Küstenplastik.

 

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Auf manche Themen wird man erst gestoßen, wenn man anderswo unterwegs ist.

Im Internet. Oder am Strand. Oder erst da, dann da.

 

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Frau Timrott vom Halligblog räumt dieser Tage Xavers Hinterlassenschaften weg. Las ich hier durch Zufall. Bollerwagenweise Plastikmüll. Ganze Haushalte. Angeschwemmt vom Meer, dagelassen auf der inzwischen wieder trockengelegten Hallig.

 

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Umweltverschmutzung, die einem plötzlich vor die eigene Haustür gespült wird. Ein Thema, das einem andere vor die Füße kippen. In der Hoffnung, daß es keiner sieht. Das Meer verschluckt ja alles. Sehr praktisch. Bis es das Zeug eines Tages wieder ausspuckt.

 

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Das Meer ist weit weg vom Odenwald. Und wie es so geht: Man sieht nur, was man kennt und weiß.

 

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Mit Frau Timrotts Thema im Kopf also gestern mal aufmerksamer über den Strand gelaufen. Nachdem der coole holländische David-Hasselhoff-Verschnitt mit seinem coolen Quad im Morgengrauen schon mal das Gröbste eingesammelt hat. Uncooler Job, aber offenbar nötig. Selbst hier und heute, wo Orkan Xaver halbwegs harmlos vorübergezogen zu sein scheint.

 

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Im Frühjahr ist an der spanischen Küste ein riesiger Wal am Strand verendet. Passiert schon mal. Aber dieser hier präsentierte sich quasi noch im Tod als Botschafter für mehr Umweltschutz: In seinem Magen fanden Wissenschaftler haufenweise Plastikschrott.

 

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Unübersehbares Beispiel für das, worum es auch bei Frau Timrotts Aktion Küste gegen Plastik geht.

Sollte man unterstützen.

Egal, wo man wohnt.

 

 

 

 

14 Kommentare

    • Umso erstaunlicher, daß den Küstenbewohnern selber das Thema offenbar ziemlich wurst ist – zumindest hier in der Region. Im Supermarkt ist alles (alles!!) in Plastik verpackt. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Plastikverpackungen auf einen Haufen gesehen wie hier. Gemüse, Obst, Brot, Käse – alles in Plastikbeuteln. Ich muß mal rausfinden, ob es in Holand eigentlich eine ernstzunehmende Öko-Bewegung gibt. Aber in solche Touristenorten wie hier ham die vermutlich eh nix zu melden.

  1. Eigentlich ist ja nicht die Art der Verpackung das Problem, sondern der Käufer des Objektes und seine Kinderstube bzw. deren Nichtvorhandensein.
    Berufsbedingt weiß ich, wie Straßenränder aussehen – der Mensch braucht kein Meer in Reichweite, um nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ zu leben.
    Ich durfte mir immer (bevorzugt von Männern) Gemecker anhören, wie es in meinem Auto aussieht. Nur habe ich meinen Mist halt nicht den Steuergeldern der Allgemeinheit überlassen. Die Karre sah dann nicht ganz so repräsentativ aus, aber wegen mir mußte kein Müllsammler am Straßenrand sein Leben riskieren.

    • Müll gar nicht erst entstehen zu lassen, wäre aber halt immer noch die beste Lösung, denke ich. Und warum ich hier in Holland die Ingwerknolle dreifach in Plastik und in ein Pappkartöngsken verpackt kaufen muß, erschließt sich nicht wirklich. Abr by the way: das mit dem Auto mache ich genauso. Und entsorge dann irgendwann mal brav an einer Mülltonne, statt zwischendurch aus dem Autofenster.

  2. Oh, das Thema kennne ich ja, da könnte man Tage damit füllen.
    Wir sind ja so aussteiger und sind nun mittlerweile von 4 gelben Säcken, bei 1,5 gelandet in 2 Wochen mit 5 Personen. Beim Einkauf gehtßs schon los, zum Glück kann ich zwischen Plastik und Papiertüten wählen und seit heute weiß ich, dass ich in einem bekannten Supermarkt mit der Dose an die Wurst und Fleischtheke kommen kann.. und Milch , Joghurt im Glas und
    nicht zu letzt der Thermomix hilft sehr dabei , Verpackungen zu reduzieren.
    Es mag zuerst mühsam sein, sich umzustellen, aber wenn man es will, dann
    geht das!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Wir sind mittlerweile nur alle zu bequem, wenn ich das mal so sagen darf und es gehört eigentlich zur Erziehung dass ich sage, WO der
    Müll hinkommt, nicht in die Umwelt sondern in die Mülleimer! Aber
    das wäre das nächste Thema…
    Nun denn, wir habe es geschafft und nun werden nach und nach sämtliche Zimmer durchforstet und geschaut, was an Plastik raus kann und was
    für alternativen das es gibt, denn alle dünstet aus und wir atmen
    das auch ein und im Fisch haben wir die Weichmacher inklusive.
    Ich kann nur jedem das Buch, die große Volksverarsche , von Hannes
    Jaenicke und das Buch Plastif freie Zone empfehlen und wer dann immer
    noch nicht meint, er sollte sein Plastikeinkauf überdenken, der sollte
    den Film Plastikplanet ansehen, dann ändert sich das Leben ganz radikal…

  3. Ich hätte da mal eine Frage zum Recycling. Bei mir vor dem Haus stehen diese Glascontainer zum Trennen von Weiß / Braund und Grün – Glas, die ich nutze. Habt Ihr das auch beobachtet, dass die getrennten Farben bei der Abholung mit LKW ZUSAMMEN und in den GLEICHEN Wagen gekippt werden ? Oder ist das ein Mythos ?

    • Nein, das ist kein Mythos, ich hab das vor Jahren schon mal gesehen und dachte mich laust der Affe!!!! Und immer wenn ich das Glas weg bringe, muss ich daran denken. Vielleicht sollten wir mal doof nachfragen, für was wir das Glas da getrennt reinwerfen????

    • Und nun hab ich nachgefragt, gegoogelt…das haben anscheinend schon mehrere beobachtet, das sieht nur so aus, der Wagen hat auch drei Kammern und die Container werden genauso da oben drauf gesetzt, dass es von dort wieder getrennt rein kommt, denn man kann das nachher schlecht farblich trenne, wurde schon probiert, das maschinell zu machen, klappt aber nicht und da Glas ein wertvoller und teuerer Rohstoff ist, dürfen die REcyclingfirmen sich das nicht erlauben.
      Somit wären wir nun schlauer.

  4. Diesen Sommer in der Kieler Innenstadt selbst beobachtet: Kind wickelt Eis am Stiel aus, hat dann ein logistisches Problem: Wohin mit dem (reichlich verschmierten) Papier? Kommt dann auf das Naheliegendste und will es der aufgetüterten Mama überreichen.
    Mama: Geh weg mit dem verschmierten Zeug.
    Kind: Was soll ich denn damit machen?
    Mama: Schmeiß es weg.
    Kind: Das macht man doch nicht.
    Mama: Dann sieh zu wie du klar kommst.
    Am Ende war dem Kind der Verzehr des dahinschmelzenden Klebkrams verständlicherweise wichtiger als die Umwelterziehung seiner eigenen Mama, und das Papier landete – auf dem Boden.
    Schwacher Trost: Dem Kind war es sichtlich peinlich. Der Mama leider überhaupt nicht, die klebte mit der Nase bereits am nächsten Schaufenster.
    Ich bin nicht der Typ Mensch, der sich leicht und gern mit anderen anlegt. Im Nachhinein tat es mir dennoch leid, der Dooftussi nicht vor ihrem eigenen Kind gehörig den Marsch geblasen zu haben.

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