Alopochen aegyptiaca.

Jahahahaaaa, da staunen Sie, über so eine schlaue Überschrift. Klingt doch sehr gebildet, finden Sie nicht? Dahinter verbirgt sich allerdings nichts anderes als ein tendenziell aggressiver, watschelnder Vogel, der sich nicht so recht entscheiden kann, ob er nun eigentlich Ente oder Gans sein will. Aber hübsch sindse.

Mitm Händi ausm Auto raus geknipst, ich bitte mal wieder um Nachsicht.

Ich habe diese zwei Nilgänse (Alopochen aegyptiaca) jetzt schon mehrfach beim Buchener Ortsteil Einbach getroffen, Herr und Frau Nilgans haben sich da wohl zumindest vorübergehend niedergelassen. Hoch oben im nördlichsten Zipfel Baden-Württembergs also, in dieser Region, die man auch Badisch-Sibirien nennt. Insofern fand ich das durchaus bemerkens- und berichtenswert.

Nilgänse kommen ursprünglich aus Afrika, da ist es ja manchmal etwas wärmer als in Badisch-Sibirien. Aber ich habe gelesen, dass die Exemplare, die inzwischen auch quer durch Deutschland anzutreffen sind, zu einem Gutteil aus den Niederlanden eingereist sind. Da wurden sie früher als Ziergeflügel gezüchtet, irgendwann sind ein paar Viecher geflüchtet, schwupp, Richtung Rhein, und dann immer Richtung Süden. Und jetzt verkacken und bevölkern sie also zum Beispiel in Mannheim und Heidelberg die Flussufer und Liegewiesen und vergrätzen in ihrer etwas unhöflichen Art einheimische Wasservögel und einheimische Sonnenanbeter.

Dass sie es aber bis hoch in den Odenwald geschafft haben, das ist mir neu. Vielleicht habe ich aber bisher auch nur nicht aufmerksam genug geguckt. Wenigstens gibts hier weder Flussufer noch Liegewiesen, auf denen es zu interkulturellen und inter-spezi-ellen Konflikten kommen könnte. Wir haben hier ja nichts.

Aber mit den Nilgänsen hätten wir dann doch was (hab ich gelesen): Heilige Vögel, die im Alten Ägypten dem Schöpfergott Amun gewidmet waren. Oder die wahlweise selber Götter waren, die schlussendlich die Welt und das Licht erschaffen haben. Mit ihrem Geschnatter und/oder mit dem Welten-Ei, so ganz genau ist das nicht bekannt. Das Ei jedenfalls landete aus ihrem Hinterteil direkt in einem Feigenbaum in der Stadt Heliopolis, aus dem dann wiederum der Sonnengott Re entstand. Alles klar? Und das also im Odenwald! Ich meine, das ist doch was. Bitte benehmen Sie sich dementsprechend, falls Sie auch mal ein paar Nilgänse hier oben treffen.

8 Kommentare

  1. Alsooo, ich verzähl jetzt mal aus dem Nähkästchen, live erlebt.

    Der Poppelsdorfer Teich gehört zum Botanischen Garten (der aktuell etwas gerupft wirkt, weil in den letzten 3 Jahren gleich mehrere Dinge passierten, die Fauna aber bei weitem nicht abschrecken konnte), und damit zum Schloß, zu dem eine große (Liege-)Wiese gehört. An diese grenzt auf einer Seite dieser Teich an. Vor 2 Sommern hatten Eltern von Kleinkindern von 1 bis 2 Jahren nichts besseres zu tun, als mit diesen bis ganz nah – Kindchen an beiden Fäustchen von hinten unterstützend festgehalten! – an diese zugegebenermaßen hübschen Gänse heranzuführen. Mal im Ernst, würde hier aus deiner Leserschaft ein Kind, das genau auf Höhe eines Gänsekopfes ist, dieses auf nicht mal Handbreite heranführen? Bitte keine Entschuldigungen dafür, denn wenn so eine Gans mit dem Schnabel zustößt, wird aus einem noch relativ weichen Kinderkopf ziemlich schnell ein Schlachtfeld. Wir haben hier auch Kanadagänse. Sie sind moderat, man sollte einfach sie und ihre Küken in Ruhe lassen. Ihre Angriffslust ist jedoch niedriger.
    Jedenfalls hat FFM vor 2, 3 Jahren festgestellt, das nun mal Schluß sei mit den Belästigungen, und Sichtschutzzäune aufgestellt. Es hat nicht so ganz funktioniert. Und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, gab es sogar Abschußlizenzen, bin da aber wirklich wackelig im Gedächtnis. (Wir haben ja noch Trump und die eigenen Parteien und Konzerne und so als große Themen.)

    Was bleibt: Beliebt sind Nilgänse aktuell nicht so sehr. Schade und verständlich zugleich.

    • Ohne Worte. Man wundert sich über manche Eltern. Aber gut. Über Abschuss wird/wurde in Heidelberg wohl auch immer mal wieder nachgedacht.

  2. In Heidelberg wurde sogar schon drüber nachgedacht, Hundebesitzer auf der Neckarwiese die Tiere als „Spielzeug“ für ihre Hunde zur Verfügung zu stellen, in der Hoffnung, das würde die Nilgänse abschrecken. Sehr weit gedacht…. *räusper….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.