Unterwelt.

Unserer heutiger Ausflugstipp tut nur so, als wäre er eine ganz harmlose Geschichte. In der zweiten Hälfte entwickelt er sich zur Horrorstory für Klaustrophobiker. Sie sollten dann lieber nicht weiterlesen. Anm.d.Red.).

Im Übrigen ist das ein Tipp für alle, die heute der Hitze entfliehen möchten. Ich sage nur: konstante 11 Grad oder sowas in der Art, das klingt doch sehr erfrischend. Deswegen habe ich diese Geschichte auch nochmal aus dem Archiv hervorgeholt. 

image

 

Rudolf Gaukel hat sich schon seit ein paar Tagen gewundert. Immer, wenn der Sprengmeister im Eberstadter Steinbruch ein Bohrloch in den massiven Fels getrieben hat und nun seine Sprengstoffpatronen dort hineinsteckt, verschwinden sie auf Nimmerwiedersehen. Der Berg scheint die Patronen zu verschlucken, als wolle er sich von ihnen nicht zerreißen lassen; Gaukel linst in das schwarze Bohrloch, weg sind die Patronen.

Am 13. Dezember 1971 bereitet Gaukel wieder eine Sprengung im Steinbruch vor, diesmal fällt ihm nichts Außergewöhnliches auf, er steckt die Patronen in den Berg, drückt auf den Zünder, mit einem Knall explodieren die Patronen im Gestein. Als der Rauch sich verzogen hat, klafft im Fels ein riesiger Spalt.

Durch diesen Spalt klettern Gaukel und seine Kollegen, und was sich ihnen da im Inneren des Berges präsentiert, soll schon wenige Tage später von Experten als „eine der schönsten und größten Höhlen Süddeutschlands“ eingestuft werden. Die Eberstadter Tropfsteinhöhle ist entdeckt, und Rudolf Gaukel hat eine Geschichte geschrieben, die sich noch seine Urenkel gegenseitig erzählen werden.

Danke, daß ich in der Höhle fotograferen durfte. Ist sonst nämlich nicht erlaubt.

Die Höhle ist damals groß und schön, aber leider völlig unbegehbar. Ein bis zwei Millionen Jahre hat die Erde hier unentdeckt vor sich hingetropft, und Tropfen für Tropfen sind urtümliche Gebilde entstanden, gigantische Stalagmiten und Stalaktiten, die merkwürdigsten Formen. Der Boden besteht aus tiefem Schlamm, der mit festem Griff die Stiefel derer packt, die nun als erste hier hineinkommen und mit dem Lichtkegel ihrer Taschenlampen atemlos die Gebilde an Decken und Wänden abtasten.

DSC_9399

DSC_9382

DSC_9385

Das winzige Eberstadt, weit ab aller Touristenströme, findet sich plötzlich in den überregionalen Schlagzeilen wieder, und die Eberstadter selber packen Leitern und Seile und klettern neugierig an der Felswand empor, um einen Blicks ins „Große Loch“ zu werfen.

Weil europäische Förderprogramme und Gelder für strukturschwache Regionen noch nicht erfunden sind, muß die Gemeinde selber zusehen, was mit der Höhle wird. Der Bürgermeister organisiert den Ausbau mit fast einhundert freiwilligen Helfern höchstpersönlich, mehr als 7000 Stunden schuften die Männer ehrenamtlich, um aus dem Loch im Berg die touristische Attraktion zu machen, die die Eberstadter Tropfsteinhöhle heute ist.

Nur knapp zwei Jahre, nachdem Rudolf Gaukel sich gewundert hat, wieso der Berg den Sprengstoff kurzerhand verschluckt, wird die Höhle feierlich für Publikum geöffnet. 3,5 Millionen Menschen waren seitdem hier und haben sich auf den rund 600 Meter langen Weg durch die Unterwelt gemacht.

PopArt in der Höhle. Gibts aber nur bei besonderen Anlässen.

DSC_9389

DSC_9392

Langer Rede kurzer Sinn: ein Besuch lohnt sich. Grade bei und nach Sauwetter. Dann tropft und fließt und plätschert es überall, und der Besucher bekommt tief in der Höhle eine Ahnung davon, wie die Tropfsteine in den vergangenen Millionen Jahren entstanden sind. Aber auch bei den Temperaturen dieser Tage lohnt sich der Besuch, da drinnen ist es, siehe oben, herrlich frisch und angenehm kühl.

DSC_9396

Die Eberstadter Tropfsteinhöhle ist dabei nur der Anfang. In unmittelbarer Nähe haben Höhlenforscher in den vergangenen Jahren gleich zwei weitere Höhlen entdeckt, eine davon ist bereits auf einer Länge von fast dreieinhalb Kilometern erkundet und übertrifft damit die Dimensionen der Eberstadter Höhle deutlich.

 

„Die Befahrung dieser Höhle ist mit erheblichen Strapazen verbunden. Für Besucher ist sie derzeit nicht zugänglich“, heißt es dazu auf der HöhlenHomepage. Was die rasende Provinzreporterin einst natürlich umso mehr anregte, mal einen Blick in diesen Teil der Unterwelt zu werfen. Die Höhlenforscher waren von dem Interesse so begeistert, daß sie flugs einen lustigen kleinen Presseausflug in die neuentdeckte Höhe organisierten.

Hätte ich gewußt, was mich erwartet, hätte ich das Maul gehalten. Es war ein Albtraum, aber ein spannender, zugegeben. Und der einzige journalistische Termin in meiner bisher 25jährigen Karriere, nach dem ich gleich zwei Schnäpse brauchte.

Dabei hätte ich es ahnen können: denn schon gleich am provisorischen Eingang in die Neuentdeckung muss eine Kollegin passen und umkehren: zwei Kilo zu viel auf den Rippen, so kommt man nicht in eine Höhle. Felsspalten und Ritzen sind so eng, daß es anderthalb Stunden lang nur bäuchlingsrobbend vorwärts geht. Irgendwo vor- und irgendwo hinter einem hört man das Schnaufen und Ächzen derer, die mitrobben.

Wer jetzt darüber nachdenkt, in welcher Lage und in welcher Tiefe und mit welchem Felsgewicht über sich er hier durch Mutter Erdes Gebärmutter kriecht, hat verloren. Dann pumpt die Magengrube kleine Panikwellen nach oben, erst schnüren sie Dir den Hals zu und machen das Atmen schwer, dann wird der eingekeilte Brustkorb heiß, der Kopf. Die Höhle hat Dich im Schwitzkasten, in einer Art steingewordener Zwangsjacke, und nahezu bewegungsunfähig musst Du weitere Kraftreserven mobilisieren, um die Panik dahin zurückzuschicken, wo sie herkommt.

Einige Stellen sind so eng, daß man den Anorak ausziehen muß, den dicken Pulli auch, sonst ist kein Durchkommen. Der Fels reibt am Rücken, mal stößt das Kinn, mal der Hinterkopf an den Stein. Hinter manchem Spalt geht es koppheister in die Tiefe, man streckt die Arme noch ein bißchen weiter vor, irgendwann muß ja mal sowas wie ein Boden kommen. Wenn es mal auf allen Vieren statt direkt auf dem Bauch mit seitwärts gedrehtem Kopf vorangeht, sind wir schon froh. Die Kontaktlinsen beschlagen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit (in der man besser nicht darüber nachdenkt, daß man den ganzen Weg ja irgendwann auch wieder zurück muß), nach einer gefühlten Ewigkeit also können wir uns das erste mal aufrichten. Und stehen in einem riesigen Dom, in dem locker ein großes Mietshaus Platz hätte. Der Schlamm ist unberührt, seit Jahrmillionen, die Lichtkegel tasten sich durch die absolute Finsternis, leise tropft es hier und da, an Wänden und Decken wachsen die eigentümlichsten Gebilde. Ästhetik der Unterwelt. Uns bleibt endgültig die Luft weg. Die erheblichen Strapazen sind für einen Moment vergessen.

Nein, ich sehe nicht immer so aus. Im normalen Leben trage ich saubere Kleidung, und manchmal kann ich sogar lächeln.

Als wir nach Stunden wieder aus der Unterwelt auftauchen, ist es inzwischen später Abend, in einer kleinen Holzhütte auf dem Gelände des Steinbruchs gibt es Bratwürste und Schnaps.

Nach diesem Ausflug in die Nachbarschaft genieße ich die Eberstadter Tropfsteinhöhle heute umso mehr. Gut ausgebaute Wege, nur manchmal muß man den Kopf einziehen, ansonsten alles sehr bequem. Auf diese Weise auch die neuentdeckte Höhle auszubauen – undenkbar. Würde vermutlich Millionen kosten. So bleiben Hohle-Stein- und Kornäckerhöhle also für die Öffentlichkeit verschlossen. Und unsereiner gehört zu den ganz wenigen Menschen, die da mal einen Blick in die Erdgeschichte werfen durften. Hat ja auch was.
Insofern bin ich heute froh, daß ich nicht gekniffen habe.

DSC_9401

 

Hier gehts zur HöhlenHomePage.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die gute alte Zeit.

Die gute alte Zeit war ja in der Regel gar nicht so gut, wie wir uns das rückblickend gerne zurechtbiegen, aber manchmal denke ich in diesen Tagen, vielleicht war sie dann doch gut, zumindest besser als diese Welt, wie sie sich uns heute präsentiert, sobald wir in der Zeitung oder in der Glotze oder im Internet nach den Neuigkeiten des Tages suchen.

So gesehen müssen wir ja die Neuigkeiten gar nicht suchen, sie springen uns aus allen Kanälen förmlich an, mit Hass verseucht und mit Blut beschmiert. So beginnt manch ein Tag schon mit einer kleinen bis großen Verzweiflung, und ich ertappe mich dabei, wie ich all diese Kanäle ausschalten und mich mal netteren Dingen widmen möchte, zumindest für einen Moment.

In diesem Sinne wird das hier jetzt ein ganz und gar unbeschwerter Ausflugstipp für alle, die in der Region unterwegs sind und sich mal ein paar nette Stunden gönnen möchten. Ich für meinen Teil werde jedenfalls morgen, am Pfingstmontag, ins Freilandmuseum Gottersdorf gehen und dort in die 50er Jahre eintauchen. Kalter Hund, Käseigel und Petticoat ist da einmal im Jahr das Motto, und ich fürchte, ich werde es ganz herrlich finden.

Das Haus Bär am Rande des Museumsgeländes ist quasi das steingewordene 50er-Jahre-Gefühl, und es ist insofern eine ganz besondere Art der Geschichtsvermittlung, weil viele der Besucher sich mit wohligem Schaudern und Oh nein! und Schau mal, das hatten wir auch! noch allzugut an diese Zeit erinnern und allerlei Anekdoten zum Besten geben. Bei Historikern übrigens heißt es immer, die Fünfziger Jahre seien eine Zeit der Sehnsucht gewesen, und vielleicht sind sie uns ja damit dann doch näher, als wir denken. Ach, was weiß denn ich. 

Für das leibliche Wohl ist jedenfalls bestens gesorgt, wie das bei solchen Veranstaltungen hier immer so schön heißt, es gibt stilecht Käseigel und Kalten Hund und Toast Hawaii, wobei letzteres hier auf den Speisekarten der Odenwälder Gastronomie eigentlich noch völlig normaler Bestandteil ist. Und sicher gibt es irgendeinen pappsüße Bowle zum Trinken, aus bunten Gläsern. Oder Blümchenkaffee. Und Musik aus den Fuffzigern gibt es auch, die vermutlich so schlimm ist, das es schon wieder schön sein wird.

Alles Weitere lesen Sie am besten hier auf der Website des Museums nach, und vielleicht haben Sie ja morgen Lust auf eine kleine Zeitreise. Vielleicht bekommen Sie eine Ermäßigung, wenn Sie mit Pomade im Haar kommen, oder in einem Nyltex-Hemd. Und die Push-Benachrichtigungen für aktuelle News aus aller Welt, die schalten Sie auf Ihrem smartphone am besten vorher aus.

 

 

 

Der Jägerhof.

Ich bin ein grosser Freund klarer Linien und Formen, und je klarer und leerer ein (Wohn-)Raum ist, umso besser. Das lässt sich im wirklichen Leben nicht immer konsequent durchhalten, aber bei uns daheim haben unzählige Möbelstücke unzählige Rollen statt Füße, Sofas, Regale, kleine Tische, große Tische, um bei Bedarf von hier nach da gerollert zu werden, um wiederum an anderer Stelle Platz für Leere zu schaffen.

Diese Übersichtlichkeit hat schon manches mal dazu geführt, dass Odenwälder Besücher uns beim Betreten des Hauses fragen, wann dann die Möbbl g’liefert werre, sie denken an Schrankwände und schweres Polstermobiliar, aber seis drum. Wir fühlen uns wohl, wir haben alles, was wir brauchen, mal steht es hier, mal steht es da, und dazwischen sind Klarheit und Leere.

So war es nur folgerichtig, dass Freunde mich anlässlich meines jüngsten Geburtstages in den Jägerhof nach Kaltenbrunn einluden.

Der Jägerhof ist so eine Art Mischung aus Odenwälder Jurassic Park und Dschungelbuch, man fühlt sich wie weiland Mogli, durch den Urwald streifend, zwischen kindlichem Staunen und Schaudern, oder wie Alice im Wonderland (den Friedhof der Kuscheltiere erwähne ich an dieser Stelle nicht.). Nie weiß man so genau, wer oder was hinter der nächsten Ecke lauern möge. Sind die ausgestopften Tiere wirklich ausgestopft?, oder werden sie Dir im nächsten Moment ins Gesicht springen? Darf ich an der Liane hier ziehen, oder bricht dann der ganze schöne Jägerhof in sich zusammen? Sitzen unter dem Tisch noch Gestalten, und hörst Du nicht leise ein Kichern und Murmeln? Spricht aus den blinkenden Lichterketten nicht ein geheimer Code? Vielleicht der, der die Jurassic-Park-Saurier zum Leben erweckt? Erwacht nicht vielleicht überhaupt all das hier des Nachts zu heimlichem Leben?

Ich wage mir nicht auszumalen, wieviele Stunden ihres Lebens die Dame des Hauses mit der Dekoration der Räume verbringt. Zu jeder Jahreszeit wird das Passende dekoriert, die Ostertage waren noch vergleichsweise harmlos, habe ich mir sagen lassen, an Weihnachten wird es nahezu überirdisch, da kommen Sie dann vielleicht nur noch mit der Machete oder dem Harvester voran.

Auch will ich mir nicht ausmalen, wie Fundus und Lager des Hauses aussehen mögen, aber im Odenwald haben wir ja gottlob Platz genug, und sei es für 2.610 ausgeblasene Ostereier, 382 Häschen, 355 Stoff-Schmetterlinge, 45 Stoff-Sonnen und 1 Stoff-Mond, 89 Lichterketten aller Formen und Farben, 65 Weihnachtsmänner, 17 Nikoläuse, 37 Halloweenmasken, 458 Kürbisse, 2.643 Sternchen, 47 Engelchen, 12.976 Serviettchen, 99 Püppchen, 797 Kügelchen, 4 Tischbrunnen, 32 laufende Kilometer Blätterlianen und 38.000 Plastikschneeflocken.

Am allerwenigsten wage ich mir auszumalen, wie man hier bei einer Familienfeier mit kleinen oder gar halbwüchsigen Kindern jemals heil wieder hinauskommen soll, ohne alles in Schutt und Asche zu hinterlasssen, alles lädt zum Anfassen und versehentlichen-Runterreißen ein, ich stelle mir vor, wie Klein-Pascal hier an irgendeinem Ast, irgendeiner Girlande zieht und dort Tante Elvira unter dem tosend herunterbrechenden Kunststoff-Flieder begraben wird. Wie Wasserfälle – , nein, wie die Niagarafälle rauschen in der entgegengesetzten Ecke des Raumes die Vorhänge von Lichterketten hernieder und reißen blinkend den Patenonkel mit zu Boden, so irgendwie stelle ich mir das vor. Beim Versuch, die Lichterketten und den Patenonkel zu retten, stößt Klein-Pascals Mutter versehentlich an den mannshohen Zimmerbrunnen, woraufhin einhundertzweiundachtzig Osterhäschen und neunundsiebzig ausgeblasene Eier auf und über den Fußboden kullern, während sanft einhundertzwo schneeweiße Daunenfedern durch den Raum schweben. Daraufhin bekommt der 18jährige Cousin von Klein-Pascal einen allergischen Niesanfall, die Wände wackeln, undsoweiter, undsoweiter. Loriot läßt schön grüßen.

To cut a long story short, wie der Odenwälder sagt: Wenn Sie einen Sinn für derlei haben, so oder so, dann müssen Sie da hin, das ist alles wirklich äußerst sehenswert, und die Frau des Hauses freut sich sicher über Komplimente, sie hat zudem aus ihrer Dekoleidenschaft so eine Art Geschäft gemacht, sie können in einem kleinen Lädchen beim Jägerhof auch allerlei Dekokram kaufen.

Und das Allerbeste: Das Essen war vorzüglich, ich kann es gar nicht anders nennen. Gut bürgerlich und frisch vom Schuss, ich hatte ein hervorragendes Wildgulasch, das sich gemeinsam mit hausgemachten Knödeln auf dem Teller türmte, das Arrangement hatte in etwa die Größe des Zimmerbrunnens, es kostete einen vergleichsweisen Spottpreis und war natürlich auch nett dekoriert.

Und das Allerallerbeste: Wenn Sie den Chef zu sprechen bekommen, – also, wenn Sie ihn in all der Dekoration überhaupt finden, zwischen Engelchen, Schmetterlingen, Häschen und blinkenden Girlanden, – wenn Sie ihn in alldem irgendwo erblicken, dann sprechen Sie ihn auf Fritzi an. Fritzi war eine zahme Wildsau, genauer gesagt ein Eber, er liebte den Mann, und der liebte ihn, er hat dazu wirklich herzerwärmende, herzzerreißende, wunderbare Geschichten zu erzählen. Sie können ihn auch nach dem Rehkitz fragen, das er mit der Flasche großgezogen und dann später immer wieder im Wald getroffen und gestreichelt und mit ihm geplaudert hat, nein, es sind wirklich wundervolle Geschichten, ganz ehrlich. Kurzum: Wunderbare Gespräche, wunderbares Essen, herrlicher Abend.

 

Wenn Sie auch mal zum Jägerhof am gefühlten Ende (oder Anfang) der Odenwälder Welt möchten: Hier ist der Link zur Website des kleinen Familienbetriebes. Sie sollten vorher unbedingt anrufen, sagt der Chef, sie haben nicht immer zu den angegebenen Öffnungszeiten wirklich geöffnet, manchmal kommt etwas dazwischen, die Gesundheit, oder der Wechsel der Dekoration oder so. 

 

 

 

Moderne Moderne.

Mit Tipps zu moderner Architektur oder mit Hinweisen auf Ausstellungen international renommierter Künstler kann ich ja im Odenwald eher selten dienen, um es mal vorsichtig zu formulieren, deswegen fahre ich hin und wieder woanders hin, um Sie dann auf dieses oder jenes hinzuweisen. Schließlich ist das hier auch ein Service-Blog, also bitte.

Wenn Sie also demnächst mal wieder irgendwo in Holland unterwegs sind, dann sollten Sie das nigelnagelneue Voorlinden-Museum bei Den Haag besuchen, das liegt völlig in der Pampa und doch sehr zentral, wie ja in Holland eigentlich fast alles. Wenn Sie spannende Architektur und ebensolche moderne Kunst suchen, sollten Sie da wirklich hin.

Drinnen gibt es klassische moderne Kunst zu sehen und moderne moderne Kunst, bei ersterer bin ich noch ganz dabei, bei letzterer hin- und hergerissen zwischen Verarschen-kann-ich-mich-selber und Aha, aha, sehr interessant, hmmm....ähem.  Dabei hatte ich mir wirklich vorgenommen, nicht mit dem Blick der selbsternannten Landpomeranze zu schauen, sondern mit dem ach so geschulten Auge der ach so weltläufigen offenen Berlinerin.

Da stockt das Herz der Hühnerhalterin. Ich habe mich beherrschen können, mal dagegenzutippen.

1000 bunte Brokkolihälftenstempeldrucke

In diesem Zusammenhang muss der Künstler der aktuellen Sonderausstellung genannt werden, Martin Creed, immerhin Turner-Preisträger, und damit eine ganz heiße Nummer in der Szene. Einer seiner künstlerischen Leitsprüche steht auch auf hübschen Stoff-Täschchen, die Kunstinteressierte im Museumsshop erwerben können, um sie dann bei der nächsten Vernissage unauffällig in die Kameras der anwesenden Kultur-Reporter zu halten. Oder um damit Brokkoli auf dem Markt für den nächsten VHS-Kunstkurs zu kaufen, was weiß denn ich: Art is shit. Art galleries are toilets. Curators are toilet attendants. Artists are bullshitters. Wie das jetzt mit der – bereits mehrfach auf internationalen Schauen gezeigten – Klosettpapierrollenpyramide zusammenzubringen ist, weiß ich aber auch nicht.

Ich habe mich aber nach wenigen Metern in diesem Teil der Ausstellung entschieden, das alles nicht gesellschaftskritisch oder auf der Metaebene interpretieren zu wollen, wie ich es ja sonst eigentlich immer und überall tue, Landpomeranze hin oder her, sondern die Sache mit Humor zu nehmen, man kommt auf diese Weise wirklich auf seine Kosten und am Ende mit einem breiten Grinsen aus dem Museum heraus, das ist doch was.

Keine Frage der Perspektive – die Dame mit den roten Hosen ist extrem nah an dem Paar dran.

Keinesfalls auslassen sollten Sie in der ständigen Sammlung den Koloss von Richard Serra, open ended, ich nehme ja an, der steht dauerhaft da, ich habe mich dabei erwischt, wie ich darüber nachdachte, mit was für einem Gerät sie das Teil hier wohl hineinmanövriert haben, mit einem Lanz oder einem JohnDeere oder einem Schollkran, und ich habe heimlich nach Schweißnähten und Spuren auf dem Fußboden gesucht, alles leider vergeblich, es ist und bleibt ein Rätsel.

Vielleicht wurde das Museum auch drumrum gebaut, möglich wäre das, und verdient hätte das Stück es allemal. Sie ahnen, ich bin ein großer Serra-Fan, wenn Sie mal einen treffen, grüßen Sie ihn und verlaufen Sie sich nicht darin, es ist nicht ganz einfach, cool zu bleiben, wenn man zu Anflügen von Beklemmungen neigt, aber ich habe ja wieder herausgefunden, sonst könnte ich das hier ja gar nicht schreiben.

Und nun stellen Sie sich bitte einen solchen Serra mal auf einem grünen Odenwald-Hügel vor, mit weitem Blick ins Land, das wäre wie ein Paukenschlag und ein Tourismus-Kracher noch dazu. Die Leute kämen in Scharen, glauben Sie mir. Serra zieht immer. Oder gleich ein ganzes Museum, ein richtig feines? Warum bauen reiche Privatiers dauernd Museen in Holland und sonstwo, aber nie im Odenwald? So richtig cool, mit einem Skulpturenlandschaftspark drumherum? Das wäre mal was. Aber ob die Odenwälder da mitziehen? Ich werde mich mal darum kümmern müssen.

 

 

 

Ortstermin.

Wir wollten mal wieder ins hessische Ausland, und wir wollten mal wieder auf einen schönen Wochenmarkt, und so hat es uns nach Hirschhorn verschlagen, zur Perle am Neckar. Gut, das mit dem hessischen Ausland hat ohne Probleme und Grenzkontrollen funktioniert, das mit dem Wochenmarkt war eher eine gewisse Pleite, oder wir hatten mal wieder was Falsches erwartet, das kommt hierzulande manchmal vor.

Der Wochenmarkt ist übersichtlich, wie auf dem Lande leider häufig üblich, das Städtchen ist es auch. Aber hübsch. Sie sollten sich aber besseres Wetter heraussuchen. Und ich werde das nächste mal nicht nur das smartphone, sondern eine echte Kamera bemühen.

 

 

 

Wirtschaftsflüchtlinge.

Die Geschichte des badischen Odenwaldes ist auch eine Geschichte der Wirtschaftsflüchtlinge. Ja, das Wort kommt einem doch verdammt bekannt vor, nicht nur von damals, und nicht nur in diesem Landstrich, der seinem Beinamen Badisch-Sibirien eben durch die Jahrhundert hinweg alle zweifelhafte Ehre gemacht hat.

Die Böden schlecht, das Wetter auch, die Leute hatten nichts zu beißen und machten sich dann auf den Weg in die sogeannte Neue Welt, rüber, nach Amerika. Zu Hunderten. Zu Tausenden. Manche freiwillig und auf der Suche nach dem Glück, manche eher gegen ihren Willen. Manche sind da drüben froh und reich geworden, andere hat das Heimweh schier zerissen, man kennt das ja.

Vom Schicksal dieser Odenwälder Wirtschaftsflüchtlinge erzählt am kommenden Wochenende das Gottersdorfer Freilandmuseum noch mal sehr lebendig. Living history nennt sich das Ganze, eine Mischung aus Geschichtsunterricht und Schauspiel, die Besucher tauchen ein in arme Zeiten und erleben alles hautnah mit und finden sich plötzlich wieder als Teil der Geschichte. Ein Ansatz, den ich durchaus spannend finde. Was genau da so abläuft, können Sie hier auf der Webseite des Museums nochmal nachlesen, ich kann Ihnen den Besuch nur sehr empfehlen. Das Wetter soll zwar etwas gräßlich werden, aber dann bekommen Sie umso mehr eine Ahnung, wie das damals hier so war, in der guten alten Zeit im Odenwald. Außerdem wird sich vieles in den Häusern des Freilandmuseums abspielen, da werden Sie dann auch nicht naß.

Und wenn Sie dann schon da sind, sollten Sie ein paar Meter außerhalb des eigentlichen Museumsgeländes das Haus Bär begucken, von den Wirtschaftsflüchtlingen zum Wirtschaftswunder, sozusagen. Im Haus Bär nämlich geht es um die 50er Jahre im Odenwald, da macht man sowas wie eine Zeitreise in das eigene Familienfotoalbum, selbst, wenn man nicht vom Lande ist. Und dauernd rufen aus allen Räumen Besucher Nein! und Guck mal da, das hatten wir ja auch! und Gott, wie häßlich, und das fanden wir mal schön?! und man hört allerlei spitze Schreie, eine Mischung aus Entzücken und Verzweiflung. Ein Besuch im Haus Bär ist also eine wahre Wonne, auch das kann ich Ihnen nur ans Herz legen.


So. Und nun sagen Sie nicht, Sie hätten keine Ahnung, was Sie mit dem bevorstehenden Wochenende anfangen sollten. Also bitte.

Und warum ich Freilandmuseen und so Zeug inzwischen wirklich schätze, können Sie hier nochmal nachlesen.

 

 

 

 

Ein Kriegserlebnis.

Ich hatte neulich ein Kriegserlebnis, mitten im Wald. Das mag nun etwas merkwürdig klingen, im Jahr 2016, tief in der deutschen Provinz, aber es fühlte sich so an. Und es war einer dieser Momente, wo einem plötzlich etwas ganz glasklar wird, wo man etwas tatsächlich spürt, was man bislang zwar im Kopf gewußt, aber eben nie so richtig erfahren hat. Sie können diese Geschichte jetzt lächerlich finden oder nicht, vielleicht ist sie tatsächlich lächerlich, aber ich wollte sie nun doch loswerden.

Ich war da also unterwegs in einem Wald bei Altheim, das gehört zu Walldürn, und die Leute hier legen Wert darauf, dass sie nicht mehr zum Odenwald gehören, sondern zum Bauland, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Jedenfalls hat der Altheimer Heimatverein einen kleinen Lehrpfad angelegt, hier im lauschigen Wald, einen Pfad, der mehrere Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg miteinander verbindet.

bomben1

Die Bombenabwürfe über dem Wald bei Altheim sind mehr als 70 Jahre her, das ist nun wirklich eine lange Zeit, und tatsächlich sind die Bombentrichter so gesehen reichlich unspektakulär. Ein Zeitzeuge hatte den Heimatverein auf die Idee gebracht, die Bombentrichter dennoch wieder zugänglich zu machen; jener Mann war am 9. September 1944 als Kind auf den Altheimer Feldern unterwegs gewesen, als sich von Richtung Mannheim/Ludwigshafen dröhnend und brummend um die 500 Kriegsflugzeuge näherten, Bomber und Jagdflugzeuge.

Die Amerikaner hatten den Rangierbahnhof in Mannheim bombardiert und waren nun auf dem Rückflug. Irgendwas bewog sie, Ladung abzuwerfen, übriggebliebene Bomben, die beim Flug nur Ballast waren. Also ließen sie die Bomben fallen, bei Altheim, über dem Wald.

All das hat der Heimatverein akribisch recherchiert und dokumentiert, zunächst etwas widerwillig, dann mit steigendem Interesse und Begeisterung, und nun ist also in vielen freiwilligen Arbeitsstunden der kleine Lehrpfad entstanden, 70 Jahre nach dem Kriegsgeschehen. Am Startpunkt gibt es eine kleine Tafel, da ist von Krieg und Frieden die Rede, und davon, wie wichtig der Frieden auf der Welt ist, so pädagogische und irgendwie rührende Sätze auch für Kinder und für Jugendliche, naja, man kennt das ja.

Da oben bin ich also unterwegs an einem herrlichen Nachmittag, die Sonne blitzt durch die noch grünen Buchenblätter, die Vöglein piepsen, ein Specht hämmert wild auf einen toten Stamm, sonst hört man nichts im Wald. Ich laufe die elf freigelegten Bombentrichter ab, entdecke zwischendurch im Unterholz noch andere. Große runde Krater in der Erde, vielleicht fünf oder auch mal acht Meter im Durchmesser. Tiefe, aber unscheinbare Löcher, aus denen inzwischen die Bäume herauswachsen, an denen man vermutlich achtlos vorbeigegangen wäre, wenn man nicht wüsste, was es ist.

bomben2

Nah beieinander liegen die Trichter, so nah, dass man von einer Kraterlandschaft sprechen könnte. Und plötzlich sehen die Löcher für mich aus wie überdimensionierte Narben, wie in den Waldboden geschlagene riesige Wunden. Die Vöglein piepsen, der Specht hämmert weiter, es könnte nicht friedlicher sein, und ich gehe von einem Krater zum nächsten, schaue hinab in die Löcher und spüre förmlich die Kräfte, die hier und anderswo gewütet haben müssen. Die Zerstörung, die Wucht, die Gewalt, all das ist plötzlich wie in einem Brennglas zu erkennen, hier im spätsommerlich warmen Wald. Und irgendwie bin ich ehrlich ergriffen, das ist ein peinliches Wort, aber mir fällt nun kein besseres ein, der tiefe Friede um mich herum, die piepsenden Vöglein, das raschelnde Laub, der Specht – und die Krater.

Und ich denke darüber nach, dass ich natürlich dauernd ganz entsetzliche Bilder von Kriegen und Bombenangriffen sehe, es gibt ja weiß Gott genug davon auf der Welt, jeden Tag, in jeder Zeitung, auf jedem Kanal, und ich denke an die syrischen Flüchtlinge, von denen ich dieses und jenes gehört habe an grauenhaften Geschichten, die mir allesamt nachgehen. Und die mir doch, so scheint es mir plötzlich, ferner bleiben als diese paar uralten Krater im Wald.

Es gibt da wohl eine psychologische Erklärung, so sagt eine Freundin, und sinngemäß geht die ungefähr so: was ich im Fernsehen sehe, oder auf Bildern, das tägliche Grauen, das wird mir alles durch einen Filter vor Augen geführt, ich erfahre das alles gottlob nur aus zweiter Hand. Mit den Berichten der Flüchtlinge ist es dasselbe, ich bekomme etwas erzählt, aber ich erfahre es, wieder gottlob, nicht selber, ich fühle es nicht in seiner wahren Dramatik.

Und da stolpere ich also durchs Unterholz irgendwo in der süddeutschen Provinz und gehe über den neuen Lehrpfad eines klitzekleinen Heimatvereins und bekomme eine tatsächliche, fast körperliche Ahnung, wie das war und was das ist: Krieg, Zerstörung, Gewalt.

Vielleicht ist das tatsächlich lächerlich, wer weiß das schon. Sie können es ja selber einmal testen, wenn Sie das nächste Mal in der Gegend sind. Dann fragen Sie in Altheim einfach nach dem Lehrpfad am Noledorn und gehen Sie auf eine kleine Zeitreise ins Jahr 1944. Vielleicht macht Sie das noch ein bisschen sensibler für das Heute. So war es bei mir jedenfalls.

 

 

 

Ein Tipp.

Wenn Sie für morgen, Sonntag, noch nichts vorhaben und irgendwo in der Region wohnen, dann könnte ich Ihnen einen Ausflug ins benachbarte Wagenschwend empfehlen. Das ist jetzt nicht wirklich der Nabel der Welt, also nicht vergleichbar mit Barcelona oder München, aber dafür eben umso beschaulicher. Und das Museumsfest in Wagenschwend eines der nettesten Feste weit und breit, so sagt man mir zumindest.

dav

Ich muss gestehen, dass ich da selber noch nie war, bei einem dieser Feste, Asche auf mein Haupt, irgendwas kam immer dazwischen. Aber diesmal bin ich ganz bestimmt dabei, ich habe nämlich vor einiger Zeit eine Beitrittserklärung für den Museumsverein unterzeichnet, solche Arbeit muß man schließlich unterstützten. Ich war mein Lebtag noch nicht Mitglied in irgendeinem Verein, das wurde nun mal Zeit. Und dass ich seit 15 Jahren Mitglied bei der Buchener FG Narhalla bin (ja, da staunen Sie), das verschweigen wir an dieser Stelle, weil ich mich nicht mehr erinnern kann (und selber staune), wie das wohl zustande kam. Aber austreten gehört sich nicht, Brauchtum undsoweiter, naja, Sie wissen schon.

Jedenfalls bin ich auch im winzigen Wagenschwender Museum gerne Mitglied, die machen eine tolle Arbeit da, vor und hinter den Kulissen, und dem Chef sind wir inzwischen von Herzen sehr verbunden. Und morgen also wird gefeiert, da gibt es allerlei zu sehen und zu lernen und zu trinken und zu essen.

dav

Der alte Stein-Ofen war heute vormittag schon angeheizt, die ersten Brote sind gebacken, sie können gekauft oder auch gleich verzehrt werden. Ich habe sowohl als auch, heute mittag schon.

dav

Ich habe da also heute schon ein bisschen rumgestanden und den Vereinskollegen bei den Vorarbeiten zugeschaut und schlaue Reden geführt und zwei, drei Handgriffe geholfen und mich einweisen lassen. Morgen bin ich nämlich eingeteilt zum Soße schöpfen für die Gäste, das ist eine wirklich verantwortungsvolle Aufgabe für so ein Neumitglied wie mich, und man sieht daran, dass ich so langsam ankomme in der Dorfgemeinschaft. Bratwurstsoßeschöpfen als Initiationsritus, ich hoffe, ich bestehe das. Ich meine, sind wir doch mal ehrlich: die Soße auf das Kraut statt auf die Wurst, oder auf die Wurst statt auf die Schupfnudeln, da heulen die Kinder und murren die Väter, man kennt das von sich selber, da ist das ganze Fest doch schon gelaufen. Eben. 

dav

Also, langer Rede kurzer Sinn: Ich gebe mein Bestes, und Sie kommen halt mal vorbei, wir wollen schließlich Spaß haben und Geld verdienen, beides kann so ein Museum auf dem Dorfe gut gebrauchen. Das mit Ihrer Soße auf den Würsten kriegen wir dann auch noch hin. Und außerdem ist ein Imker da mit Bienen und mit Honig, einer macht Most, und und und, und Kinderschminken gibt es auch, falls Sie darauf besonders spekulieren. Und natürlich gibts das kleine, liebevoll gemachte Museum vom Keller bis zum Dach, alles voller Erinnerungen und Funden aus der guten alten Zeit, die gar nicht immer nur so gut war auf dem Lande.

dav

Also: Sonntag, 11 bis 18 Uhr in Wagenschwend, das gehört zu Limbach, Ihr Navi weiß dann schon bescheid. Und Limbach (Baden), nicht Limbach-Oberfrohna, falls Sie von weiter weg hierherkommen und Ihr Navi fragen sollte. Is klar. Und hier können Sie nochmal im Internet zum Museum nachlesen.

Hier im Blog haben wir auch schon manches mal über das Engagement des Museumsvereins berichtet, unter anderem über die Forschungen rund um eine polnische Zwangsarbeiterin, die in Wagenschwend erschossen worden war, 1945. Und zuletzt darüber, wie die Geschichte weiterging, hier können Sie das nochmal nachlesen, beachten Sie da auch die Kommentare. Und den Hinweis auf das Büchlein, das können Sie beim Fest natürlich kaufen. 

 

 

Sommerfrische.

Zur ärztlich verordneten Sommerfrische gehört auch ein Kulturprogramm, ja, das hätten Sie nun nicht gedacht. Ich auch nicht. Aber das gibt mir die Gelegenheit, Ihnen einen kleinen Ausflugstipp zu offerieren. Außerdem gibt es mir die Chance, mich in Ruhe und Geduld zu üben, das hauseigene Internet fordert da alles vom Benutzer, Sie dürfen sich das in etwa vorstellen wie die digitalen Zustände in belgisch-Kongo, aber wir wollen nicht maulen. Oooooom.

DSC_5146_2062

Wie dem auch sei, ich war also in Wissembourg und kann das nur empfehlen. Kennwa, warnwa schon, alles voller doofer Touris. Ja, ja, ja, das ging mir ganz genauso, aber hinterher war alles anders, wie so oft im Leben.

DSC_5179_2027

Das Geheimnis liegt im Stadtführer, das klingt nun furchtbar spiessig, erwies sich aber als sehr sinnvoll, so ein Mensch zeigt einem ja Ecken und Kanten, die man ohne ihn niemals entdeckt hätte, und die ersten zwei Stunden hätte ich schwören können, ich sei noch nie in dieser kleinen Stadt gewesen.

DSC_5183_2028

Spiessig hin oder her, Sie sollten sich das angewöhnen, erstmal mit einem begeisterten Ortskundigen neue Orte zu erkunden. Ich könnte Ihnen inzwischen die tollsten Geschichten aus Wissembourg erzählen, und Ihnen an die 490 Fotos zeigen, wie weiland Onkel Karl bei den beliebten Dia-Abenden für die Familie, allein, das belgisch-Kongo-Internet, Naja, Sie wissen schon. DSC_5165_2046

DSC_5155_2068

DSC_5143_2061

Stay tuned. Sagt man ja so.
 

 

 

 

Nochn Tipp.

Wenn ich die Großstädter in meiner Twitter-Timeline nicht hätte, ich wüsste schier nicht, wohin an schönen Wochenenden in der Provinz. Es ist nicht zu glauben, tztztztz. In diesem Sinne gibts heute einen Ausflugstipp, den ich von der freundlichen Geschichtenagentin aus der nächsten Großstadt bekommen habe, danke dafür.

image

So war ich also mal rasch in Italien mit meinem Geo, der ja ohnehin dauernd plärrt, er wäre lieber dort als im unwirtlichen Odenwald, schon wettertechnisch undsoweiter. Ein paar Kilometer Richtung Norden gefahren, nach Aschaffenburg, das ist nicht weit von uns und eigentlich schon lang bekannt. Eigentlich, naja, Sie wissen schon. Der italienische Teil Aschaffenburgs war uns gänzlich unbekannt, aber er war die kleine Reise durchaus wert. Die ganze Anlage ist ein Traum und lädt zum Schauen und Verweilen und Lustwandeln ein. Die Fotos hier werden vielleicht auch Sie überzeugen, den Text und die nötigen Infos dazu finden Sie bei der (klick:) lesenwerten Geschichtenagentin.

DSC_3753_1769

DSC_3769_1779

DSC_3768_1778

DSC_3767_1777

DSC_3754_1770

DSC_3759_1773

DSC_3774_1783

DSC_3765_1776

DSC_3775_1784

DSC_3782_1787

DSC_3771_1781

DSC_3761_1774

DSC_3779_1785

Und noch ein Tipp: Gehen Sie da nicht an einem strahlend schönen Muttertagssonntag hin. Es war die Hölle los. Menschen aus aller Herren Länder, vereinzelt sogar Bayern dazwischen. Ein babylonisches Sprachengewirr. Warten Sie lieber auf einen strahlend schönen Werktag.