Schöne Aussichten.

Ich war also dieser Tage in der grossen Stadt, und ich habe dort, in der Wohnung von Freunden, ein paar Blicke nach draußen werfen dürfen, von der Terrasse aus, und vom Schlafzimmer. Und jetzt weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll. Ich schwanke zwischen neidvollem Oh wow! und mitleidigem Au weia!.

Schlafzimmerblick.

 

 

 

Schöner Scheiss.

Wir waren dieser Tage einmal mehr in der Großstadt, genauer gesagt in Frankfurt, ich weiß gar nicht, ob ich das tatsächlich als Großstadt gelten lassen kann, aber das ist jetzt ein anderes Thema. Jedenfalls waren wir in einer großen Stadt unterwegs, und am Ende stand die ernüchternde Erkenntnis: Ich bin für das Leben in großen Städten, für die Herausforderungen der Metropolen, definitiv nicht mehr geeignet. 25 Jahre Berlin hin oder her. Tragisch aber wahr.

Dabei stand die ernüchternde Erkenntnis gar nicht am Ende, sondern vielmehr schon am Anfang unseres kleinen Großstadtabenteuers. Bevor Großstadtabenteuer mit mir nämlich überhaupt erst so richtig beginnen können, muss ich nach der langen Autofahrt und einem halben Liter Wasser  in der Regel ersteinmal dahin, wo selbst der Kaiser zu Fuß hingeht, hüstel, hüstelnaja, Sie wissen schon.

Der Kaiser hätte hier allerdings schön dumm aus der Wäsche geguckt, denn handelsübliche Kaiser, wie ich sie mir vorstelle, hätten in die sehr schicke, aber winzige Kabine des Museums Schirn schon mal überhaupt nicht hineingepasst. Kaiser Bhumibol vielleicht, oder irgendso ein anderer schmalbrüstiger asiatischer Hänfling, aber der Karolinger Kaiser Karl der Dicke (839 – 888) beispielsweise, der hätte sich irgendwas einfallen lassen müssen. Karl der Dicke hätte vermutlich zurück ins Parkhaus gemusst, in der Hoffnung, dass die Kabinen dort etwas geräumiger sind.

Wie dem auch sei, nachdem ich meine mittelgroße Umhängetasche abgenommen habe, passe tatsächlich auch ich mit meiner Konfektionsgröße 38 durch die Tür und in die Klosettkabine hinein, ich schaue mich also da so um, soweit die eingeschränkte Bewegungsfreiheit das zulässt, und mein Blick fällt auf einen Kasten an der Wand. Nun lebe ich zwar in der Provinz, aber ich arbeite doch für eines der modernsten Funkhäuser Europas, bin also allem Technischen gegenüber sehr aufgeschlossen, ja, ich bin ja fast schon sowas wie ein halber Technikfreak, möchte ich sagen, also betrachte ich den Kasten näher.

Zum Vergrößern anklicken.

Die Innenarchitekten des Frankfurter Schirn-Museums sind ihrem Grundsatz treu geblieben, alles Schriftliche so winzig wie möglich zu machen, aber nun sind die Entfernungen in der klitzekleinen Klokabine ja nicht allzu weit, also beuge ich mich vor, um die Bedienungsanleitung für den Kasten in aller Ruhe erstmal zu studieren, bevor ich mich auf irgendetwas anderes einlasse. Es handelt sich also hier offenbar nicht um eine handelsübliche Toilet, sondern um eine Toto Neorest Washlet, entnehme ich staunend Bildern und Schriftzeichen. Aha, aha, denke ich, sowas gibts im Odenwald ja nicht. Sowas habe ich noch nie gesehen.

Weil ich nun aber vor der Kloschüssel stehe und mich lesend zu dem Kästchen herunterbeuge, komme ich offenbar mit meinem Kopf in den Erfassungsbereich des Klobrillenöffnungs-und Schließ-Sensors, ich lese also staunend, während gleichzeitig vor mir der Klodeckel immerzu sanft schnaufend auf- und zu klappt. Es ist, als wolle er mir etwas sagen, vielleicht möchte er mir sogar die Handhabung eines großstädtischen washlets erklären, dabei blinken am Rande der Brille rote und blaue LED-Lämpchen, das Klosett zwinkert mir gleichsam verschwörerisch zu und atmet mir aus weit aufgerissenem Maul warme Luft entgegen.

Hier muss es sich offenbar um den besonders sanften Luftstrom zur Trocknung handeln, von dem auf dem Kasten die Rede ist. Außerdem steht da noch was von Düsen und Intimbereich und hin und zurück und von Geruchsabsaugung, und der Klodeckel vor mir öffnet und schließt sich seufzend, als verlöre er langsam die Geduld mit mir.

Ich kann mich nicht überwinden, testhalber auf einen der Schalter zu drücken, mir ist das alles unheimlich, aber während ich mich in der Kabine kurz umzudrehen versuche, gerate ich offenbar an irgendeinen der Knöpfe, ein unglaubliches Rauschen ertönt, ich kreische vor Schreck kurz los, und drücke dann hektisch und völlig wahllos auf die Tasten Rear, Front, Rear, Pressure, position, es rauscht weiter, offenbar habe ich 3L-Flush gedrückt (aktiviert die wassersparende Tornado-Spülung), und ich denke in einer kurzen Panik darüber nach, wie ich jemals schnell aus diesem Kabuff kommen soll, falls hier jetzt die washlet-Tornado-Flut losbricht wie einst die biblische Sintflut.

In all dem Tornado-Rauschen ermahne ich mich selber streng zur Ruhe und nehme meinen technischen Verstand  noch einmal zusammen, ich glotze konzentriert auf schriftliche Anweisungen und die dazu passenden oder unpassenden Abbildungen, es rauscht und rauscht, der Klodeckel geht seufzend auf und seufzend zu, weil ich zwangsläufig noch immer in seinem Bewegungsmelderfeld herumzappele, ich aktiviere jetzt kurz- und wildentschlossen den Dryer (aktiviert den sanften warmen Luftstrom zur Trocknung) und den Power-Deodorizer (verstärkt die Geruchsabsaugung), nun ist wenigstens halbwegs wieder Ruhe, es summt ein warmes Lüftchen durch das Kabuff und saugt vermutlich den Geruch ab, den mein kalter Angstschweiß inzwischen hier verbreitet hat. Ich stehe ratlos vor der Kloschüssel, der Deckel schließt sich ein letztes Mal seufzend, als wollte er sagen Wenn Du zu blöd zum Pinkeln bist, dann geh! 

Geo, sage ich, wieder oben im Museum, Geo, ich muss nochmal schnell zurück ins Parkhaus. 

 

Und jetzt weiß ich auch nicht weiter.

 

 

 

 

Moderne Moderne.

Mit Tipps zu moderner Architektur oder mit Hinweisen auf Ausstellungen international renommierter Künstler kann ich ja im Odenwald eher selten dienen, um es mal vorsichtig zu formulieren, deswegen fahre ich hin und wieder woanders hin, um Sie dann auf dieses oder jenes hinzuweisen. Schließlich ist das hier auch ein Service-Blog, also bitte.

Wenn Sie also demnächst mal wieder irgendwo in Holland unterwegs sind, dann sollten Sie das nigelnagelneue Voorlinden-Museum bei Den Haag besuchen, das liegt völlig in der Pampa und doch sehr zentral, wie ja in Holland eigentlich fast alles. Wenn Sie spannende Architektur und ebensolche moderne Kunst suchen, sollten Sie da wirklich hin.

Drinnen gibt es klassische moderne Kunst zu sehen und moderne moderne Kunst, bei ersterer bin ich noch ganz dabei, bei letzterer hin- und hergerissen zwischen Verarschen-kann-ich-mich-selber und Aha, aha, sehr interessant, hmmm....ähem.  Dabei hatte ich mir wirklich vorgenommen, nicht mit dem Blick der selbsternannten Landpomeranze zu schauen, sondern mit dem ach so geschulten Auge der ach so weltläufigen offenen Berlinerin.

Da stockt das Herz der Hühnerhalterin. Ich habe mich beherrschen können, mal dagegenzutippen.

1000 bunte Brokkolihälftenstempeldrucke

In diesem Zusammenhang muss der Künstler der aktuellen Sonderausstellung genannt werden, Martin Creed, immerhin Turner-Preisträger, und damit eine ganz heiße Nummer in der Szene. Einer seiner künstlerischen Leitsprüche steht auch auf hübschen Stoff-Täschchen, die Kunstinteressierte im Museumsshop erwerben können, um sie dann bei der nächsten Vernissage unauffällig in die Kameras der anwesenden Kultur-Reporter zu halten. Oder um damit Brokkoli auf dem Markt für den nächsten VHS-Kunstkurs zu kaufen, was weiß denn ich: Art is shit. Art galleries are toilets. Curators are toilet attendants. Artists are bullshitters. Wie das jetzt mit der – bereits mehrfach auf internationalen Schauen gezeigten – Klosettpapierrollenpyramide zusammenzubringen ist, weiß ich aber auch nicht.

Ich habe mich aber nach wenigen Metern in diesem Teil der Ausstellung entschieden, das alles nicht gesellschaftskritisch oder auf der Metaebene interpretieren zu wollen, wie ich es ja sonst eigentlich immer und überall tue, Landpomeranze hin oder her, sondern die Sache mit Humor zu nehmen, man kommt auf diese Weise wirklich auf seine Kosten und am Ende mit einem breiten Grinsen aus dem Museum heraus, das ist doch was.

Keine Frage der Perspektive – die Dame mit den roten Hosen ist extrem nah an dem Paar dran.

Keinesfalls auslassen sollten Sie in der ständigen Sammlung den Koloss von Richard Serra, open ended, ich nehme ja an, der steht dauerhaft da, ich habe mich dabei erwischt, wie ich darüber nachdachte, mit was für einem Gerät sie das Teil hier wohl hineinmanövriert haben, mit einem Lanz oder einem JohnDeere oder einem Schollkran, und ich habe heimlich nach Schweißnähten und Spuren auf dem Fußboden gesucht, alles leider vergeblich, es ist und bleibt ein Rätsel.

Vielleicht wurde das Museum auch drumrum gebaut, möglich wäre das, und verdient hätte das Stück es allemal. Sie ahnen, ich bin ein großer Serra-Fan, wenn Sie mal einen treffen, grüßen Sie ihn und verlaufen Sie sich nicht darin, es ist nicht ganz einfach, cool zu bleiben, wenn man zu Anflügen von Beklemmungen neigt, aber ich habe ja wieder herausgefunden, sonst könnte ich das hier ja gar nicht schreiben.

Und nun stellen Sie sich bitte einen solchen Serra mal auf einem grünen Odenwald-Hügel vor, mit weitem Blick ins Land, das wäre wie ein Paukenschlag und ein Tourismus-Kracher noch dazu. Die Leute kämen in Scharen, glauben Sie mir. Serra zieht immer. Oder gleich ein ganzes Museum, ein richtig feines? Warum bauen reiche Privatiers dauernd Museen in Holland und sonstwo, aber nie im Odenwald? So richtig cool, mit einem Skulpturenlandschaftspark drumherum? Das wäre mal was. Aber ob die Odenwälder da mitziehen? Ich werde mich mal darum kümmern müssen.

 

 

 

Weisswasser.

Wer Weißwasser kennt, der weiß, was er kennt, heißt es auf der Homepage der Stadt Weißwasser in der Oberlausitz, das ist irgendwo da Richtung Polen, und die Website dieser insbesondere bei Freunden des gepflegten Eishockeysports bekannten Kommune wird vom Oberbürgermeister offenbar selber gestaltet und gepflegt, er macht auch die meisten Fotos und die Texte, das ist ja mal sehr spannend. Überhaupt sieht auch der Oberbürgermeister selber gar nicht so aus, wie ich mir den Oberbürgermeister von Weißwasser in der Oberlausitz vorgestellt hatte, eher wie ein Eishockeytrainer, aber vielleicht liegt das alles auch sehr nah beinander da.

Auch die Homepage sieht trotz aller guten Ansätze nicht so aus, wie ich mir das bei einer Homepage einer Großen Kreisstadt vorstelle, aber das ist ja auch wieder fast sympathisch. Und mich fragt ja eh keiner.

Jetzt fragen Sie vermutlich: Wie kommt sie ausgerechnet nun auf Weißwasser? Na, ist doch logisch, heute auf der Hunderunde, am Forellenteich.

Ich werde jetzt mal noch ein bisschen auf der Weißwasserwebseite surfen, vielleicht ist das ja sogar mal einen Ausflug wert, wer weißwasser das schon? Bad Muskau liegt in der Nähe, da wollte ich ja eh mal hin. Und der Weißwasser-Artikel bei Wikidinsgbums liest sich äußerst spannend, wenn auch nicht sonderlich romantisch. Die machen durch, was uns im Odenwald angeblich bevorsteht, Bevölkerungsschwund, aber ganz dramatisch, naja, Sie wissen schon. Oberbürgermeister wollte ich da eher nicht sein. Und das Wetter da scheint derzeit auch nicht viel besser zu sein als unseres hier.

Die drei unteren Bilder: bei Waldhausen.

Sehnse: Wieder was gelernt. Weißwasser undsoweiter. Ist hier ja eine Art Service-Blog. Bitte. Danke.

 

 

 

Eine Spur.

Es gibt eine Spur, die führt vom schönen Odenwald und aus dem lieblichen Neckartal direkt tief in die französischen Vogesen. Es ist eine grauenhafte Spur, die einen einmal mehr stumm werden lässt, aber man sollte ihr folgen, wenn man schon mal in Frankreich in der Gegend unterwegs ist.

Die Ausschilderung macht es einem nicht ganz leicht, es geht über Kurven und Serpentinen immer den Berg hinauf durch den Wald, unvermittelt vorbei an dem ehemaligen Restaurant du Struthof und den gegenüber-liegenden unscheinbaren Chambres à gaz, bis nach oben, zum KZ.

dav

sdr

Die Namen des Lagers und des dazugehörigen winzigen Dörfchens, Struthof und Natzweiler, sie stehen in direktem Zusammenhang mit dem ehemaligen Konzentrationslager im kleinen Neckarelz bei Mosbach. Die Schule in Neckarelz war im Frühjahr 1944 zum KZ umfunktioniert worden, Zwangsarbeiter sollen hier für die Flugzeugindustrie einen unterirdischen Stollen herrichten, sie schuften um ihr Leben, bis sie tot zusammenbrechen,  (klick:) hier habe ich davon schon einmal berichtet.

Natzweiler-Struthof ist quasi das Hauptquartier dazu, ein riesiges Straf- und Arbeitslager, das sich die Vernichtung durch Arbeit auf die Hakenkreuz-Fahnen geschrieben hat, zunächst hier in den besetzten Vogesen, dann bald überall, wo die Nazis Arbeitskräfte zum Verheizen brauchen.

Als die Front näher rückt und die Deutschen um ihre Sicherheit in Struthof fürchten, lösen sie das Lager nach und nach auf und bringen die Häftlinge in Außenstellen, eben auch nach Neckarelz. Irgendwann zieht auch die Lagerleitung ab, aber die Kommandostrukturen bleiben die selben, nur, dass der Kommandant von Natzweiler-Struthof eben nicht mehr von Struthof aus das Kommando führt, sondern aus dem Odenwälder Neckartal heraus mehrere Außenstellen im deutschen Südwesten befehligt.

dav

dav

dav

dav

_dsc1308

Und so steht man also tief in den Vogesen, rund 250 Kilometer von zuhause entfernt, und hört und liest von Neckarelz und Guttenbach und Neckargerach und von allerlei anderen Orten, die einem dem Namen nach doch sehr vertraut erscheinen. Man liest von Personen, die einem schon in der Neckarelzer Gedenkstätte begegnet sind, man sieht gezeichnete Szenen aus dem Lageralltag hier wie dort, erfährt, wie sich die Spur von Deutschland nach Frankreich zieht, von den Vogesen ins Neckartal, und wieder hin und zurück, wie der Arm einer Krake auf einer Landkarte.

dav

dav

dav

dav

dav

sdr

sdr

dav

dav

Und am Ende geht man wieder hinaus, runter vom Gelände, raus aus der Geschichte und rein in die Gegenwart. Vorbei an dem freundlichen Vollbart, der uns beim Eingang mit seinem elektronischen Superscanner abgetastet und französisch charmant, `Aben Sie Waffen dabei? – lächelnd den Handtascheninhalt kontrolliert hat, und vorbei an dem Schild, das uns daran erinnert, bei facebook Fan der Konzentrationslager-Gedenkstätten-Seite zu werden, oui, j’aime, gefällt mir, Daumen hoch.

Und ich frage mich, ob mir das alles ganz nah oder ganz fern ist, die ganze furchtbare Geschichte, die man doch eigentlich schon wieder und wieder gehört hat, diese merkwürdige Spur in den Odenwald, das Damals und das Heute so dicht beieinander. Oder ob es vielleicht, wie so oft, beides zugleich ist, ganz fern und ganz nah.

 

 

 

Wenn Sie noch ein bisschen genauer über Struthof/Natzweiler nachlesen möchten: hier finden Sie etliche Informationen. Eine Liste aller Außenlager von Struthof finden Sie hier

 

 

12 von 12.

Sie bekommen heute mal wieder zwölf Bilder vom Zwölften des Monats zu sehen, das wünscht sich wie jedesmal die Frau mit dem Kännchenblog. Also bitte. Und nur kein Neid: Mich hat es in eine Gegend verschlagen, da ist der Odenwald summende Metropolregion dagegen, rund um das kleinste Ferienhäuschen der Welt nur Wald und Wiesen, der nächste und einzige Nachbar gute 800 Meter entfernt, die nächste menschliche Ansiedlung mit gefühlten 50 Einwohnern erreicht man nur über eine kilometerlange matschige Holperstrecke, die mich an selige Zeiten im afrikanischen Busch erinnert. Morgens röhren die Hirsche und abends kreischen die Käuze, und die Hunde toben durch einen sechstausend Quadratmeter großen, komplett eingezäunten Garten.

sdr

Alles eingezäunt. Bis da hinten. Hunde, wollt Ihr ewig toben?!

Ja, aber wie kann sie denn in dieser Einöde nun auch noch bloggen?, werden Sie nicht ganz zu unrecht fragen, Odenwälder- und andere rabenschschwarze, tiefe Funklöcher vor Ihrem inneren Auge. Wie kommt man da denn überhaupt in dieses Internetz? Jahahaaa, wir sind hier eben nicht im Odenwald, und nicht in Deutschland, wir sind hier in Frankreich, die Franzosen waren, wenn ich mich recht erinnere, quasi mal die Vorreiter der digitalen Entwicklung, da ist wohl manches auf der Strecke geblieben inzwischen, aber die Liebe zum Internet ist geblieben. Und führt dazu, dass ich mich hier, tief in der einsamen Vogesenwildnis, zwischen den röhrenden Hirschen und den Steinkäuzen beim Einloggen entscheiden muss zwischen hauseigenem und öffentlichem WiFi. Man fragt sich manchmal, warum soetwas andernorts nicht möglich ist, aber bitte.

dav

Planungsunterlagen.

Überhaupt muss man sich dauernd entscheiden, in welches WiFi man sich einklinken will, der Franzose fordert einen da heraus in der Provinz, das ist alles ganz unglaublich. Noch jedes Zwergenmuseum in hinterletzten Dörfchen scheint in den sozialen Medien aktiv zu sein, jeder Supermarkt und jedes Rathaus bietet einen Zugang in das Netz, so kommt es einem vor. Das kann man finden, wie man will, bemerkenswert finde ich es allemal.

dav

Petit dejeuner am Arsch der Welt.

Ebenso bemerkenswert: die wunderbaren Bäckereien und Konditoreien, die heißen hier eigentlich Patisserien mit so einem blödsinnigen Dach auf dem A, aber das finde ich auf dem Rechner nicht, WiFi hin oder her, naja, Sie wissen schon. Und nein, wir sind hier wahrhaftig nicht in einer touristischen Gegend, sondern, wie gesagt, am Dingsbums der Welt, aber überall in den winzigen Städtchen bekommen Sie einen Kaffee und das allerfeinste Gebäck in wirklich geschmackvollem Ambiente. (Ja, Sie hören mich an dieser Stelle seufzen, ein bisschen wehmütig.).

dav

Wingen-sur-Moder.

Wie dem auch sein, Sie sollten ja Bilder sehen, hier kommen Sie nun. Wir sind von einem Glasmuseum ins nächste, das interessierte uns bisher tatsächlich nur so am Rande, wenn überhaupt, aber die Gegend hier war einst und ist noch berühmt für Glas und Kristall-Industrie, also muss man sich das schließlich anschauen. Und die alte und neue Architektur dazu. Beides entpuppt sich bei genauerem Hinsehen, wie so Vieles im Leben, als äußerst spannend, ich kann Ihnen die Ausflüge also sehr empfehlen, wenn Sie mal hier in der Gegend sind.

dav

Museumsarchitektur in der Pampa.

 

sdr

Nächste Station: St.Louis-les-bitches. Heißt wirklich so. Kann ich nix für.

 

dav

Aussen huch, innen Hammer. Ein Muss für Kristallfreaks.

 

dav

Das Teil können Sie auch kaufen. 90.000 Euro.

 

dav

Im Museumsshop dann ein echtes Schnäppchen entdeckt.

 

dav

Da haben früher die Glasarbeiter gewohnt.

Nach dem ganzen Glasgedöns noch schnell in einen Intermarché, Abendessen einkaufen. Obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre, wie sich beim Tagesabschluß-Hunderundgang durch den Wald am Ferienhäuschen herausstellt.

dav

dav

Und bitte: Nur kein Neid.

 

 

 

In Another World.

Wir waren gestern abend auf einem Empfang eingeladen, in der Stadt. Besser gesagt, in einer dieser eleganten Vor-Städte im Großraum Frankfurt, in denen das Geld unter den blickdichten Eisentoren der riesigen Grundstücke hervorwabert wie Disco-Nebel, und aus den Knopflöchern der teuren Anzüge und Kostüme der anwesenden Herren und Damen.

In der großräumigen Ansammlung von feinen Villen am Waldrand müssen wir nur dem Duft der zeitlos-klassischen Sommerparfums folgen, er riecht nach unbeschwertem Wohlstand und führt uns tatsächlich zum richtigen Haus und der dazugehörigen Gartenparty. Die vorherrschenden Farben sind Weiß, Crème, Altrosa und Schwarz, Coco Chanel läßt grüßen, dazu dezenter Schmuck und handgenähtes Herren-Schuhwerk, Kellner mit Champagner und Häppchen, nein, ich übertreibe nicht, es war fast wie im Fernsehen, in einer dieser Serien, die ich mangels Empfangsgerät schon lange nicht mehr gucke.

Ich kenne keine Menschenseele, nicht einmal die 90jährige Gastgeberin, die im cremefarbenen Anzug ans Mikrofon tritt und eine kleine Rede hält für ihre 60 deutlich jüngeren Gäste, die unter großen weißen Sonnenschirmen da im Garten stehen. Mein Geo hat einst mit dem Herrn des Hauses zusammengearbeitet, der ist schon lange tot, aber die Verbindung zur Familie war eng, damals, vor vielen Jahrzehnten. Die Einladung zur Gartenparty kam trotzdem völlig unerwartet, und Geo wollte nicht alleine hin. Also, bitte, bin ich eben mitgefahren.

dav

Und nun stehe ich da als alte Großstädterin in dieser völlig fremden Welt und fühle mich wie eine Landpomeranze, ich bin nicht komplett unpassend angezogen, aber eben doch alles ein paar  hundert Nummern kleiner, finanziell gesehen. Von dem, was mein gesamtes Outfit gekostet hat, kaufen die Damen hier vermutlich grad mal eine Tube wertvoller Tagescreme, sowas denke ich zwischendurch, und ärgere mich dann gleich auch über mich und aktiviere mein Berliner Selbstbewußtsein.

Mein Geo wird herzlich empfangen, wie der verlorene Sohn nach all den Jahrzehnten, alle schwätzen und lachen über alte Zeiten, man erzählt von den Büros in Tokio, London und Den Haag und Weißt Du noch? und Ach, wie schön das war! und ich bin mittendrin in den Gesprächen, die Leute sind ausnehmend freundlich und wohlerzogen, sie berichten von ihrer Arbeit und ihren Ehrenämtern und fragen nach dem sagenumwobenen Odenwald, wo der denn sei und wie man da so lebt. Ein Paar kündigt schließlich seinen Besuch an, da müssen wir unbedingt mal vorbeikommen, wenn Euch das passt. Aber gerne. Ich werde dann vorher mal Großputz machen müssen, oder lieber gleich eine Generalsanierung, was sollen die Leute denn sonst denken, aber vielleicht war es ja auch nur so dahingesagt.

Und dann kommt die 90jährige Gastgeberin noch auf ihr Haus zu sprechen, auf diese Villa aus den 50er Jahren, in diesem Viertel, in dem immer neuere, größere Prachtvillen entstehen. Wie dankbar sie ist für dieses Haus, in dem sie nun alleine lebt, für diese Gegend. Für den Garten und die Rosen, die jedes Jahr blühen. Für jedes einzelne Zimmer im Haus, da stecken überall wundervolle Zeiten, wunderbare Erinnerungen drin, in jedem Möbelstück, im Parkett und in jedem Teppich. Für die Nachbarschaft, die für sie sorgt, einkauft, Fahrdienste erledigt, auch mal den Rasen mäht. Mit der sie auch mal wieder über Brahms und Beethoven diskutieren kann, sie, die ehemalige Pianistin, deren Finger heute nicht mehr wollen, wie sie will. Sie bedankt sich für all die Hilfe und die Unterstützung, und die Gäste werden ein bisschen verlegen-beschämt, das ist doch selbstverständlich, das machen wir doch alles gern für Sie. 

Am Ende unterhalte ich mich noch mit dem Enkel der Alten, er studiert internationale Finanzwirtschaft in London, was sonst, und bringt mir dann bei, wie man zum Dessert die pink- und grünfarbenen Macaron-Doppelwhopper- XL vom Tablett des Kellners direkt in den weit aufgerissenen Mund befördert, ohne größere Unfälle zu verursachen oder öffentliches Aufsehen zu erregen. Nach dem 4. pappig-süßen Doppelwhopper habe ich Technik und System begriffen, der Kellner lacht und wir verabschieden uns herzlich.

Und dann fahren wir mit dem ollen Kombi fort aus dieser komplett anderen Welt, über Autobahn, Bundesstraßen, Landstraßen und den Gemeindeverbindungsweg zurück in unser winziges dunkles Dorf, 120 Kilometer und ein paar Lichtjahre entfernt.

Aber es war, wie man so sagt, ein ganz reizender Abend.

Und falls Sie jetzt noch eine Pointe erwarten, muß ich Sie leider enttäuschen.

 

Die Musik dazu:

 

Alles anders.

Wenn Sie hier weiterhin auf Odenwälder Hühner-oder Kükencontent warten, auf Bilder unserer verregneten Ernte oder auf Geschichten aus dem badischen Hinterland, dann muß ich Sie leider noch ein bißchen enttäuschen und noch ein bißchen vertrösten. Es hat mich ja in eine andere Provinz verschlagen, vorübergehend, in die Südpfalz, ein paar Tage hier bleiben mir noch, und ich erkunde die Gegend, wann immer die Zeit dazu ist.

Wenn ich also nicht gerade von ärztlich verordneter Entspannung zu ärztlich verordneter Entspannung hetze, dann besuche ich die etwas anderen Sehenswürdigkeiten der Region. Was hier seit Jahrhunderten so los war zu den Themen Hass und Mord und Totschlag, davon hatten wir es hier schon mal, und neulich bin ich also in diesem Zusammenhang in einem französischen Bunker gelandet, in einem von den unzähligen, die hier so herumstehen.

dav

Eine Mischung aus Kaserne und Kampfmaschinerie, 30 Meter unter der Erde, über 600 Mann waren hier untergebracht und bewegten sich in einem Tunnelgewirr, das sich über eine Strecke von rund 5 Kilometer durch das unterirdische Fort zieht. Selbst eine kleine Schmalspurbahn fuhr hier unten in den feucht-kalten Gängen, sie brachte Material und Munition noch bis in das hinterste Ende dieses gigantischen unterirdischen Monsters aus Beton und Stahl. Großküchen, Operationssäle, Schlafräume, Nahrungsmittellager, eigene Stromerzeugung, eigene Brunnen; die Bauherren des Bunkers und des Krieges hatten an alles gedacht.

dav

mde

Stundenlang laufe ich mutterseelenallein durch die kilometerlangen Gänge, das Geräusch meiner Schritte verdoppelt sich an den Wänden und der niedrigen Decke, und ab und zu muß ich mich umdrehen, um mich zu vergewissern, dass nicht direkt hinter mir jemand läuft. Und währenddessen stelle ich mir vor, wie das war, als 600 Mann hier unten lebten und kämpften; wie das war im Juni 1940, als die Bomben und die Granaten nur noch so herunterprasselten auf das unterirdische Fort, wie sich die französischen Soldaten hier unten verzweifelt wehrten und dagegenhielten, ich stelle mir vor, die eine Hälfte von denen wollte vielleicht den Feind besiegen und vernichten, die andere Hälfte hoffte einfach nur, lebend aus diesem Albtraum herauszukommen, mit Gottes Hilfe oder sonstwie. Heutzutage werden Kriege ja zum Glück anders geführt, sagt beim Ausgang ein Besucher zu seiner Frau. Zum Glück. Man wundert sich manchmal.

mde

Und noch ein anderes dieser merk-würdigen Ziele habe ich heute besucht, auch nicht gerade ein touristisches Ziel, aber doch ein lohnenswertes, das von den meisten der Durchreisenden links liegengelassen wird.

dav

Die kleine Gedenkstätte des Pfalzklinikums Klingenmünster liegt unscheinbar an der beschaulichen Weinstraße, da also, wo sich alles um liebliche Landschaft, Wein und Gesang und Tourismus und wasweißichnochalles dreht. Früher hieß das Pfalzklinikum Kreisirrenanstalt, und untergebracht waren hier all jene Menschen, die krank, schwach oder anders waren. Und die dann aus genau diesen Gründen umgebracht wurden von den Nazis, umgebracht und hier und anderswo verscharrt. Von bis zu 2000 Euthanasie-Opfern allein hier im winzigen Klingenmünster ist die Rede.

dav

dav

Es ist doch gefühlt noch gar nicht so lange her, dass ich an Orten wie diesen gestanden und gedacht habe: Das ist un.fass.bar. Un.vor.stell.bar. Dass ich den Kopf geschüttelt habe, ungläubig, innerlich wie äußerlich. Dass ich in Bunkern, in Kriegsmuseen oder Gedenkstätten dachte Wie kann man nur?.

Ja Ihr, was wißt Ihr schon, hätte ich dann die Berliner Großmutter vor meinem Inneren Ohr gehört, was wißt Ihr schon, Ihr habt doch immer nur im tiefen Frieden gelebt. Mich ärgerte der Satz, und doch wußte ich: Sie hat ja recht. Und im gefühlten tiefen Frieden erschien das Unfassbare umso unfassbarer, das Unvorstellbare umso unvorstellbarer.

Und jetzt also, ein paar Jahre und Jahrzehnte später, ertappe ich mich dabei, wie ich hier stehe, im Bunker, an der Maginotlinie, vor irgendwelchen Westwall-Ruinen im Wald oder in der Gedenkstätte, wie ich da also stehe und denke, ja, so ist das. Gar nicht so un-fass-bar. So gehen Menschen miteinander um. Sie verachten und bekämpfen sich, sie töten sich, sie werfen Bomben und Granaten, immerzu und überall auf dieser Welt, sie gehen auf alles los, was schwach und anders ist, sie rennen irgendwelchen durchgeknallten Ideologien hinterher, sie feiern den Hass und brüllen die Empathie in Grund und Boden.

Den Tiefen Frieden hat es wahrscheinlich nie gegeben, unser Friede war nur der Krieg, der woanders stattfand. So irgendwie muß das wohl gewesen sein. Und jetzt ist es eben anders. Ganz anders. Ich hätte gerne nochmal mit der Großmutter darüber gesprochen. Vielleicht hätte sie irgendeinen typisch berliner schlauen Spruch auf Lager gehabt, eine tröstende Erklärung oder eine Hoffnung. Vielleicht hätte sie auch gesagt, was sie immer sagte, wenn sie selber nicht mehr weiterwusste: Ach, nu frach doch nich so dusslich!, und dann wäre sie aufgestanden und aus dem Zimmer gegangen.

 

 

 

 

 

 

Grenzerfahrung.

Eigentlich ist das hier ja ein Landlebenblog aus dem Odenwald, aber umständehalber müssen wir uns nun also für eine kurze Zeit anderen ländlichen Regionen zuwenden. Das kann ja nicht schaden, und so gesehen ist Provinz ja immer gleich Provinz, ob nun im Odenwald oder in der tiefen Pfalz. (hier müssen Sie sich nun einen kollektiven Aufschrei der Pfälzer vorstellen, einen akustischen Tornado sozusagen, die Gegend hier sei doch tausendmal schöner als der finstre Odenwald, werden sie schreien, und überhaupt, der Wein, der Saumagen, und wasweißich, wir ignorieren das jetzt einfach.)

Wie dem auch sei: Gefühlt bin ich auch hier am Ende der Welt gelandet, und tatsächlich ist es das Ende der deutschen Welt, zumindest ein Ende der Bundesrepublik. Und man wandert durch diese liebliche Landschaft, durch Wälder voller blühender Esskastanien, durch Weinberge und romantische Dörfer, den Blick immer Richtung Horizont, Richtung Elsass, Richtung Frankreich.

dav

Aber was da so lieblich aussieht, die Weinberge, die Wälder, die Dörfer, all das war über Jahrhunderte heiß umkämpft, ein wahres Schlachtfeld, man kann es gar nicht anders nennen. Wer sich ein bißchen in die Geschichte einfummelt (und ich habe hier ja in der freien Zeit nicht viel anderes zu tun), wer sich also da ein bißchen in die Historie der Region einfummelt, der liest von ständigen Kriegen, von dauernden Grenzverschiebungen, von Hass und Blut, von Bomben und Granaten, vom Westwall und schlußendlich von hunderten von Bunkern und von Tausenden von Toten im zweiten Weltkrieg. Unzählige Bunkeranlagen im lieblichen Wald bezeugen das, inzwischen umrankt von wilden Brombeeren und Brennesseln, der Beton und die verrosteten Stahlträger wehren sich gegen die Zeit und das Vergessenwerden. Auf einer Lichtung erzählt ein Holzschild von einer dramatischen Schlacht 1945, überall hier oben hätten die Leichen im Wald gelegen, alles voll mit zerfetzten Leibern gleich mehrerer Nationalitäten, und es würde einen nicht wundern, wenn man auch heute noch auf menschliche Überreste zwischen blühenden Kastanien und Steinpilzen stieße.

Und während man beim Wandern und Spazierengehen noch darüber nachdenkt, stolpert man unversehens über einen klitzekleinen alten Grenzstein, der rechte Fuß ist schon in Frankreich, der linke noch in Deutschland. Oder der Wanderer merkt überhaupt erst bei der Ankunft im nächsten Dorf, dass er nun offensichtlich gar nicht mehr in seiner Heimat ist, sondern schon im Nachbarland. Abends in den Weinstuben sitzen hüben wie drüben Deutsche und Franzosen und gönnen sich ein Viertele, und in den Geschäften können Sie die Verkäuferin auf Deutsch oder auf Französisch anquatschen, das ist tatsächlich völlig wurst, hier spricht offensichtlich jeder alles.

DSC_5204_2037

Das war schon eine ziemlich unglaubliche Idee, die der alte Adenauer und de Gaulle da hatten, seinerzeit, als sie die deutsch-französische Freundschaft proklamierten. Nach all den Kriegen, nach all den Kämpfen, nach all dem Hass, dem Blut und all den vielen Toten. Aber die verwegenen Ideen großer Staatsmänner sind ja das Eine, und die Menschen, die die Idee mit Leben füllen sollen, sind das Andere. Und eine von oben verordnete Freundschaft ist ja auch so eine Sache.

Ich habe keine Ahnung, wie – aber irgendwie hat es eben doch geklappt mit dieser Völkerfreundschaft. Völkerfreundschaft ist ein ziemlich gräßliches Wort, ja, es ist mir fast ein bißchen peinlich, aber es drängt sich einem geradezu auf, wenn man hier unten unterwegs ist, und mir fällt beim besten Willen auch kein besserer Begriff ein für das, was die Menschen hier geschaffen und geschafft haben. Es ist im wahren Wortsinn fast unglaublich.

Und während ich mit einem stinknormalen Linienbus zwischen Deutschland und Frankreich unterwegs bin, und wir mit 50 Sachen die verlassenen Grenzhäuschen passieren, mit ihren heruntergelassenen Rolläden und dem Unkraut, das ungestört zwischen den Stufen und der Tür wächst, währenddessen also frage ich mich, wie dumm man eigentlich sein muß, um wieder nach geschlossenen Grenzen zu rufen.

 

 

 

 

Frischfisch.

Samstags frischen Fisch kaufen (oder auch an jedem anderen Werktag), das kann ja nun nicht wirklich einen Beitrag wert sein. Denken Sie sich so als Großstädter. Tjahaha, das denken Sie sich also so in Ihrem jugendlichen Leichtsinn. Tatsächlich gibt es kaum etwas Schwierigeres in der Provinz, als frischen Fisch zu kaufen, das kann ich Ihnen aber flüstern. Zumindest dann, wenn Sie in ein Fachgeschäft wollen und nicht in den Supermarkt. Dabei hätten wir sogar halbwegs um die Ecke einen Händler, aber der hat momentan nur Räucherfisch. Ist trotzdem aber sehr empfehlenswert, so sagt man uns, wir werden das mal testen.

Für frischen Fisch fahren wir also nach Miltenberg, mal eben 30 Kilometer hin, und 30 wieder heim. Aber was tut man nicht alles. Der Laden ist der Hit, der ganze Ort ist äußerst nett, es gibt Cafés und schnuckelige Lädchen und jede Menge Fachwerk. Betrachten Sie das also als eine Mischung aus Ausflugstipp und Einkaufstipp, wir können das wirklich empfehlen. Und oben auf der Mildenburg gibts angeblich eine spannende Ausstellung, aber die hat im Winter zu. Also Kabeljau statt Kiefer, und Pangasius statt Polke. Is klar.

DSC_0047_1013

DSC_0041_1010

DSC_0042_1011

DSC_0030_1004

DSC_0040_1009

DSC_0027_1002

DSC_0024_1001

DSC_0022_999

DSC_0058_1014