Wmdedgt.

Schon wieder ein Monat rum. Schon wieder will die freundliche Nachbarbloggerin wissen, was ich so den ganzen Tag mache. Oder was Sie so den ganzen Tag machen. Sie können all die Tagebuch-Bloggereien zum Fünften des Monats heute ab 18 Uhr hier nachlesen.

Bei mir am Morgen das übliche Programm. Hühner, Ziegen, Katz versorgen. Dann Hunderunde durch den Wald, der uns kühl und vielstimmig in seine Arme nimmt. Wie in einem Konzertsaal ist es, gespielt wird eine Symphonie für 265 Vogelstimmen. Der Dirigent bleibt unsichtbar. Die Stimmen kommen aus allen Richtungen, von vorne und hinten, von rechts und links, nah und fern. Wenn ich mich aufs Hören konzentriere, stellt sich augenblicklich maximale Entspannung ein. So fängt ein Tag gut an.

Am Forellenteich, beim Fische-Füttern, erhasche ich einen kurzen Blick auf ein wahres Entenküken-Gewimmel, bevor die Klitzekleinen mit der Mutter Stockente ins Unterholz flüchten. Ich werde mich am Abend mit der Kamera auf die Lauer legen, versprochen.

Kurz ins Büro, dann mit Funkhund Lieselotte vom Büro ins Cafe wechseln.

Stress pur. Ich kann Ihnen sagen. „Produktionshilfe“ nennt sich das auf ARD-Deutsch, ich verleihe Büro und Technik quasi für einen Moment an Kollegen, die hier etwas produzieren müssen. Dann muss ich eben weg. Also, bitte. Erst Dienstauto putzen, dann Cafe. Schlimm, schlimm, schlimm.

Kaum sind die Kollegen raus, kommt ein schwerer Verkehrsunfall rein und ich also gleich ins Rennen. Allerdings nur im übertragenen, weil telefonischen, Sinne. Infos zusammenklauben und an die Nachrichtenredaktionen weitergeben, dann losfahren zum Termin ans andere Ende des Landkreises. Nur: wie? Nach dem Unfall sind (fast) alle Wege nach Norden gesperrt. Plötzlich Hektik. Kennen wir ja, sowas. Also Ruhe bewahren.

Klappt dann doch dank Schleichwegen ausgesprochen gut. Und für eine Pullerpause ist auch noch Zeit. Für den Funkhund Lieselotte, nicht für mich, wo denken Sie hin? Unsereiner säuft zwar bei diesen Temperaturen gefühlte zehn Liter Wasser pro Tag weg, aber das verdunstet alles, irgendwo auf dem Weg zwischen Kehle und Magen.

Am Ziel. Fast.

Jetzt noch kurz aufhübschen für den Termin, dann kanns losgehen. Aseptische Berichterstattung nennt man sowas. Das ist ja schwer am Kommen. Inklusive Schuhdesinfektionsbad. Lebensmittelverarbeitender Betrieb, naja, Sie wissen schon. Lieselotte wartet brav im Schatten draußen. Häubchen und desinfiziertes Schuhwerk sind eh nicht so ihr Ding.

Wer eitel ist, sollte nicht Regionalreporterin werden.

Zurück ins Büro, diesmal ins andere. Video- und Tonmaterial sichten. Schwitzen und trinken, immer abwechselnd. Am Schreibtisch sind es inzwischen 29 Grad, Altbau-Charme, Dämmung Nein-danke, und den ganzen Tag die knalle Sonne auf die Fenster.

Noch ein bisschen dienstlich herumtelefonieren und etwas weniger aseptische Termine ausmachen. Dann Richtung Feierabend. Richtung Horizont, der sich nicht so recht zwischen Blau und Gewittergrau entscheiden mag. Und nachher nochmal an den Forellenteich, Entenküken kieken. Wenn ich sie vor die Linse bekomme, erfahren Sie das hier auf diesem Blog. Und dann bekochen lassen vom Gatten. Ja, da staunen Sie. Ein Hausmann in Höchstform. Hat ja auch was gutzumachen, der Gute. Die Ziegen, Sie erinnern sich vielleicht.

P.S. Nix Hausmann. Der Gute hat eine Verabredung heute abend, und ich muß sehen, wo ich mit meinem Bärenhunger bleibe. Auf dem Weg zum Teich stolpere ich unvermutet in einen Herrenstammtisch mitten im Gelände, mitten in den Feldern. Die sind mit allem ausgestattet da draußen und laden mich als Dame sogleich zu Steak und Salat ein, Herren-Stammtisch hin oder her. Die lassen auch mal Fünfe grade sein. Und dann wird gelacht und gequasselt und gesungen und getrunken und gegessen, und für einen Moment könnte man mal wieder glauben, dass alles gut wird auf dieser merkwürdigen Welt. Danke für die nette Einladung, Männer!

Na, wenn das so ist, dann Prost.

P.P.S. Und am Forellenteich natürlich keine Stockente und keine Küken angetroffen. Alle unterwegs. Ich frage mich ja ernsthaft, wo die Alte mit den Kindern um diese Uhrzeit noch herumschwarwenzelt. Es ist schon gleich 21 Uhr. Die Küken müssten längst im Bett sein. Das ist doch ein Fall fürs Jugendamt.

7 Kommentare

  1. Danke fürs Teilen – und für die „knalle Sonne“! Das habe ich gefühlt seit Jahrzehnten außer mir niemanden mehr sagen hören!

  2. Ich war kürzlich mal wieder dienstlich in Dänemark unterwegs. Unverhofft wurde ich an einem abgelegenen Leuchtturm auf Fünen von zwei Herren auscHannover, die auf Wohnmobil-Angeltour unterwegs waren, zum frisch und selbstgeräucherten Hornhecht eingeladen! Es gibt sie noch, die schönen Erlebnisse ♡

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