Unterwegs.

Ich bin da heute mal wieder kreuz und quer durch den Landkreis gefahren. Über Bundesstraßen, Landesstraßen, Ortsdurchfahrten, Gemeindeverbindungswege, eigentlich wie immer, das ganze Programm. Oder vielleicht sollte ich eher sagen, ich bin mal gefahren, mal gehoppelt, denn manch eine Straße hier hat es ja durchaus in sich. Da braucht ein Fahranfänger gute Nerven.

Weil ich aber kein Fahranfänger bin, und zudem gestählt durch inzwischen jahrelange Erfahrung in der vermeintlichen Provinz, brauche ich keine guten Nerven mehr, nur gute Stoßdämpfer. Naja, Sie wissen schon. Ländlicher Raum halt. Im reichsten Bundesland immerhin.

Kommen Sie einfach mal mit zu einem wilden Ritt (Binnenreim, hamse gemerkt, wa) über den Asphalt. Wenn man das überhaupt noch so nennen kannÜber eine unserer schönsten Landesstraßen*. Schlimmer als in der hintersten Walachei!, schimpft manch einer hier. Ich war noch nie in der Walachei, ich weiß nicht mal, wo deren hinterste Ecke liegt, also schauen Sie mal besser selber.

 

 

*Das Wort Landesstraße verweist in diesem Falle sehr klar auf die Zuständigkeiten. Für Landesstraßen ist das Land verantwortlich. Für Bundesstraßen – richtig! – der Bund. Ja, da hamse wieder was gelernt. Und wenn ich das richtig verstanden habe, kann kein popeliger Landkreis dieser Welt eine Landes- oder Bundesstraße sanieren oderwasweissich, wenn das zuständige Land oder der zuständige Bund sich nicht so richtig kümmert. Da kann man nur danebenstehen und weinen. Oder den abgefallenen Auspufftopf einsammeln.

Das Einzige, was da vermutlich hülfe: mal die verantwortlichen Damen und Herren zu einer lustigen Ausfahrt einladen, gerne in einem Porsche 959. Brettharte Sportversion, ohne Niveauregulierung. Oder in einem maximal schaukelnden 2CV, da kommen sich die Damen und die Herren sicher näher und sind hinterher ganz handzahm. Hei, Kinder, das wird ein Spaß.

 

 

P.S.: Wir haben hier natürlich auch sehr schicke Straßen, so richtig feine, bei denen einem die Stoßdämpfer bald einschlafen vor lauter Nichtstun. So isses ja nun nicht. Und vielleicht sind die ollen Hoppelstrecken ja auch nur dazu da, dass wir die tollen Straßen wieder schätzen lernen. Oder das Autofahren nicht ver-lernen.

 

P.P.s.: Ich habe jetzt nochmal recherchiert, was es eigentlich mit der Walachei auf sich hat. Die ist so alt, die gibt’s schon gar nicht mehr. Die hat sich quasi aufgelöst. Wie andernorts der Straßenbelag. Und ausserdem hat sie was mit Dracula zu tun. Wahrscheinlich hätte der sich an manchen Themen hier schön die spitzen Zähne ausgebissen.

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare

  1. Ja das ist natürlich ein Thema, an dem man sich wunderbar abarbeiten kann.
    Straßenbau……
    Wo wird wann was gebaut, wer zahlt, wer verdient, wer protestiert dagegen und hat das alles überhaupt einen Sinn.
    Wir haben inzwischen eine derartige Infrastruktur, daß wir die gar nicht mehr unterhalten können. Das ist den wenigsten bewusst.
    Was einem gehört muss auch gepflegt werden. Und wir schaffen uns immer mehr Straßen an, ohne daß „der Verkehr“ auch nur ein bisschen ruhiger wird.
    Geschweige denn weniger.
    Die Neulandeier sind da durchaus auch ein Teil des Problems.
    Man baut einen Einfamilienpalast auf billigem Baugrund, muß aber dann mit dem Auto in die Stadt zur Maloche. Hm…Und das Töchterchen muß dann auch noch abends ,natürlich mit der Karre, in`s Cello oder zum Voltigieren gefahren werden. In die Stadt. Einkaufen auch nur im Speckgürtel der Stadt, auf dem Land gibt`s ja nix, zumindest kein Volvic Wasser. Und ohne das geht es nicht.
    Hach ja……….Wie gesagt, ein weites Feld, daß unser Leben beeinfluss wie nur wenig anderes.

  2. das ist absicht – wenn die strasse besser in schuss wäre – wer sollte die vielen autos aus dem wald holen die einfach zu schnell fürs terrain unterwegs waren? (es gibt zu viele die nicht auto fahren können aber eindeutig zu viele ps unterm hintern haben…)

    • Das kann ich nur bestätigen. Mein Ex-Partner ist so einer. Hat sich den Reifen schund gerieben, er platzte (der Reifen), und purzelbaumte fast in eine Tagebaugrube im schönen platten Wolfenbütteler Umfeld.
      Generell müßte sich einiges tun. Was die Öffis angeht, hier in Bonn fahren die Busfahrer manchmal ihre ganz persönliche Formel 1. Da haben manche was mit Freiheit und Verantwortung auch falsch verstanden.
      Am besten geht man zu Fuß (was ich ausgiebig auslebe hier in der Stadt, weil vieles in max. 45 Min. ereichbar ist), und that’s it.
      Mit einer Ausnahme: Die Trottoirs dürfen sie hier gerne mal sanieren! Da holt man sich blaue Zehen. Grummel.

      Für alle einen angenehmen 1. November!

      Franziska

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