1. FC Huhn.

Kennen Sie Frau Kikimora? Sehen Sie, ich kannte die auch nicht. Man sollte sich allerdings mit der Dame mal näher befassen, allzumal, wenn man Hühnerhalter ist. Ob Sie’s nun glauben oder nicht: Frau Kikimora ist es, die allerlei Unbill in den Stall bringt. Ja, da staunen Sie.

Die alte Kikimora schickt den Fuchs und die Milben, die Kalkbeine und die Kropfverstopfung, die Läuse und die Flöhe, ‎die Kokzidiose und die Infektiöse Laryngotracheitis, ja, selbst die. Und wenn Frau Kikimora langweilig wird, stiehlt sie sogar höchstpersönlich Hühner oder Eier. Es handelt sich also alles in allem um eine vergleichsweise unsympathische Person.

Das einzig Gute an Frau Kikimora ist, dass man ihr relativ simpel das garstige Handwerk legen kann, und nun sollten Sie als Hühnerhalter besonders gut aufpassen – falls Sie den Trick nicht ohnehin längt kennen: Man hängt Hühnergötter in den Stall. Ganz einfach. Je mehr, desto besser.

Ich habe natürlich seit mehreren Jahren schon Hühnergötter im Stall hängen, diese Steine mit den geheimnisvollen Löchern, ich habe sie einst an der Ostsee gefunden. Wenn Sie mehr über diese Laune der Natur und über die auch mir bislang unbekannte Frau Kikimora wissen wollen, dann schauen Sie mal hier bei (klick!) wikidingsbums, schöner könnte ich es nicht erklären.

Jedenfalls haben diese Hühnergötter aber offenbar ein Verfallsdatum, mir war auch das neu, aber das ist ja häufig so bei Göttern, und die vergangenen Monate im Hühnerstall haben mich zu der Überzeugung gebracht, das es so sein muss. Mindesthaltbarkeitsdatum offensichtlich überschritten, treue Leser werden sich erinnern, wir hatten jede Menge Hühnerunbill, alles Elend kam zusammen, die steinalten Hühnergötter hingen an einer Schnur friedlich in der Ecke herum, taten nix, und beeindruckten ergo auch Frau Kikimora nicht besonders.

Aber diese Zeiten sind vorbei! Ich habe dieser Tage von einer Bekannten drei neue Hühnergötter geschenkt bekommen, quasi taufrisch und voller Energie, von der englischen Küste, die Freundin erinnerte sich am Strand an die Kokzidiose und die infektiöse Laryngotracheitis, an den Fuchs und die Milben, woran soll man bei einem Urlaubs-Strandspaziergang sonst auch denken. Jedenfalls sammelte sie die Steine auf und brachte sie mir mit nach Deutschland.

Als ich nun heute abend wildentschlossen mit den nigelnagelneuen baumelnden Hühnergöttern Richtung Stall marschierte und so vor mich hinflötete Verpiss Dich Halloooo, Frau Kikimora, jetzt ist Schluss mit Lustig, als ich also da so ins Gehege laufe, flattert doch eines von unseren tiefschwarzen Junghühnern hysterisch kreischend und mit schreckensgeweiteten Augen auf und landet drei (!drei!) Meter hoch mitten im Holunder. Seitdem ist sie von dort oben nicht mehr hinuntergekommen.

Und jetzt weiß ich auch nicht.

 

 

 

 

6 Kommentare

  1. Vielleicht musst du dem Junghuhn die Geschichte von der geheimnisvollen Frau K. erzählen. Mit leiser Stimme. Ganz behutsam. Und vielleicht ein wenig weniger effektheischend mit den Steinen im Garten vor dem Stall herumwirbeln?
    Trotzdem: Good luck!

  2. grins…. also wenn Sie mal neue Hühnergötter benötigen….. da sitze ich ja an der Quelle sozusagen…. hier oben im Hühnergötterparadies (selbst im Kies aus dem Baumarkt finde ich immer wieder welche)…. also dann sagen Sie mal „Bescheid“

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