und viel Geschrei, sie sind wie junge Hunde, die sich über jeden Besuch freuen. Sie kauen und saugen an allem herum, was man ihnen entgegenhält, Finger, Armbanduhren, Pulloverärmel, und sie sind natürlich extrem süß.

Der ruppige Landwirt schimpft über sie, wie immer mit viel zu lauter Stimme, aber er steht nachts alle paar Stunden auf, um sie in seine riesigen Pranken zu nehmen und ihnen die Flasche zu geben, weil ihre Mütter, warum auch immer, nicht zur Verfügung stehen. Dabei flüstert er ihnen dann bestimmt heimlich beruhigend zu; wenn keiner zuschaut, kann er so weich sein.

Wenn sie dann eines Tages abgeholt werden, und wenn er sie dann noch von all den anderen Lämmern unterscheiden kann, dann verdrückt er vielleicht auch heimlich ein Tränchen, ich traue ihm das zu, aber auch das darf niemand sehen, schließlich verdient er sein Geld mit den Lämmern.

 

 

 

 

Oha.

Na, wen haben wir denn da?, säusel, säusel. Einen durchnässten Herrn, den ich naturgemäß eigentlich bis aufs Blut hassen müsste. Typen wie der haben meine unschuldigen, lieben, kleinen Hühner auf dem Gewissen. Aber er sah doch sehr bemitleidenswert aus, so dünn und vom Gewitterregen durchnässt. Er hat mich nach dem Weg zum nächsten Hühnerstall gefragt, und ich habe ihn freundlich in die komplett falsche Richtung geschickt. Irgendwann is ja auch Schluß mit der Tierliebe.

Alle Bilder: Durch die Autoscheiben, also bitte haben Sie Verständnis.

Und jetzt mach, dass Du wegkommst, Du blödes Drecksviech. 

 

 

1. FC Huhn.

Ach, Gotterle, ich habe hier ja schon ewig keine erfreulichen Hühnerfotos mehr eingestellt, Sie haben sich bestimmt schon gewundert. Naja, hier sind sie nun. Wir haben an einem Samstag mit brütender Hitze ja sonst nix zu tun auf dem Lande.

Die Alte. Sie lebt noch.