Manchmal sind es ja die winzig kleinen Ideen, die große Veränderungen bewirken. Und manchmal kommt es vor, daß irgendein dahergelaufener Rentner bei einer großen Behörde – in unserem Fall beim Regierungspräsidium Karlsruhe – anruft, eine Anregung vorträgt, und dafür sorgt, daß die Experten am anderen Ende der Leitung kurz schweigen, sich dann räuspern und etwas verlegen sagen hmmm, das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein – aber probieren wir es einfach! 

 

 

Der dahergelaufene Rentner war dabei natürlich nicht wirklich ein dahergelaufener Rentner, sondern Peter Rückert, den man zumindest in süddeutschen Ornithologenkreisen als äußerst eifrigen Vogelschützer und -beobachter kennt und schätzt. Was früher Hobby war, ist inzwischen full-time-Job für ihn, täglich ist er mit seiner Frau im sogenannten Lappen unterwegs, einem einzigartigen Naturschutzgebiet hier im Neckar-Odenwald-Kreis. Ein Rückzugsort für ziehende und rastende Wat- und Wasservögel aus der ganzen Welt.

 

 

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Zu den weit mehr als 150 Vogelarten, die Rückert hier schon beobachtet und registriert hat, gehört auch der in Deutschland streng geschützte Kiebitz. Besonders der hat es den Rückerts angetan, und seit Jahren und Jahrzehnten beobachteten sie nun schon, wie der Kiebitz hier jedes Jahr brütet – und wie er noch in jedem Jahr seine Eier oder dann die Küken an den Fuchs verloren hat.

 

 

Foto: Jala7/pxelio
Foto: Jala7/pixelio

 

 

Seit 2001 hat es im Lappen keinen Kiebitznachwuchs mehr gegeben. Und all die Jahre standen wir daneben und mussten tatenlos zusehen, sagt Peter Rückert. Der Fuchs hat da hinten seinen Bau, er muß nachts nur losziehen und kann sich dann bedienen an den Nestern in der Wiese. 

 

 

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Irgendwann kamen die Rückerts dann mit googles Hilfe auf den Gedanken mit dem Zaun. So simpel wie genial, fand auch die zuständige Naturschutzbehörde. So simpel, daß noch niemand vorher diesen Trick versucht hatte. Das Rentnerehepaar besorgte Weidezaun und Pfosten, kroch durchs Gelände und suchte zwei Gelege, zäunte die einfach großräumig ein. Neben dem einen Gelege ist ein kleiner Tümpel, bis zu den Hüften stand ich da im Wasser, um den Zaun zu ziehen, aber was tut man nicht alles, sagt Peter Rückert.

 

Der Plan ging auf. Die beiden Gelege sind durchgekommen, aus den Küken wurden veritable Kiebitze – zum ersten mal seit 13 Jahren. Und die Rückerts sind begeistert. Die Naturschutzexperten beim Regierungspräsidium sowieso. Nächstes Jahr will das Ehepaar noch mehr Kiebitznester im Gelände suchen und einzäunen. Dann brauchen wir Hilfe. Das ist eine Knochenarbeit, und wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.

 

Vielleicht schickt ja das Regierungspräsidium ein paar Helfer, tageweise, als kleine Gegenleistung.

 

 

 

 

 

 

 

Wer jetzt von Kiebitzen noch nicht genug hat, sollte sich auch (klick!) diese Geschichte anschauen – sehr lesenswert, wie überhaupt das ganze Blogprojekt drumrum. Nur so als kleiner Tipp.