Boxershorts, die über Zaunpfählen hängen.

24. November 2023

Das Wetter bleibt grau, es stürmt, und es regnet erste Schneeflocken, die zäh an der Windschutzscheibe heruntersacken, während ich durch die Gegend fahre. Man fährt ja eigentlich dauernd durch die Gegend, wenn man auf dem Lande lebt. So richtig öko ist das nicht, aber Naja, Sie wissen schon.

Jedenfalls stellt sich heraus, dass ich nach all den Jahren leider noch immer nicht alle landwirtschaftlichen Gepflogenheiten und Techniken kenne. Boxershorts, die über Zaunpfählen hängen. In gleichmäßigem, ab-gemessenem Abstand, – oder sollte ich sagen in angemessenem Abstand, sie hängen da an den Zaunpfählen rund um eine Christbaumplantage und geben mir ein Rätsel auf. Der Zaun schützt die Plantage, aber wovor schützen die Boxershorts? Ich kenne Unterbodenschutz, aber Unterhosenschutz ist mir neu. Was wollen uns die ollen Buxen sagen?

Geht von den Unterhosen vielleicht eine Art Bann aus, ein Zauber, eine Magie? Halten sie Rehwild und andere Tannendiebe fern? Oder sind die Herrenschlüpper ein Geheimcode, ist die Christbaumplantage vielleicht nur eine Tarnung, spielen sich hinter den Zaunpfählen und zwischen den Tannen ganz andere Dinge ab? Ich lese zu viele Polizeiberichte, und es bleibt rätselhaft. Aber so hat man wenigstens was zu denken, was soll man an einem Freitag mit Sauwetter auch sonst machen auf dem Lande.

A propos Polizeibericht: Damit auch die Nachbarn im Dorf was zu denken haben, parkte heute vor unserer Haustür ein Streifenwagen der Polizei, und ich denke, damit haben wir Gesprächsstoff für die kommenden Tage genug geliefert. Es war aber alles ganz anders, und hatte auch nichts mit Boxershorts, die über Zaunpfählen hängen zu tun. Es war quasi ganz privat, der Herr Schutzmann wollte auf seiner Streife nur mal Hallo sagen, weil er ohnehin am Haus vorbeikam und doch unbedingt (Klick!) das Büchlein kaufen wollte, das der Gatte und ich gestaltet haben. Solche Überfälle sind uns recht.

Im Übrigen steht auch in Baden-Württemberg ganz oben auf der Agenda der Landesregierung der Bürokratieabbau, und deswegen gibt es ab 2025 ein Kuchen-Gesetz, mit dem sich insbesondere Schulen werden auseinandersetzen müssen. Ja, so habe ich auch geguckt, (Klick!) hier kann man das alles nachlesen. Odenwälder Mütter sollten das auch genau studieren, es gibt zu dem entsprechenden Schreiben der Landesregierung an die Schulen angeblich auch einen 60-seitigen Anhang, den kann man (frau) ja mal vor dem Schlafengehen lesen. Oder vor der nächsten Kuchenaktion in der Schule, dauernd sind hier irgendwo irgendwelche Kuchenaktionen, und Odenwälder Mütter sind die vielleicht eifrigsten, begeistertsten und auf jeden Fall besten Kuchenbäckerinnen der Welt. Ich muß das neidlos anerkennen.

  • 11 Kommentare
  • Gina 24. November 2023

    Guten Abend, wann kommt denn bitte schön die Aufklärung bezüglich der Boxershorts 😗? Es klingt sehr spannend 👃!

  • Gabriela 24. November 2023

    Tatsächlich sind mir – die ja auch auf dem Lande lebt – derartig verzierte Zaunpfähle noch nicht begegnet. Ich fände es spannend hier im Blog zu lesen, ob sich einer der ‘Architekten’ oder ‘Künstler’ oder ‘Landwirte’ oder … , deren Werke wir da per Bild übermittelt bekommen, meldet und zur Auf-Klärung beiträgt.
    Danke und schöne Grüße!

  • Andrea 24. November 2023

    Auch ich reihe mich in die Schlange der Wissbegierigen ein – was mag es mit den Boxershorts an Zaunpfählen nur auf sich haben?

    Ganz herzliche Grüße von der stürmischen Nordsee

    Andrea (früher aus dem Sauerland)

  • M.Krämer 24. November 2023

    Ja,warum hängen die Boxershorts da? Ich habe die in meinem 70jährigen Leben noch nicht gesehen und wohne mit Unterbrechungen schon immer hier.Wann kommt die Aufklärung?

  • Hauptschulblues 24. November 2023

    Ja sowas!

  • Roswitha 24. November 2023

    die kuchenverordnung ist sicher der diesjährige faschingsauftakt. falls sie ernstgemeint ist, muss man dringend menschen aus dieser behörde abziehen zu kollegen/-innen. es gibt jede menge stellen, in denen bestehende vorschriften fast zum kollaps führen, da brauchen wir keine neuen erfindungen. hellen wahnsinn nennt man das, er verdunkelt jedes gemüt.

  • C Stern 25. November 2023

    Was Beamten so alles einfällt – jetzt auch noch den Kuchenverkauf kompliziert machen!
    In meiner früheren Tätigkeit gab es institutionsabhängig interne Anweisungen, dass keine gekauften Kuchen und Torten mehr angenommen werden durften, wegen der Inhaltsstoffe: Es gab auch oft sehr spannende Reaktionen bei unseren Versuchen, Eltern zu erklären, dass “Kirschwasser” Alkohol ist. In der Corona-Zeit wurden dann Feiern ohnehin nicht gestattet, also gab es auch keine selbstgemachten Kuchen.
    Ich glaube ja, die Kuchenverordnung ist kein Faschingsscherz. Leider! Sie mutet allerdings unglaublich an!

    Die mit Boxershorts verzierten Zaunpfähle sind echte Hingucker – vielleicht werden Reviere von den Christbaumbauern auf diese Weise gemarkt? – Unterhosenschutz *schmunzel*
    Gäbe es diese Beweisfotos nicht, Frau könnte es fast gar nicht glauben ;-)) Ich bin sicher, wenn es Hinweise zu diesem “Brauch” gibt, werden wir sie hier nachlesen können.

    Eine gute Zeit mit erstem Schneetreiben und weiteren freundlichen Besucher*innen wünsche ich,
    liebe Grüße, C Stern

  • N. Aunyn 25. November 2023

    Wie bremse ich Eigeninitiative aus? Die Kuchenverkaufsverordnung an Schulen weiß es.
    Man möchte so einen Unsinn nicht für möglich halten.

  • nina wippsteerts 26. November 2023

    Die Unterhose Geschichte ist wirklich besonders. Die Zaunpöhle sehen neu aus, hat da vielleicht damit zu tun? oder sie würden mir was getränkt was stinkt um “was” fortzuhalten? oder ne Wette verloren? Hoffentlich findet sich eine Lösung.
    Die Verordnung ist sicher an 1. 4. erschienen.
    Liebe Grüße
    Nina

  • S.Buege 26. November 2023

    Betreff Unterhosen: Na,ist doch ganz logisch und einfach: Da hat jemand seine Unterhosen (endlich wieder!) gewaschen und zum Trocknen aufgehängt!!

  • Croco 26. November 2023

    Als ob der Kuchenverkauf einer Klasse selbstorganisiert wäre. Er ist so selbstorganisiert wie alle anderen Verkäufe an der Schule. Das Geld geht halt direkt an die Schüler, mit denen man es sich nicht verscherzen will.
    Das Geld, das man beim Verkauf von Kuchen und Getränken einnimmt, wird normalerweise für Kostüme oder Technik verwendet. Für diese Kosten sollte eigentlich der Schulträger, also im Endeffekt der Staat, aufkommen. Die Eltern backen also schon für das Land Baden Württemberg. Und das will als noch davon profitieren, dass es diese Kosten nicht übernimmt? Ich glaube, es hackt!

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