WMDEDGT.

Heute will einmal mehr die freundliche Nachbarbloggerin wissen, was wir eigentlich alle so den ganzen Tag treiben, in Kurzform heißt das wmdedgt, also zu Deutsch: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag. Bitte sehr: hier kann man alle Beiträge lesen, und ich bin gerne auch dabei.

Obwohl das nun mal wieder ein stinknormaler Montag ist. Das heißt, so stinknormal nicht, denn ich habe verschlafen. Ja, wenn Sie mich kennen würden, von Kindesbeinen an, dann wüssten Sie, welche Dramatik in diesen drei Worten liegt, ich habe verschlafen, diesen Satz hat man von mir in den vergangenen 51 Jahren vielleicht einmal oder, wenns hoch kommt, zweimal gehört, ich habe nicht mal zu Schulzeiten verschlafen, nicht ein einziges Mal, so eine schlimme Streberin so ein braves Schulkind war ich.

Heute also verschlafen bis kurz vor Sieben Uhr, das bedeutet eine gewisse Hektik am Morgen, Ziegen füttern, Hühner füttern, Eier einsammeln, Haare kämmen, Krönchen richten, mit den Hunden rasch mal ums Quadrat, naja, was halt so anfällt, morgens auf dem Lande. Dann schnell ins Büro und ans Telefon geklemmt, Schaltkonferenz mit den Kollegen im großen Funkhaus, wer macht was und wieso überhaupt, was kann die rasende Reporterin vom Odenwald liefern, und was sollte man im Blick behalten.

Aber der Premieren sind noch nicht genug: Am Vormittag nehme ich am ersten Webinar meines ansonsten doch recht durchdigitalisierten Lebens teil, Bildgestaltung für Hörfunker nennt sich das und ist sehr spannend. Unsereiner ist ja inzwischen nicht mehr Hörfunker oder Fernsehfrau oder onliner, sondern jeder und jede alles in Einem, und das will gelernt sein. Ich entdecke da nach anfänglichem Zögern einen großen Reiz, und während andere Kollegen noch angsterfüllt auf die vielen Apps und blinkenden Balken auf dem Smartphone starren, bin ich schon am Fummeln. Leider bisher zwar mit großer Neugierde, aber ohne jedes fachliche Wissen, aber naja, wir alle haben mal klein angefangen.

Dann telefoniere ich mit einer netten Kollegin vom Deutschlandfunk, die mich für eine Gesprächsrunde gewinnen will, oha. Über die Attraktivität des Landlebens. Na also, bitte.  Wie sie denn auf mich gekommen sei, frage ich, und sie antwortet, na, durch Ihr cooles Blog. Ich bin natürlich maximal geschmeichelt, Sie können sich das denken.

Was ich denn so tue, als Korrespondentin auf dem Lande, will sie wissen, das ist so ähnlich wie die heutige Blogger-Frage Was machst Du eigentlich den ganzen Tag. Worüber ich denn so berichte? Über alles. antworte ich wahrheitsgemäß. Wie, über alles?, fragt sie ratlos nach, für manch einen Kollegen in den großen Funkhäusern ist das ganz und gar nicht vorstellbar. Und ich spule die übliche Leier vom Reporter-Trüffelschwein vor Ort ab: Ich berichte über Politik, Wirtschaft und Kultur, Polizeibericht und Landwirtschaft, hin und wieder über Sport, human touch, Tierbabies und Kinder. Tierbabies und Kinder gehen immer, wegen der süßen großen Augen, selbst im Radio, Sie kennen das.

Und heute ist das eigentlich auch so ein Tag, ich befasse mich mit Drogenhändlern, einer alten Dorflinde, mit dem ehrenamtlichen Engagement im Landkreis, mit der Bilanz der hiesigen Festspielsaison. Ich sitze im Büro, telefoniere herum, mache eine Mittagspause im Herbstwald, gehe am späten Nachmittag zu einer Ausschußsitzung des Kreistages, plaudere hier und da, mache Termine aus, sammle Ideen. Später am Abend wieder ins Büro, die entsprechenden Beiträge und Nachrichten für morgen basteln.

Und jetzt zuhause dem Mann beim Kochen zuschauen.

Also eben doch ein stinknormaler Tag.

 

 

 

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