1. FC Huhn.

Der Hühnergott meint es ja in diesem Jahr nicht gut mit uns, so lange haben wir völlig unbekümmert Hühner gehalten; Milben, Wanzen, Läuse, Mäuse, Krätze, Kropfverstopfung und dergleichen, das waren alles Fremdworte für uns, aber nun kam es in den vergangenen Monaten ganz dicke. Und am dicksten ist vermutlich der verfressene Fuchs, der hält sich den Bauch vor Dicke und vor Lachen, gleich zweimal hat er hier zugeschlagen, als Krönung vons Janze, wie man in Berlin so sagt.

Vielleicht hat der besagte Hühnergott so eine Liste, auf der er verzeichnet, welchem Hühnerhalter er welche Unbill schickt, er schickt die Unbill und kichert fies, ich höre das förmlich, und irgendwann hat er ganz erstaunt gemerkt, dass er uns seit Jahren ignoriert hat mit den Unbillen, also kam jetzt alles gleichzeitig, treue Leser wissen bescheid, die haben mitgelesen, mitgelitten.

Wir starten jetzt also noch ein letztes Mal neu durch, in Form von drei weiteren Hühnerzugängen, ganz jung sind die noch und bislang ziemlich rabenschwarz. Die großen schwarzen Hühner und auch der junge Fritz, die finden das prima, sie kuscheln und schäkern mit den Kleinen, Fritz passt auf sie auf beim Weiden auf der grünen Aue und führet sie zum frischen Wasser.

Alles ganz anders als beim vorhergegangenen Neuzugang. Die Kleinen seinerzeit waren alle schneeweiß und bekamen ergo kein Bein auf den Boden, sie wurden gemobbt und angepöbelt, vom Futter weggedrängelt, die schwarzen und die braunen Großen ärgerten sie und zogen ihnen an den Haaren, nein, es war nicht schön. Vielleicht lag es tatsächlich an der Farbe, wieso sollten Hühner da schlauer sein als manche Menschen. Am Ende holte zwei von den Weißen der Fuchs, der ist da nicht so pingelig, oder vielleicht auch einfach farbenblind, und das Dritte starb wenig später vor lauter Kummer, ich kann es ihm nicht verdenken, aber es war zum Heulen.

Der junge (Alte) Fritz.

Jedenfalls versuchen wir unser Glück jetzt nochmal, der Hühnergott müsste seine Unbill- und Todesliste bei uns ja eigentlich abgearbeitet haben, viel schlimmer kann es nicht mehr kommen. Und wenn doch, dann weiß ich auch nicht weiter. Dann steigen wir auf Ziegen um.

 

 

 

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