Sauerei.

13. Mai 2014

 

Früher, in Berlin, haben wir regelmäßig Nachbars neues Auto bewundert. Herr Dr. Göbel aus dem 2. Stock fuhr hupend mit einem (schon wieder) neuen Porsche vor, und das ganze Mietshaus lief zusammen und bewunderte und fachsimpelte. Hatte ja sonst keiner, einen Porsche.

 

Heute bewundere ich fachsimpelnd andrer Leuts Rehbabies. Oder andrer Leuts neue Wildsau.

 

Der Hund des Hauses bewundert auch. Vielleicht hat er aber auch nur Hunger.
Der Hund des Hauses bewundert auch. Vielleicht hat er aber auch nur Hunger.

 

Mal wieder ein verwaister Frischling-Findling. Die Finder sind Experten: nicht im Finden, aber wohl im Jagen. Können also durchaus unterscheiden zwischen hilfsbedürftiger Waisen-Sau und Muttern-is-nur-mal-kurz-unterwegs.

 

Hier war Not am Mann. Und am Frischlingsfrollein. Also eingepackt und mitgenommen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 

Aus klitzeklein wird riesengroß. Irgendwann.
Aus klitzeklein wird riesengroß. Irgendwann.

 

Die kleine Sau ist grade mal drei Wochen alt, schätzungsweise. Und muß jetzt aufgepäppelt werden. Mit der Flasche, alle paar Stunden. Die Nachbarn wechseln sich ab.

 

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Noch sind die Kaninchen im Stall einen halben Kopf größer als ihr neuer Untermieter. Wird sich aber ändern.

 

Und was dann wird? Abwarten. Vielleicht macht es die Sau wie der kleine Rehbock aus dieser Geschichte hier. Der war auf dem Hof frei: zu bleiben oder zu gehen. Und war einfach eines Tages weg. Ab in den angrenzenden Wald. Ab in ein neues, eigenes Leben.

 

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P.S. Die kleine Sau heißt übrigens Frida, wenn ich das richtig verstanden habe. Ein Vorgängermodell im Nachbardorf hieß Fritzi. Das Hängebauchschwein in der ansonsten sehr feudalen Heidersbacher Mühle hieß Friederike. Alles sehr süß.

 

 

Einzig die Namensgebung macht mich langsam nachdenklich.

 

 

 

 

  • 6 Kommentare
  • Akaleia 13. Mai 2014
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    :) :) – na ja, Schweine sind ja äußerst intelligent – wir hatten 8 Jahre Mini-Schweine – hätten wir mal besser die Mama angeschaut – 80 kg war da nix!
    Aber die Geschichte mit dem Rehlein und dem fürsorglichen Hundemann finde ich ja noch schöner!
    HG sendet Dir
    Birgit

    • Friederike 13. Mai 2014
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      Minischweine mit 80 Kilo – das ist ja auch nicht schlecht. Wie schwer werden dann die Maxi-Ausgaben?

  • waswegmuss 13. Mai 2014
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    Als Frischling mögen sie noch süß sein. Vor einer Bache habe ich, ehrlich gesagt, ziemlich Regatt. Besonders wenn mit Nachwuchs.

    • Friederike 13. Mai 2014
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      Ich auch. Aber pubertierende Keiler sollen mindestens so schlimm sein.

  • Morgentau 13. Mai 2014
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    Hach … da könnte ich gleich mal tierisch losheulen …

    • Friederike 13. Mai 2014
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      Besteht kein Grund (ja, doch – einer: daß die arme Sau keine Eltern mehr hat). Sie ist bestens aufgehoben, da, wo sie ist.

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