Auf die Blogparade, fertig, los.

3. Juli 2014

 

Da saß ich doch vor einiger Zeit mal wieder an Mutter Naturs Busen, um die Mittagszeit, und dachte darüber nach, wie wohl andere Menschen ihre Pause mittags verbringen. Es soll ja auch Ecken auf der Welt geben, in denen es noch was anderes gibt als immerzu Natur.

 

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Also: Zur Blogparade aufgerufen. Mittags.Pause. hieß das Thema, und gefragt waren Blogposts oder auch nur Bilder aus aller Welt. Das mit dem aus aller Welt haben wir nicht hinbekommen, die USA fehlen gänzlich, und Hawai auch, aber dafür ist Recklinghausen vertreten und Kiel und Auckland und Hanamaki. Hana-was? Hana-maki. Liegt in Japan.

 

 

 

Also bitte: Aber immer schön der Reihe nach.

 

Daß das Gute verdammt nah liegt, musste mir erstmal wieder Frau Pamy Lotta zeigen.  Die pausiert nämlich hin und wieder keine einhundert Meter Luftlinie von meinem Büro entfernt, und das an einem wunderschönen Platz, an dem ich in 13 Jahren noch nie gesessen habe. Peinlich, peinlich. Aber vielleicht sollten wir uns da mal verabreden. Wäre ja nett, man lernte sich auch in natura einmal kennen.

 

 

 

 

Und während sie da also so in Mosbach rumsitzt, sitzt Paul Zimmermann in Hanamaki, weit entfernt in Japan, und träumt vom Odenwald. Mittags, bei einer Schale Suppe. Mit Stäbchen, logisch.

 

Hanamaki, mittags.
Hanamaki, mittags.

 

 

 

Der kiezneurotiker ißt auch mit Stäbchen, manchmal, mittags, und das auch noch in meiner Heimatstadt. Und regt sich über all jene auf, die jetzt das Sagen haben, da in Schnösel-City. 

 

 

 

Kann Frau Liisa nicht groß kümmern. Die läßt mittags den lieben Gott einen guten Mann sein. Hängemattenschaukelnd. Und das auch noch in Mecklenburg.

 

 

 

 

 

Dem Matze seine Pausenaussicht. Looks like Odenwald.
Dem Matze seine Pausenaussicht. Looks like Odenwald.

 

Mittagspause?, fragt Matthias, schreibt man das so? Meistens verbringe ich die irgendwie im Büro und esse einen Happen (oder auch zwei) vor dem Bildschirm. Manchmal schaffe ich es auch, dass ich unterwegs zu oder von einem Termin bin – wie hier.

Das Bild entstand zwischen Bofsheim und Sindolsheim auf dem Weg zu einer kurzen Besprechung bei Kaffee zwischen ausgezeichneten Edelbränden, Schnäpsen und anderen Destilaten. Von dort kommt übrigens Deutschlands Bester Whiskey (siehe www.altenderle.de).

 

 

 

Aha, Whiskey zur Mittagspause, davon kann Herr Rose auch nur träumen.  Bei dem sehen die Genüsse eher so aus mittags:

 

Ja, gut. Auch lecker, sicherlich.
Ja, gut. Auch lecker, sicherlich.

 

Was genau es damit auf sich hat, liest man am besten hier nach: Mittags am Rande des Ruhrpotts. 

 

 

 

 

Am Rande Bayerns macht es sich derweil hin und wieder der Herr Wolf gemütlich, und ich vermute stark, ich würde dort bei seiner Mittagspause achtlos an ihm vorübergehen. Ich kenne ihn nur in Mittelalterklamotten, aber offenbar kann er auch Gegenwart:

 

michael wolf

 

Kein alltäglicher Blick, aber auch nicht ungewöhnlich.

Alle paar Wochen sitze ich zum Mittagessen in WÜ, mal in der tapasbar, mal beim Asiaten. Heute mal wieder beim Vegetarier. Meine Regierung erledigt Einkäufe, ein Makroobjektiv zur Pflanzenfotografie bei MediaMarkt, schnell noch Biomarkt, Drogerie – ach ja, Zinnkraut, Süßholz vom Kräuter-Sepp noch.

Ich sitz dann da, lese Heinz Ehrhardt aus dem Antiquariat, Tucholsky oder gucke Menschen. Gesichter, Kleidung, Leid, Freude. Klar sehe ich auch, na ja, was Männer halt so sehen. Zu jedem Bild kommen mir Liedfetzen in den Kopf, „how Many roads“, wenn ich die gebeugte Dame mit den Krücken sehe oder „victims of circumstance“, wenn die Mama eines der drei Kinder an der Hand zusammenscheißt. „Knutscha“ sagt eine Blondierte zu ihrem Gegenüber, direkt vor meinem Fenster bei Denns Biorestaurant und spitzt erwartungsvoll den Mund. Warum denke ich jetzt an den mongoloiden Henry, und seine scharfzüngige Mutter, die gerade zwei Stunden ihre Sicht auf Integration ohne jeden Selbstzweifel in der Leutesendung verausgaben durfte. Der Fenchelauflauf war en passant, auf den dopio konzentriere ich mich jetzt aber. Mittagspause.

 

 

 

Ganz am anderen Ende Deutschlands, hoch im Norden irgendwo, macht es die Frau Fjonka ganz ähnlich:

 

fjonka

Mittagspause literarisch. Wieso komme ich eigentlich nie zum Lesen, mittags??

 

 

 

Und ganz am anderen Ende der Welt steht um die Mittagszeit Annette von der Geigenbauerwerkbank auf, denkt ein bißchen gelangweilt an den Pazifik, der immerfort und quasi vor der Haustür plätschert, und an den Tamaki-River und die süßen Kiwis und freut sich dann über eine ganz andere Aussicht. Die aufs Mittagessen. Pause auf neuseeländisch.

 

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Sightseeing im Kühlschrank.

(Annette! Ehrlich! Sieht so gesunde Ernährung aus?? Ich muß mich wirklich wundern. Anm.d.Red.)

 

 

 

 

Nicht am Pazifik, aber immerhin irgendwo Richtung Havel und Spree (naß ist naß) genießt Frau Schmidt mittags ihre Auszeit:

 

Für mitten in Berlin doch sehr idyllisch.
Für mitten in Berlin doch sehr idyllisch.

Für mich drückt das englische Wort für Pause am besten aus, was ich damit verbinde – to break – brechen, unterbrechen, abschalten, … und dann kommt erst to pause – innehalten, anhalten, pausieren, … ich arbeite halbtags fest angestellt und sonst selbständig zuhause, das neben dem Job als Mutter und Ehefrau und den kleinen vielen Nebenbeschäftigungen, die Frau so eben hat.

 

Bei uns hat es sich etabliert, dass ich beim Nachhausekommen kurz nach den Befindlichkeiten der Kinder frage und den Hund gebührend durchstreichele. Danach gehört die nächste halbe, dreiviertel Stunde mir, meinem Kaffee, meinem schönen Platz unter dem Efeu und der Zeit vom Vormittag in den Nachmittag zu wechseln, die Identitäten zu tauschen und mich dem Rollentausch anzupassen.

 

Das ist aber keine Frage der Tageszeit, es kann Mittag sein oder später Nachmittag. Immer wenn ich von einer Sache zur nächsten wechsele, versuche ich eine Sache abzuschließen um mich der nächsten ganz zu widmen. Manchmal eine schwere, dennoch unbedingt notwendige Übung, weil ich ein Mensch bin, der oft in Gedanken schon bei der nächsten Sache ist. Und dennoch – ich liebe meinen kleinen Platz im Garten (ein winterliches Pendant gibt´s auch)!

 

 

Und die Frau Baumhoer, das ist so eine facebookbekanntschaft, die offenbar genau das macht, wovon andere nur träumen. Café aufmachen. Hofladen dazu. Undsoweiter. Klingt vielversprechend. Sollte man verfolgen. Klar, daß die zuhause ihre Pause macht. Mit Lippe-Auen-Blick.

 

Lippeauenblick. Keine Ahnung, wo das sein mag. Sieht aber sehr hüsch aus.
Lippeauenblick. Keine Ahnung, wo das sein mag. Sieht aber sehr hübsch aus.

 

 

Gar nicht herzhaft, sondern ganz beschaulich geht es bei Frau herzhaft mittags zu. In ihrer Komfortzone.  Klingt gut.

 

herzhaftes

 

Die Komfortzone ist ein Zufluchtsort, in der Frau/Mann sich nur phasenweise aufhalten sollte. Wenn das Wetter gut und warm ist, findet meine Pause im Gartenbett auf der Terrasse statt. Oft mit Eiskaffee,  Fritz Cola zero, Salat und Lektüren, manchmal mit einem kurzem Nickerchen.
Bei schlechtem Wetter oder wenn es die Jahreszeit nicht erlaubt, in meiner „Ruhezone“ (so heißt das Schild an der Tür), ohne Internet oder Telefonanschluß im 1. Stock unseres Hauses. Dort meist mit einer heißen Tasse Tee und Gebäck und Lektüre, da hier auch mein Yogaübungsraum ist, manchmal auch mit Yoga, oder ich mache auch hier ein Nickerchen.
Ich muss Vertrautes um mich haben, um zu Rasten.

 

 

Ostseekieken in der Pause hat ja auch was. Behauptet Frau Annette P. Und schämt sich nicht, uns dieses Bild hier zuzumuten. Man muß dazu wissen, daß Frau P. zuletzt im Odenwald gewohnt hat.

 

Strandmittagspause

 

Ich gebe es ja zu, nicht immer reicht die Mittagspause für einen Abstecher zum Strand. Aber wann immer Zeit, Wetter und Arbeit es erlauben und/oder Wege sich verbinden lassen, machen wir das so.

 

Und dann sitzen wir da und träumen. Der eine von früheren Zeiten im Odenwald, wo die Hasen- und Rehedichte einfach viel größer und Spaziergänge viel spannender waren. Die andere von früheren Zeiten im Odenwald, wo die Hasen- und Rehedichte einfach viel größer und Spaziergänge manchmal echt nervenaufreibend waren.

 

Und dann schaukeln die Gedanken mit dem Meer dahin, und beide finden: Es ist alles gut so wie es ist. Wenn dann die Arbeit wieder ruft, ist der Kopf irgendwie freier und das Herz leichter.

Meeres-Kitsch-Klischee?

Mag sein. Aber manche Klischees sind einfach wahr ;-)

 

 

Und noch eine, die ihre Mittagspause am Wasser verbringt: Die Frau Rosmarin:

 

Echt gemein, solche Bilder.
Echt gemein, solche Bilder.

 

Als selbständige Managementtrainerin bin ich ja meistens unterwegs und sitze in der Mittagspause mit den Herren und Damen irgendwo in irgendwelchen Hotels. Das ist für mich keine Mittagspause.
Wenn ich aber nicht unterwegs bin, sitze ich am Schreibtisch zu Hause (Bielefeld + Fehmarn…. bald nur noch auf Fehmarn).
Das Schreiben von Konzepten, Protokollen, Rechnungen und gelegentlich Artikeln oder mal ein Buch (kommt übrigens im Herbst…. Grins) ist dann mein Arbeitstag und die wunderbaren Unterbrechungen teilen das Fräulein Möchtegernwindhund und ich in der Natur.
Kopf durchpusten lassen, Hühnergötter suchen (die ja Glück bringen sollen und ich denke sie tun es. Irgendwie habe ich ständig wahnsinnig viel Glück und auch alles voller Hühnergötter) und Laufen-Staunen-Seufzen.

 

 

Seufz. Will irgendwer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück? Na, also bitte: Ein Blick ins Kölner Lehrerzimmer. Mittags.

 

AstridKahmenlemonde

 

Sehr gesund kann so eine Pause am Arbeitsplatz  ja nicht sein. Aber Lehrer werden sowas besser wissen. Unser Lehrer ist eine Lehrerin, und eine Bloggerin noch dazu.

 

 

 

Ende des kleinen Rundgangs.

Danke fürs Mitmachen!

 

 

Ich mach jetzt erstmal Mittagspause. Mahlzeit.

 

Mittagspausen in der Provinz können sehr schön sein. Und manchmal naß werden.
Mittagspausen in der Provinz können ja doch auch sehr schön sein. Ähem.

 

 

 

 

 

 

  • 7 Kommentare
  • Astridka 3. Juli 2014
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    Also, ich weiß nicht, ob Lehrer in puncto Mittagspause überhaupt eine Chance haben, es besser zu wissen. Den die gibt es ja offiziell bei uns gar nicht: Entweder man hat Unterricht oder die restliche Zeit zur freien Gestaltung. So war’s mal gedacht. Funktioniert nur nicht mehr, und so muss man sich halt seine Nischen suchen, um mal was zu sich zu nehmen.
    Fairerweise muss ich aber auch berichten, dass ich an manchen Tagen auch nach Hause entfleuche und meine Füsse unter den vom Herrn K. gedeckten Tische strecke. Das ist der Gesundheit zuträglicher, da es zu Hause ganz, ganz still ist.
    Mir hat deine Blogparade heute gut gefallen. Besonders natürlich die Odenwaldbilder. Vielleicht krieg ich demnächst auch mal wieder so ein richtig schönes Gewitter dort mit ( natürlich über den Orten der Ungläubigen, wie mir als Kind immer erzählt wurde, Kaschteide oder Singelsche oder so…)
    LG
    Astrid

    • LandLebenBlog 4. Juli 2014
      Antworten

      Kaschteide?? Singelsche????

      • Matthias Grimm 4. Juli 2014
        Antworten

        Gerichtstetten! Sindolsheim! ;-)

        Zumindest im letzteren warst Du schon mal. Da gibt’s Holunderblüten-Gin… ;-)

        • LandLebenBlog 4. Juli 2014
          Antworten

          Aaaaah, jetzt, ja. Danke für die Simultanübersetzung.

      • Astridka 4. Juli 2014
        Antworten

        Gerichtsstetten und Sindolsheim natürlich! Dort wohnen die Evangelischen, die nicht an die Muttergottes glauben und deshalb mit ordentlichen Gewittern abgestraft werden, so mein Patenonkel damals in den Fünfzigern zu mir. ( Ja hatte eine rauhe Sozialisation, aber das Weltbild war noch in Ordnung!)
        Nur komisch: Gerade Anfang der Woche hat der Blitz ins Haus des Schwagers meines Cousins im katholischen A. eingeschlagen ( muss ein SCHLIMMER Sünder sein )…
        ;-)
        Astrid

  • rosmarin 4. Juli 2014
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    jöööö…. da haben Sie sich mächtig in Arbeit gestürzt. Wünsche eine schöne Mittagspause :-)

  • Ele 4. Juli 2014
    Antworten

    Was für ein schöner Beitrag!
    So viele Stimmungsbilder!
    Fein!
    Ich schiebe dir noch ein „Mittagspäuschen“ hinterher. Irgendwie hatte ich versemmlt, dir den Link zu schicken. Mea culpa!
    http://aufgefrischt.wordpress.com/2014/06/25/wenn-das-mittagsglockchen-bimmelt/

    Lieber Abendpausengruß
    Ele

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