Schwarzweissblick.

9. Mai 2016

Wir haben da neuerdings eine Art pflanzliche Selbstschussanlage an der Terrasse, echte Selbstschussanlagen kommen ja leider wieder in Mode, und wenn ich mal für einen Moment diese schreckliche Welt mit ihren Selbstschussanlagen und all dem anderen entsetzlichen Kram vergessen will, dann setze ich mich auf die Terrasse. Und werde prompt beschossen. Mit lautem Knall platzen die alten Schoten der Glyzinie an der Wand, und jede einzelne Schote verdreht sich nach dem Kraftakt zu einem wundersamen holzig-pelzigen Gebilde.

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Die Samen fliegen mir mit gefühlten 180 Stundenkilometern um die Ohren, wahlweise zack! in den Kaffee oder den verdatterten Hunden direkt vor die Schnauze, kleine runde Teile, die aussehen wie Leckerlis, aber offenbar nicht schmecken. Todesmutig habe ich es dennoch gewagt, mich der Glyzinie zu nähern, einige Schoten warteten ja nur völlig angespannt darauf, genau in jenem Moment zu explodieren, als ich eben versuchte, den Fokus einzustellen. Als wollten sie sich gegen das Fotografiert-werden zur Wehr setzen und den vermeintlichen Angreifer mit einem lauten Knall in die Flucht schlagen.

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Ich habe also quasi allerhand riskiert, um diese Fotos zu machen, die mein Schwarzweissblick der Woche sind. Mehr solcher Blicke sehen Sie bei der freundlichen Frau Frauke von nebenan.

 

 

 

  • 6 Kommentare
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    Was für ein Post mit so viel Gewaltpotential und doch sieht das Kerlchen so harmlos verquirrlt aus. Ein wenig verpeilt, wie es so da hängt und die Seele baumeln lässt, als könnte es keiner Fliege etwas zu Leide tun. Aber wir kennen ja nun seine wahre Gestalt – gewalttätig und hinterhältig und immer Schußbereit. Schön das du uns als Kriegsplatzreporterin direkt vor Ort in die Schußlinie gebracht hast und dafür alles riskiertest. Das war ein Erlebnis. LG Marion

  • fim.works 13. Mai 2016
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    Das sind ja richtige Schönheiten!
    Ist mir noch nie aufgefallen. Auch nicht, dass sie regelrecht bösartig sind.
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!
    Viele Grüße, Frauke

  • Jaelle Katz 14. Mai 2016
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    Dabei wirken sie so harmlos verdreht, ein wenig pelzig, kuschelig gewissermaßen.

    • LandLebenBlog 14. Mai 2016
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      Sind aber knallhart, der Gatte kommt ihnen nicht mal mit der Säge bei.

  • Annika 14. Mai 2016
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    Eine kleine Warnung wenn es in den Kaffee oder auf den Teller schiesst: die Samen der Glyzinie sind giftig!

    • LandLebenBlog 14. Mai 2016
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      Oh, gut zu wissen! Danke!

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