Unterwegs, nachhaltig.

14. August 2021

Die Blaue Stunde habe ich gestern am Katzenbuckel geknipst, ich war mit Frau Lieselotte unterwegs, einmal rund um den Berg. Der Wanderparkplatz oben auf der Höhe ist schon ziemlich voll, als wir da vorfahren und ich denke so bei mir, Ach, Du liebe Zeit, ganze Horden von Menschen sind hier wohl unterwegs, im Wald und am kleinen See, ich neige ja hin und wieder zu einer gewissen Menschen-Allergie. In knapp zwei Stunden treffen wir dann tatsächlich: niemanden. Der Berg liegt still und friedlich in der Abendsonne, die Menschen aus den Autos sitzen offenbar alle im nahegelegenen Ausflugslokal.

Europäische Seekanne. Glaube ich jedenfalls. Hübsch und selten.

Heute, Samstag, Ausflugstag, da sieht die Sache schon ein bißchen anders aus, immerhin drei Menschen treffen wir im schattig-kühlen Wald, verteilt auf sechseinhalb Stunden Wanderung, quasi vor der Haustür. Zwei Hundebesitzer, eine Radfahrerin; Frau Lieselotte macht bei jeder der drei Begegnungen einen auf empörte Privatwaldbesitzerin und brummelt mißmutig in ihren Bart hinein, es ist ja aber auch allerhand, diese Leute überall.

In der Stille des Waldes nur meine Schritte auf den Wegen, mal knarzen und knistern trockenes Laub oder Schotter unter den Schuhen, mal schmatzen matschige Pfützen. Dazu hechelt Frau Lieselotte, rufen Grünspechte und schimpfen die Eichelhäher. Im Rucksack schaukeln eine Wasserflasche, eine Salami und ein Stück Käse, und mein Glück ist nahezu perfekt. Einmal piepst das Handy in der Tasche, Freunde schicken per Whatsapp Fotos und Grüße vom Wanderurlaub in Österreich. Es sei ein bißchen überlaufen da, aber ansonsten doch sehr schön.

Da hin muß ich also schon mal nicht zum Wanderurlaub. Menschenmassen sind ja nicht so meins, und so gesehen halte ich den Odenwald (noch) für das optimale Wanderreiseziel, wenn man nicht alle paar Meter eine bewirtete Hütte erwartet oder sein Haupt jeden Abend auf ein Fünf-Sterne-Kopfkissen betten möchte. (Klick!) Hier im Blog hatte ich das mit dem Odenwald als Reiseziel schon mal ein bisschen näher erläutert.

Ich werde also den nächsten Wanderurlaub mal wieder im Odenwald verbringen, am besten direkt von zuhause loslaufen, im großen Bogen eine Woche unterwegs sein in Gegenden, die man allenfalls durch die Windschutzscheibe kennt und zu Fuß noch einmal gänzlich neu erlebt. Ich habe das vor Jahren schon einmal gemacht, an der Haustür gestartet, 120 Kilometer in sieben Tagen, das war ziemlich großartig und sparte jede aufwändige Anfahrt.

Ich verkaufe das dann als meinen Beitrag zur Nachhaltigkeit, das ist ja auch immer ein Thema heutzutage. Mit der Nachhaltigkeit ist das ja so eine Sache, ich fahre immernoch zu viel Auto, kaufe noch zu oft Lebensmittel in Plastikverpackungen. Manchmal sind die Umstände schuld, manchmal die eigene Bequemlichkeit. Naja, Sie wissen schon.

Zu meiner Nachhaltigkeits-Ehrenrettung darf ich sagen, dass ich zumindest in zwei Bereichen schon halbwegs nachhaltig handele: Ich habe in den vergangenen fünf, sechs Jahren vielleicht fünf oder sechs Kleidungsstücke neu gekauft, alles andere erstehe ich als Umtauschware, Retoure oder gebraucht bei einem großen Second-hand-online-Händler, das ist nun wieder blöd für den lokalen Einzelhandel, aber ach, ich weiß ja auch nicht, wie man’s macht, isses verkehrt.

Und auch beim (seltenen) Möbelkauf verweigere ich mich dem Konsumterror, ich kaufe nur noch Omas alte Stühle, Omas alte Teller, Opas alte Schränke, und wenig befriedigt mich mehr, als einem ollen Gebrauchsgegenstand wieder ein neues Leben zu ermöglichen, ihn ein bißchen modern aufzupeppen und mir gleichzeitig ein Stück Alltagsgeschichte ins Haus zu holen.

Neulich erst habe ich wieder mal in einem Nachlass stöbern dürfen, drei uralte Koffer habe ich mitgenommen, diese Dinger aus Holz und massivem Pappendeckel, mit Beschlägen an den Ecken. Stapeln, Glasplatte drauf, fertig ist der etwas andere Couchtisch, ja, da staunen Sie. Wenn Sie auch stöbern wollen und in der Ecke wohnen, da gibts am 21. August eine entsprechende Haushaltsauflösung in Obrigheim, die Verkäuferin macht einen sehr netten Eindruck, schauen Sie mal (Klick) hier bei ebay.

So. Wie war ich jetzt vom Wandern zur Nachhaltigkeit gekommen? Keine Ahnung, ist ja letzten Endes auch egal. Ich muß mich jetzt erstmal erholen von den Menschenaufläufen heute im Wald, drei Leute in sechseinhalb Stunden, lieber Himmel, naja, Sie wissen schon.

  • 2 Kommentare
  • Rosi 19. August 2021
    Antworten

    hmmm..
    ein paar sehr schöne alte Möbel hätte ich auch gerade noch anzubieten
    Vatis Möbel..
    zum Teil von 1953 .. Kindheitsmöbel
    aber leider sind sie nicht so gefragt ..
    ich hoffe dass doch noch etwas weg geht

    ja.. alleine in der Waldherrlichkeit
    das ist schön
    Menschenmassen sind mir auch zwider
    wunderschöne Bilder

    liebe grüße
    Rosi

    • LandLebenBlog 20. August 2021
      Antworten

      Kommt drauf an, wo die stehen…. :)

  • Antworten

1. FC Huhn. Vorheriger Artikel 1. FC Huhn.
Unfassbar. Nächster Artikel Unfassbar.