Dies und das, Mord und Küken

23. Juli 2020

Die freundliche Frau Brigitte aus dem Nachbardorf war so nett, ein aktuelles Foto von dem Kreuz aufzunehmen, weil ich es zeitlich mal wieder nicht hingekriegt habe. Und eigentlich dieser Hinweis hier gestern schon hätte stehen sollen. Da war nämlich der Todestag von der Cadarina Billerin, die am 22. Juli 1746 iemerlich ermordet worden ist, von ihrem Stiefvater. Hier um die Ecke an der Straße steht das Kreuz.

Es ranken sich einige Sagen um die Geschichte, aber die simpelste wird die sein, die ich dieser Tage wieder hörte: Die Katharina hatte quasi Hausarrest, durfte nicht raus, und war aber doch tanzen gegangen. Und auf dem Heimweg fing der Stiefvater sie ab. Und erschlug sie. So einfach. So schrecklich.

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Stattdessen war ich gestern mal wieder auf einer dieser Pressekonferenzen, wie sie nur das Leben einer Regionalreporterin bietet. Auf freiem Felde, mit gigantischem Blick ins Land, und dazu ein Bürgermeister, der das Treppenhaus zum alten Wartturm aufschließt, falls jemand Lust hat, da hinaufzusteigen. Ja, hatten wir, klaro. Höhenangst hin oder her. Obwohl es mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun hatte.

Alles olle Händifotos, ja.

Eigentlich ging es nämlich um ein geplantes Open-Air-Konzert am besagten Platze, und man fragt sich, warum da oben nicht schon dauernd Open-Air-Konzerte stattgefunden haben, schönster Platz ever, wenn Sie mich fragen. Aber mich fragt ja wieder keiner. Ach, ja, und übrigens: falls Sie da hinwollen, zu diesem Open-Air-Konzert: Ich kann das sehr empfehlen: die zwei Jungs von Cafe del Mundo spielen da auf. Die wären jetzt eigentlich auf Konzertreise in Japan oder England oder wasweißich, aber alles abgesagt, nun also in der Heimat Buchen. Der Vorverkauf hat schon begonnen, und husch-husch, dann sollten Sie sich schnellstens Tickets sichern.

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Eben gelesen: In Baden-Württemberg werden Steingärten verboten. Die sogenannten Gärten des Grauens. Die sind schon lange verboten, steht da, es interessierte bisher nur niemanden. Erinnert mich an die Begebenheit, als jemand auf dem Nachbargrundstück raunte Das da drüben, bei der Frau LandLebenBlog, das ist doch kein Garten, das ist doch ein Dschungel. Ja, wir haben Bäume und Sträucher auf dem Grundstück, und in manchen Ecken ist kaum noch ein Durchkommen. Schlimm ist das. Naja, Sie wissen schon.

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Für den Garten ist im Übrigen der Gatte zuständig. Der macht ja überall Kunst. Im Garten, im Atelier, und auf seinem (Klick!) Blog.

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Und sonst noch? Der Reporter eines großen deutschen Nachrichtenmagazins möchte mich besuchen. Thema: Landleben. Was sonst? Na, das kann ja was werden. Ach, Du liiiebe Zeit.

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Vielleicht sind bis dahin, medienwirksam, auch die Küken geschlüpft. Wir haben da ja mal wieder eine Glucke sitzen. Eine von diesen Über-Müttern, die das Fauchen und Kreischen anfängt, sobald man auch nur insgeheim darüber nachdenkt, den Stall zu betreten. Ein wahres Horror-Viech. Leider saß sie auf null bis maximal einem Ei, eine Tatsache, die das baldige Kükenglück eher – nun ja – unwahrscheinlich macht. Horror-Glucke hin oder her, das tat mir nun doch wieder ein bißchen leid.

Ich habe also in einer wagemutigen Aktion einen Besenstiel zur Hand genommen, an sein vorderes Ende einen Schaumlöffel gebunden, auf diesen Schaumlöffel drei frischgelegte Eier der Kolleginnen gelegt und mich ganz langsam der Glucke genähert. Aber gaaaaaaanz langsam, das kann ich Ihnen flüstern.

Sie starrte den schwebenden Schaumlöffel mit den Eiern an, rührte sich nicht vom Fleck, blinzelte verwundert und holte sodann tief Luft, um direkt auf mich loszugehen. Bevor das aber passierte, hatte ich die Eier schon per Schaumlöffel vor ihre Mutterbrust drapiert und mich schnell wieder vom Acker gemacht. Zehn Minuten später waren die Eier tatsächlich unter ihr verschwunden, und nun also steht dem Kükenglück nichts mehr im Wege. Allenfalls unser dämlicher unfruchtbarer Hahn, aber das ist jetzt wieder eine andere Geschichte.

Und hier noch die passende Musik, zwo, drei.

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