Was schön war.

Ein paar Tage ganz ohne private Hiobsbotschaften. Und ohne Weltnachrichten. Und auch ohne Hiobsbotschaften aus den Weltnachrichten. Was für eine Erholung. Der viel gescholtene Rückzug ins Private. Wenigstens mal temporär.

Dafür die Natur genossen. Und das Dorfleben. Die unverhofften Küken bestaunt, einen Biber getroffen und einen Eisvogel gesehen. Einfach mal nur irgendwo sitzen und stundenlang stumm in die Gegend glotzen, das hat ja was. Ich vergesse das manchmal. Wie schön das war!

Und am Sonntag dann noch das Museumscafé. Wir haben da ja so ein schnuckeliges und gleichzeitig ziemlich anspruchsvolles Dorfmuseum im Nachbardorf, und ich bin ja überhaupt inzwischen ein großer Fan der Dorfmuseumskultur so allgemein.

Jedenfalls bieten wir da neuerdings zu den Öffnungs-Sonntagen Kaffee und Kuchen an. Und Torten. Fragen Sie nicht, Torten!, ich kann Ihnen sagen! Das alles natürlich zu günstigen Preisen, und alle Backerei und Rennerei ehrenamtlich, is ja Ehrensache. Und ein tolles Team sind wir da, die einen backen und spülen und servieren, und ich renne und führe schlaue Reden und kassiere. (Ja, lieber Herr Richter, Sie als mein ehemaliger Mathelehrer würden staunen: Ich schaffe es inzwischen, unfallfrei zwei Tassen Kaffee und zwei Stück Torte zusammenzurechnen und manchmal sogar das richtige Wechselgeld rauszugeben – Sie wären stolz auf mich. Die jährliche Fünf auf dem Zeugnis hin oder her!)

Natürlich stilecht: Omas altes Geschirr.

Sie sollten da also mal hinkommen. Die Leute kommen von sonstwo da hin. Gestern saßen da wieder Leute aus Heidelberg und Eberbach, aus Hirschhorn und vom Dilsberg. Ich meine: Halloooo? Aus Mosbach, Mudau, Muckental kommen Leute. Aus Buchen und Bronnacker. Alles schon gehabt. Die Leute aus dem Dörfchen selber, und die aus dem Nachbardörfchen, die kommen überraschenderweise eher nicht. Außer den üblichen paar Verdächtigen, die überall helfen, überall mit anpacken und auch das Museum unterstützen.

Isso!, sagt man mir. Aha, denke ich. Prophet im eigenen Land oder was? Undsoweiterundsoweiter. Vielleicht hat es auch mit jahrtausendealten Familien-Fehden oder Animositäten zu tun, das weiß ich ja im Odenwald nie ganz genau. Es gibt noch so Vieles, was ich offensichtlich lernen muss. Und darf. Und das ist dann doch auch wieder schön.

Das Dorfmuseum hat inzwischen übrigens sogar eine eigene Website, ja, da staunen Sie. Bitte, hier entlang: Klick! Da stehen auch immer die aktuellen Termine drin, falls Sie uns mal besuchen wollen. Am letzten Sonntag im September ist jetzt aber erstmal großes Museums-Fest, das muss ich aber erst noch auf die Website draufschreiben, bitte um Geduld. Ich muss erst noch Küken glotzen und Eisvögel, und vielleicht nochmal den Biber knipsen – und dann erst kann ich die Seite aktualisieren, also bitte.

8 Kommentare

  1. Beim Foto links auf der Museumsseite war ich doch versucht, mich als Kind zu suchen. Diese „Schwester“! Und das Museumsgebäude, sofort als regionales Schulgebäude erkannt, bevor ich es gelesen hab. Weil nämlich sofort ein Flashback eingesetzt hat, mit vielen, eher sehr unangenehmen Gefühlen. Ja, wer die eigene Vergangenheit nicht kennt, der kann seine eigene Zukunft manchmal vergeigen…
    Biber? Wo sind die jetzt? Zuletzt im Morretal erlebt….
    LG
    Astrid

      • Das war abzusehen… Der Odenwälder neigt da nicht gerade zu „leben und leben lassen“, leider. Wird ihm dann alles auch zu unordentlich. Und ökologisch gedacht wird auch nicht wirklich gerne, da wird man zum krassen Außenseiter wie mein Vater.
        LG

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