WMDEDGT.

5. September 2015

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?, kurz wmdedgt, das will die Frau Brüllen von uns heute wieder wissen, und offenbar ist es zu einer guten Tradition geworden, daß sie das ausschließlich an Tagen fragt, an denen ich nichts tue. Nicht nichts, nicht wirklich, aber nichts Produktives, nichts, was der Gesellschaft weiterhelfen würde. So entsteht der Eindruck, ich täte eigentlich nie etwas, wir haben das bereits mehrfach versucht zu widerlegen, aber naja.

Also heute: den Odenwald erkundet, den hessischen, grenzüberschreitend also quasi. Veste Otzberg undsoweiter. Die Fotos von der Veste müssen Sie sich denken, es hat geregnet, es war bitterkalt. Aber hübsch ist es da allemal, und weit blicken kann man in der Gegend auch.

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Eine kleine Wanderung rund um die Veste, mit viel Wind und guten Gesprächen. Zwei Hunde waren da dabei, ein junger Feger und die kleine Gouvernante, sie verstehen sich gut, nur manchmal wird die Alte kurzfristig zur keifenden Heimleiterin, dann hat der junge Feger nicht mehr viel zu lachen. Sie heere net, die Buwwe, da darf man dann auch schon mal keifen.

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Im Gepäck ein bißchen Essen und ein bißchen Trinken und die Themen dieser Zeit. Das ganze Elend dieser Welt. Das läßt man leider nicht zuhause. Sprechen über das, was einen eigentlich so sprachlos macht. Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?, fragt Frau Brüllen, und ich möchte antworten Ich versuche, nicht zu verzweifeln, nicht gänzlich stumm zu werden oder zu erstarren.

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Unterwegs ein Pippi-Langstrumpf-Pferd getroffen. Zwei mal drei macht vier,widewidewitt und drei macht neune,ich mach mir die Welt,widewide wie sie mir gefällt. Ja, das wärs. Ich weiß nicht, ob ich besonders gut wäre im Sich-die-Welt-machen, aber schlimmer könnte es ja eigentlich nicht kommen.

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Fast acht Stunden unterwegs gewesen, mit Hin- und Rückfahrt und mit der Suche nach einem netten Café. Im Odenwald ist das so eine Sache, da dauert diese Suche manchmal etwas länger. Und Siri wußte auch nicht wirklich weiter, und das will ja was heißen.

Abends dann ein paar Zutaten aus dem Gemüsegarten geholt, sie beim Gatten in der Küche abgeliefert, und sich dann an den gedeckten Tisch gesetzt.

Ein guter Tag, ganz schlicht, ganz einfach.

 

 

 

  • 10 Kommentare
  • Seifenfrau 6. September 2015
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    Ich mag es sehr, wie du schreibst.

    • LandLebenBlog 6. September 2015
      Antworten

      Danke!

  • Micha 6. September 2015
    Antworten

    Mich der Seifenfrau anschließend wäre ich obendrein an diesem Tag gerne Gesellschafterin gewesen…

    • LandLebenBlog 6. September 2015
      Antworten

      Aber nur mit dicker Herbstjacke und Schal und Mütze.

  • dergl 6. September 2015
    Antworten

    Schön geschrieben – wie die Vorredner schon sagen – und hübsches Pferd. Hab ich noch nie gesehen so eins.

    • LandLebenBlog 6. September 2015
      Antworten

      Unglaublich, oder? Wie angemalt.

      • dergl 7. September 2015
        Antworten

        Ich fand es wirklich unglaublich – im positiven Sinn. Da wo ich wohne (NRW, kam aber aus Ihrer Nähe, von Heidelberg) sind viele Pferdekoppeln und Reitevereine, also auch viele verschiedene Pferde-Maserungen. Aber so eins… Wirklich noch nie gesehen. Ob das auch „Kleiner Onkel“ heißt?!

        • LandLebenBlog 7. September 2015
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          Wir haben es jedenfalls sofort so genannt.

  • A. K. 10. September 2015
    Antworten

    Wenn ich dazu weiterhelfen darf: https://de.wikipedia.org/wiki/Knabstrupper

    • LandLebenBlog 11. September 2015
      Antworten

      Oha, wieder was gelernt. Danke!

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