Unterwegs.

Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen. Also, fast nichts. Nur ein bisschen heutiger Himmel und so Kram. Wann immer ich darüber nachdenke, ob es nicht doch nett wäre, wieder in irgendeiner Altbau-Hinterhofbutze in einer großen Stadt zu wohnen, und dann womöglich wehmütig werde, was natürlich fast nie passiert, also zumindest immer seltener, naja, Sie wissen schon, jedenfalls gehe ich dann zur Haustür raus und glotze in den Himmel. (Und wenn ich für diesen Bandwurmsatz jetzt nicht endgültig die Thomas-Mann-Medaille verliehen bekomme, dann weiß ich auch nicht mehr.)

Was ich eigentlich sagen wollte: Himmel und so Kram hilft immer.

Alle Bilder: Balsbach und Wagenschwend. Heute.

Und das mit der Sonne sieht zwar ganz hübsch aus, ist es aber nicht mehr. Viel zu warm, viel zu trocken. Ich erinnere mich an die seligen Zeiten, als es tagsüber Hochsommer war, und jede Nacht ein Gewitter mit viel Regen im Gepäck herunter ging. Das wärs. Aber auf mich hört ja wieder keiner.

Stadt und Land.

Irgendwann musste es herauskommen. Ich bin ein großer Fan von Frau Merkel, Partei hin oder her, und je näher ihr angekündigter Abschied rückt, desto mehr vermisse ich sie jetzt schon. Man muss das nicht verstehen, es korrespondiert auch so gar nicht mit meinem üblichen Wahlverhalten, aber so isses halt nun mal. Wenn Sie mir eine richtig coole Alternative für den Job da oben im Bundeskanzleramt nennen könnten, dann wäre ich beruhigt. — Naja.— (Eben. Merken Sie selber, oder?)

Symbolbild schon wieder. Heute früh bei Wagenschwend entstanden.
Mein Name ist Hase, und ich weiß auch nicht, wer „Bundeskanzler“ kann.

Also, was ich eigentlich sagen wollte: die Frau Merkel war dieser Tage wieder zu Gast in der Bundespressekonferenz, da sitzen alle wichtigen Journalisten dieser Welt, und ein Haufen solcher, die sich zumindest für wichtig halten, und die dürfen vor der Sommerpause die Frau nochmal mit Fragen löchern. Die kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, es geht einmal quer durch die Bundespolitik, und dann einmal quer durch die ganze Weltpolitik, und Europa, und Gleichstellung und Ost- und Westdeutschland. Ich habe die Mitschrift des ganzen Frage- und Antwort-Gedöns tatsächlich gelesen, was soll man denn sonst machen auf dem Lande, den lieben langen Tag? Sie können das auch tun, dann bitte (klick!) hier entlang. Dort habe ich auch das folgende Zitat entnommen. Was die Frau da allein an Themen-Mengen sachkundig aus dem Ärmel schüttelt, ohne vorher zu wissen, welche Fragen überhaupt gestellt werden, – Hut ab.

Jedenfalls sagte sie in irgendeinem 30-Jahre-Mauerfall-Zusammenhang, wie wichtig es sei, dass Menschen aus unterschiedlichen Regionen sich mehr voneinander erzählen.

Diese Kontakte sind heute also noch genauso wichtig, wie sie es im Grunde vor 30 Jahren waren, aber sie sind an vielen Stellen nie entstanden. Wenn ich zum Europatag in eine Schule in Neukölln gehe, ist Hellersdorf dort immer noch weit weg, und die Befindlichkeiten sind da manchmal ganz unterschiedliche. Da gibt es zum Beispiel Städtepartnerschaften in ganz Europa. Ich habe neulich mit jungen Menschen im Naturkundemuseum diskutiert, und da ging es um die Frage: Mit wem können wir Partnerschaften für das Klima schließen? Da habe ich gesagt: Schließt doch einfach einmal eine Partnerschaft von Berlin nach Vorpommern, denn dort stehen die Windräder, dort sind die Leute sauer, dass die klappern und Krach machen, sie bekommen aber keine Abstandsregelung, und ihr wollt alle Ökostrom; vielleicht sollte man also einmal dieses Gespräch suchen. Solche Dinge sind eben von Wichtigkeit.

Ich meine: Hallo?? Bingo! Auch mal unabhängig von Klima und Windrädern: wieso suchen wir eigentlich immer Partnerschaften in der Ferne? Jede dabbische stinknormale Schule hat heute Partnerschaften mit französischen, englischen, hawaiianischen, chinesischen oder wasweißichwo-Schulen. Vielleicht auch in den ostdeutschen Partnergemeinden. Nicht selten werden die Partnergemeinden aber so ausgewählt, dass sie sich ähneln, irgendwie, Größe, Infrastruktur, das macht ja einerseits auch durchaus Sinn.

Warum denn nicht aber auch Partnerschaften ganz in der Nähe, aber eben doch in sehr unterschiedlichen Regionen? Stadt und Land halt. Mein Lieblingsthema, Sie wissen das. Heidelberg mit Heidersbach. Mannheim mit Mudau. Schwetzingen mit Schweinberg. Oder eben Berlin-Mitte mit Kleinknödelsdorf in Vorpommern, um jetzt auch mal mit den neunmalklugen Alliterationen Schluss zu machen. München-Pasing mit irgendeinem Dorf in den oberbayerischen Bergen. Ganz nah, aber so unterschiedlich, so vermeintlich gegensätzlich, wie’s schlimmer nicht geht. Sie wissen doch, was ich meine, nun stellen Sie sich nicht so an.

Alles im Umkreis von einer guten Auto- oder sogar S-Bahn-Stunde, und trotzdem mitunter Lichtjahre entfernt. Terra incognita. Völlig unbekanntes Gelände. Kann doch nicht sein.

Kann doch nicht sein, dass Schüler aus Heidelberg auf ihrem schicken Smartphone Fotos aus der halben Welt versammelt haben, aber noch nie in einem Dorf im Odenwald waren. Oder umgekehrt. Dass die Bewohner ländlicher Regionen zwar schon auf den Malediven und in Hongkong waren, aber sich auf den Mannheimer Planken wie Falschgeld fühlen. Um nur mal das Mindeste an Desinformation zu nennen. Alles schon erlebt, erzählen Sie mir nichts. Von den Diskussionen über regenerative Energien, siehe oben Zitat Merkel, Landwirtschaft, ÖPNV, Umweltschutz, Ernährung oder Breitband hier mal ganz zu schweigen.

Langer Rede kurzer Sinn: Ihr Lehrer und Ihr Schuldirektoren und Kommunalpolitiker, Ihr Lehrerinnen und Direktorinnen und Politikerinnen, tut Euch doch da mal zusammen und denkt darüber nach. Miteinander sprechen und sich gegenseitig was erzählen, hat die Bundeskanzlerin gesagt, und wer wollte der schon widerstehen? Also, echt jetzt. Gegebenenfalls kann ich die Handynummer von Frau Merkel herausfinden, ich habe da so meine Kontaktpersonen, dann könnten Sie sich das von ihr nochmal genau erklären lassen.

Ende der Durchsage.

Was schön war.

Mit einem wildfremden Menschen zwischen den geparkten Autos ein Gespräch über Gott und die Welt. So intensiv unterhalten wir uns, dass ich die Zeit vergesse, während mein Geo mit dem Essen daheim wartet. Und das will ja was heißen. Mein Gesprächspartner und Vertrauter für zehn Minuten verabschiedet sich mit den Worten Das war sehr schön, vielen Dank dafür, und ich sehe das genauso und bin ganz glücklich und erfüllt. Geht doch, manchmal zumindest.

Ein Symbolbild, von der heutigen Hunderunde mitgebracht.

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Viel Kummer und Sorge und Angst und Schmerz im näheren und weiteren Umfeld. Das ist nicht schön. Aber es führt zu guten und intensiven Gesprächen, dauernd reden wir gut und intensiv, im Freundes- und Bekanntenkreis. Ja, das ist auch irgendwie schön, bei allem Kummer, aller Sorge. Es zeigt, dass Menschen sich dann doch noch auf die existenziellen Fragen zurückwerfen lassen und nicht dummes Zeug babbeln, nur, um das Unheil von sich fernzuhalten. Es ist kompliziert, aber vielleicht wissen Sie, wie ich meine.

Nochn Symbolbild.

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Dann neulich das riesige Fest in den Parkanlagen im Städtchen. Ein einziges Getümmel und Gedränge. Und die Achtjährige (oder Neunjährige oder wasweißich) mit den Storchenbeinen und den bunten Strumpfhosen, die plötzlich vor mir steht, weil sie mich vom Sehen kennt. Wissen Sie, wo meine Eltern sind? Ich habe meine Eltern verloren, ich kann sie nicht mehr finden, sagt sie und gibt sich dabei alle Mühe, das Beben der Unterlippe irgendwie im Zaum zu halten. Ich erkenne natürlich sofort den Ernst der Lage, sehe die Eltern auch nicht auf Anhieb, dabei waren sie vor ein paar Minuten noch da hinten.

Aus pädagogischen Gründen gebe ich die Unbeschwerte, Na, das haben wir doch gleich!, sage ich aufmunternd und befehle dem Kind, sich auf eine Bank zu setzen und sich nicht mehr vom Fleck zu rühren, bis ich die Eltern im Gedränge gefunden habe. Bevor ich sie da sitzen lasse, frage ich mit etwas übertrieben gut gelaunter Stimme Du bekommst jetzt aber noch nicht gleich die Panik, oder?. Sie schaut mich groß an und sagt mit bebender Stimme und bebender Unterlippe Oh, ich fürchte doch! Wörtlich. Genau so sagt sie das, und ich bin auf der Stelle ein bisschen verliebt.

Die Mutter habe ich dann ziemlich schnell gefunden.

*****

Etlichen Menschen geholfen in den vergangenen Wochen. Helfen können. Helfen dürfen. Auf allerlei Art und Weise. Umzüge organisiert, Jobs vermittelt, Möbel geschleppt, hilfreiche Kontakte hergestellt, Ideen entwickelt, Gehör geliehen. Möglich ist das alles nur dank eines ganz großartigen Netzwerks großartiger Menschen um mich herum. Dafür bin ich sehr dankbar. Ohne diese Mit-Helfer könnte ich mir meine ganze Hilfsbereitschaft in die blonden Haare schmieren. Danke! Ihr seid alle großartig. So sei es, und so bleibe es, bis in Ewigkeit, Amen.

Wind und Wetter.

Wir waren heute nachmittag unterwegs, die Frau Lieselotte und ich, und so gesehen haben wir nahezu sämtliche Jahreszeiten durchgemacht. Wir haben gefroren und geschwitzt, sind patschnass geworden, von der Sonne beschienen und vom Winde verweht. Und das alles direkt vor der Haustür sozusagen, für die Fachleute: bei Scheidental, da oben in den Feldern, naja, Sie wissen schon.

Die Rita.

Wenn Sie sehr katholisch sind, oder aber von Beruf Wurst-Hersteller, dann werden Sie Rita kennen. Die Heilige Rita ist nämlich die Schutzpatronin eben jener Wurst-Hersteller und Metzger, ja, da staunen Sie!, ich habe das hier nachgelesen. Und nebenbei ist die Rita zuständig für alle komplett aussichtslosen Anliegen und Unterfangen, das macht sie mir mindestens so sympathisch wie die Sache mit der Wurst.

Jedenfalls war heute Rita-Tag im Rahmen der alljährlichen Wallfahrt zum Heiligen Blut. Nun bin ich ja sehr evangelisch, aber das wollte ich mir doch mal ansehen. Weil es bei der Heiligen Rita auch um Rosen geht, spielen die im Hochamt eine gewisse Rolle, 3.700 (dreitausendsiebenhundert) frische Rosen werden in der Basilika gesegnet und verteilt, und am Ende fallen aus einem runden Loch in der Kuppel gefühlte 3 Mio getrocknete Blütenblätter heraus.

Beides gilt es zu ergattern, habe ich mir sagen lassen, und so geht es im Gottesdienst zwischendurch ausgesprochen bewegt und munter zu. Die Kirche ist gerammelt voll, besonders viele Frauen sind da, junge, alte, die Leute hocken auf Altarstufen und Kniebänken, viele haben Taschen oder Rucksäcke dabei, und das alles ist so gar nicht, wie man sich einen ehrwürdigen Gottesdienst vorstellt.

Zeitweise kommt es mir vor wie in einer Markthalle, im besten Sinne, es ist ein freundliches Drängen und Schieben, die Masse wogt Richtung Altar und zurück, vorbei an den riesigen Rosensträußen. Die Gesänge und Gebete aus mehr als 1000 Kehlen lassen das Kirchenschiff vibrieren, und die Orgel donnert dazu. Vom Himmel fallen die Rosenblätter, Frauen laufen durcheinander und bücken sich und sammeln hurtig die Blüten. Ehrenamtliche sorgen dafür, dass das Durcheinander nicht allzu unübersichtlich wird, wie Verkehrspolizisten in weißen Gewändern lotsen sie die Gläubigen hierhin und dorthin. Es ist ein frommes Gewimmel, und ich bin begeistert. Ja, da staunen Sie schon wieder. Ich staune auch.

So Frauen-lastig es in den Kirchenbänken zugeht, so Männer-lastig ist es vorne am Altar, aber das ist ja nun nichts Neues. Bedauerlich trotzdem. Die katholische Kirche ist da bekanntlich noch ein bisschen hinterher. Aber die Inszenierung mit den Blütenblättern, nee, also ehrlich, die hat mich beeindruckt und fast ein bisschen neidisch gemacht. Sowas haben sie ja drauf, die Katholiken, das muss man ihnen lassen.

Falls Sie das nochmal als Foto-Video-slide-Show sehen wollen, bitte sehr, ich habe da mit einem neuen Programm herumgebastelt und erste Schritte unternommen. Nur mal so als Testballon. Und die segelnden Rosenblätter habe ich auch ganz kurz einfangen können.

Und hier können Sie nochmal nachlesen, was es überhaupt mit der ganzen Wallfahrt auf sich hat. Die können Sie sich ja mal für nächstes Jahr notieren. Die aktuelle geht nämlich am Sonntag zuende.

Hallo, DSGVO: Ich habe keinen der hier Abgebildeten um Erlaubnis für die Veröffentlichung gefragt. Sollte sich da jemand wiederfinden und gegen die Veröffentlichung Einwände haben: Bitte unverzüglich bei mir melden, ich werde die entsprechenden Bilder dann selbstverständlich umgehend löschen.

Zu Hilfe.

Am Straßenrand im Dorf stand mit laufendem Motor ein riesiges Auto mit auswärtigem Kennzeichen, am Steuer eine winzige Frau. Und hintendran (also am Auto, nicht an der Frau) ein Anhänger, ganz offensichtlich voller lebender Tiere. Landpomeranzen Fachleute wie ich erkennen das direkt an der gleichmäßig durchlöcherten Hänger-Plane. Ja, da staunen Sie.

Jedenfalls stand die kleine Frau in dem riesigen Auto da herum und blickte ratlos auf ihr Handy, da hält unsereiner natürlich an und kurbelt das Fenster herunter.

Sie suchte den Kunden, der bei ihr zwar ein halbes Dutzend Legehennen bestellt, aber keine genaue Adresse angegeben hatte, nur eine Telefonnummer, und der sich nun aber tot stellte oder den Termin vergessen hatte, oder die Hühnerlieferantin hatte eine falsche Nummer notiert, oder wasweißich. Jedenfalls gurkte ich am frühesten Morgen mit dem riesigen Auto und der kleinen Frau im Schlepptau durch das halbe Dorf, die Hühner hinten piepsten vermutlich verwundert, wir hielten hier und dort und fragten diesen und jenen, ob er wohl wisse, wo die Hühner abzuliefern seien. Alles noch lange vor Acht am Morgen.

Die Frau war ratlos und genervt, und ich sah aus wie die berühmte Muhme Iffendiffen, wie eigentlich jeden Morgen um die Hunderunden-Zeit, in einer Mischung aus Schlafanzug und Hundeklamotte, ungewaschen, ungekämmt; und am Ende merkte ich, dass ich sogar den Pulli auf Links trug. Wie aus irgendeiner TV-Horror-Comedy-Serie entsprungen sah ich wohl aus. Das tat unserem gegenseitigen Einverständnis aber keinen spürbaren Abbruch, die Frau ließ sich jedenfalls nichts anmerken, wir suchten und suchten und gaben es am Ende auf.

Dass sie soviel Hilfsbereitschaft erfahren durfte, begeisterte die Frau dennoch über die Maßen, noch dazu von einer unmöglich aussehenden, ungekämmten Person mit wirrem Haar und linksgedrehtem Pulli und zwei kläffenden Kötern im Auto.

Jedenfalls bedankte sie sich überschwänglich, trotz der Erfolglosigkeit, ach, wie kann ich das jemals wieder gut machen?, fragte sie wieder und wieder, und ich behauptete, a) dass wir das auf dem Dorf hier immer so machen, weil hier alle Menschen furchtbar nett und hilfsbereit sind, und riet ihr, dass sie b) doch einfach das, was sie heute von mir erfahren habe, weitergeben möge, an den nächsten Hilfe- oder Ratsuchenden. Wir knüpfen einfach ein weltweites Band der Hilfsbereitschaft! rief ich ihr pathetisch hinterher, als sie unverrichteter Dinge mit den Hühnern auf dem Hänger zum nächsten Kunden fuhr, und nun hielt sie mich vermutlich endgültig für komplett durchgeknallt. Aber vielleicht habe ich da ja auch was ganz Großes angestoßen. Jawohl.

Blau machen.

Rund ums Dorf machen die Landwirte blau. Mit riesigen Flächen voller Phacelia Bienenweide. Kennen Sie nicht? Können Sie hier nachlesen, was es damit auf sich hat. Ich musste das gleich mal filmen (lassen), weil der Anblick bei Sonnenschein gigantisch ist.

Unter den Phacilias verbergen sich noch allerlei andere Pflanzen, die nach und nach das Licht der Welt erblicken. Erste Sonnenblumen habe ich im Blau entdeckt. Wenn die sich durchgekämpft haben, mache ich das nächste Filmchen. Da müssen Sie durch, es hilft ja alles nix.

WMDEDGT.

Heute ist schon wieder der Fünfte eines Monats, liiiiiebe Leute, das Jahr eilt voran, und wir hetzen hinterher. Bald ist es gleich wieder Dezember, und ich habe immer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen. Na, seis drum.

Jedenfalls will heute vermutlich wieder die freundliche Nachbarbloggerin wissen, was wir den ganzen Tag so machen. Tagebuchbloggen. Ich bin dabei, wie fast jeden Monat. Bitte sehr.

Ein gänzlich unspektakulärer Freitag auf dem Lande. Freitag ist bei mir Frei-Tag, trotzdem erstmal das übliche Programm. Rausgehen mit den Hunden in aller Herrgottsfrühe, Forellen füttern am See, Natur und Stille genießen, dann Katze und Hühner versorgen und den ersten Kaffee mit dem Gatten genießen, naja, Sie wissen schon.

Dann putzen. Ja, das Jahr war wieder rum, haha. Aber immerhin hält die Sauberkeit bei uns im Hause bis zu 24 Stunden, bei trockenem Wetter sogar bis zu 36. Wollmäuse aus Katzenhaar jetzt nicht mit eingerechnet.

So. Und dann? Was tun? Frei-Tage sind manchmal schwierig zu füllen, wenn nach einer halben Woche Rennerei in Höchstgeschwindigkeit plötzlich nichts mehr zu tun ist. Jedenfalls nichts Dringendes. Das Einfach-nur-da-Sitzen will gelernt und geübt sein. Ich bleibe dran, versprochen.

Am Mittag nochmal zum See, die Hunde springen lassen. Inklusive Gasthund. Alle drei zeigen mir einen Vogel und drohen mit einem Hinweis an die Tierrettung. Springen? Bei der Hitze? Du hast sie wohl nicht alle. Also liegen wir einfach nur herum und genießen schon wieder die Natur und die Ruhe. Wir schauen den Forellen beim Sonnenbaden zu, und zwischendurch springe dann wenigsten ich herum, im eiskalten Wasser des Sees, anders als springend und keuchend ist es da drinnen nämlich gar nicht auszuhalten. Die Hunde glotzen verständnislos vom Ufer aus.

Später eine Verabredung mit einer Drohne. Also, besser gesagt, mit dem Drohnenbesitzer. Kleine Foto- und Drohnentour quer über die Felder, blauer Odenwald-Lavendel all over the place, naja, Sie wissen schon. Zumindest wenn Sie in den vergangenen Tagen hier mal die Fotos angeschaut haben. Mal gucken, wie das von oben beim Drüber-weg-Fliegen aussieht. Stay tuned, wenn das was wird, werden Sie sich die Ergebnisse hier anschauen müssen können.

Und dann sind da noch die Freunde im Städtchen, die gestern mit Entsetzen feststellen mussten, dass sie für heute abend noch nichts vorhaben. Ein Zustand, der mit unserer Hilfe schnellstens geändert werden muss. Also gemeinsames Abendessen im Garten im Städtchen. Und weil wir ja nicht nur spontane, sondern auch vorbildliche Gäste sind, (und die Gastgeber kleine Kinder haben und nebenbei aktuell einen Umzug vorbereiten), bringen wir das gesamte Abendessen mit. Take-away de luxe. Ich sags ja nur. Und jetzt kommen Sie bloß nicht auf die Idee, uns deswegen einzuladen. Wir machen das nämlich nicht bei jedem Besuch.