Zum Weinen.

Die Ziegen müssen weg. Fritzi und Luise. Das Gemecker ist nicht mehr auszuhalten. Also, das vom Göttergatten. Nicht das der Ziegen. Die werden ja fürs gelegentliche Meckern eigentlich bezahlt. Ich hatte die Wahl zwischen Scheidungsanwalt und Kleinanzeige. Zutrauliche Ziegen suchen neuen Wirkungskreis. Morgen kommt der erste ernsthafte Interessent. Es ist zum Meckern Weinen. Ach, fragen Sie nicht.

Heute nachmittag bei Bödigheim.

Wir müssen dieser Tatsache also einfach ins Auge blicken, die Wahrheit soll da nicht verschwiegen werden. Anders als im – von mir sehr gerne gelesenen – Blog Read on my dear, read on. Ich brauche den jetzt hier nicht zu verlinken, er ist inzwischen offline, weil die Bloggerin mit ihren Geschichten von der jüdischen Familie und allerlei anderen spannenden Stories das Blaue vom Himmel heruntererfunden hat es leider mit der Wahrheit nicht allzu genau nahm. Um es mal vorsichtig zu formulieren. Das Münchhausen-Syndrom ist jetzt also auch bei den Bloggern angekommen, und dieser Fall ist besonders perfide, wenn man es in der Presse verfolgt. Es ist zum Weinen.

Das Wetter bringt auch Viele zum Weinen, erst war es viel zu kalt für die Jahreszeit, dann zwei Tage lang viel zu heiß, und jetzt ist mal wieder Land unter. Krachende Blitze und rumpelnder Donner und eimerweise Wasser von oben. Auch wieder nicht recht.

Was mich gleich zur nächsten Sorge bringt: Zur Stockente. Die brütet seit Wochen draußen am Forellenteich, sie sitzt offenbar immernoch auf mindestens acht Eiern, und das Ende ist abzusehen. Am kommenden Wochenende sollten die Küken schlüpfen, so haben wir uns das zusammengerechnet, der Forellenmann und ich. Und nun sitzt die Arme also bei Sturm und Hagelschlag, das Nest wird nass und nässer, ach je, ich mag gar nicht daran denken. Ich werde nachher nochmal vorbeifahren, die kleinen Forellen füttern und nach der braven Ente schauen. Getreu dem Motto: Wer keine Sorgen hat, der macht sich welche.

Und dann waren da heute auf dem Weg durchs Städtchen noch diese grundsätzlich sehr coolen, aber eben doch leider akut verzweifelten Jungs, so um die 12 Jahre alt, die versehentlich ihren Fußball in eine hohe ungemähte Wiese gekickt hatten. Ich meine, man muß sich das mal vorstellen! In. Eine. Hohe. Wiese.

Nun wurde lautstark und unter Schubsereien debattiert, wer dafür zuständig sei, den Ball da wieder rauszuholen. Keiner, natürlich. Hohe Wiese is VOLL gefährlich, Mann!!, schrie der Eine. Ich hab da echt schon mal Brennnesseln gesehen!, jammerte der Andere. Wer denn den Ball überhaupt da reingeschossen habe, wollte die Pädagogische Fachkraft wissen. Niemand. Irgendwie müsse er wohl wie von Geisterhand da reingeflogen sein. Da waren die Jungs sich doch wieder einig. Ich bedauere im Nachhinein sehr, dass ich nicht die Lösung dieses Problems verfolgt habe, aber ich gehe davon aus, dass am Ende die Schulsanitäter ranmussten. Mindestens.

Ach, es ist zum Weinen. Aber ansonsten gehts uns wirklich gut, Danke der Nachfrage.

P.S. Ich habe zwei Entenkükenköpfchen gesehen. Sie lugten kurz unter dem Gefieder der Mutter hervor und verschwanden dann wieder. Rechnen können wir also offenbar auch nicht. Aber uns jetzt freuen, ungeduldig, das können wir.

13 Kommentare

  1. Die kleinen schwarzen blutrünstigen Ungeheuer warten schon seit Tagen auf Frischblut!!! Da kommt ein angeflogener Fussball mit nachlaufenden frischen saftigen Fußballerwaden gerade zum recht zum Vespern.

  2. Es war in dem Beitrag nur ein Nebenthema, aber vielleicht mag jemand mit über das nachdenken, was mir durch den Kopf geht:
    Inwieweit ist ein Blog einer gewissermaßen historischen Wahrheit verpflichtet? Kann man sich ein Leben zurechtschreiben wie eine Fernsehserie und dann eine Figur, die keine Entwicklungsmöglichkeit mehr bietet, sterben lassen? Dass es verwerflich ist, mit einer gefälschten Geschichte ins reale Leben zu gehen, ist ja klar; dass man aus dem eigenen Leben nur gewisse Ausschnitte zeigt ist auch klar. Aber: Ist so ein Blog immer und unbedingt als eine Art Tagebuch (mithin: mit Realitätsbezug) zu verstehen, oder könnte man auch den Standpunkt einnehmen, man schreibe zwar in der Ich-Form, aber mehr so wie in einem Roman?

      • So denke ich auch. Und hier in unserem Fall wurde ja offenbar wirklich einiges vorgegaukelt, nicht nur den Lesern, aber denen eben auch. Sehr, sehr schade.

        • Ich hatte immer das Gefühl, dies alles, wovon sie schrieb, sei zu viel für ein Menschenleben. Dass dieses gerade mal 31 Jahre währt, habe ich erst durch die Berichterstattung erfahren. Da hat’s mich dann auch nicht mehr gewundert …
          Ja, schade. Ich habe gedacht, eine authentische Stimme aus dem Judentum zu hören (von dem ich sonst zu meinem Bedauern nicht viel weiß) – das aber war wohl nix.

          • Genau das ist das Problem. Es wurde quasi behauptet, das sei alles wahr. Und dazukommt dieses sich-zum-Opfer-machen, dass den tatsächlichen Opfern gegenüber fast zynisch wirken müsste.

    • Genauso. Geht, sollte man aber auch so darstellen. Bei der Dame hatte ich kurz mitgelesen – dann war mir das zu selbstmittleidig.
      Die Ziegen werden mir sehr fehlen. Könnte man den Liebsten und die Ziegen nicht an unterschiedlichen Ecken des Grundstücks unterbringen? Oder ihnen ein Pony als Chef geben, das ihnen Manieren bei bringt (und uns Pony-content)
      LG
      Martina

  3. Schön ist es hier, vielen lieben Dank dafür :) Und über die Nachricht, dass die Entenküken endlich geschlüpft sind, hab ich mich auch tolle gefreut.
    Allen ein frohes Pfingstfest!

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