Blogstockweitwurf.

 

Ist ja gerade noch Olympia, und da werden selbst die Faulsten sportlich. Weils aber hierzulande keinen Schnee gibt, brauchen wir andere Sportarten.

Stöckchenwerfen zum Beispiel. Blogstöckchen-Weitwurf.

Diese Blogstöckchen kommt von Frau Montez am Bodensee bis in den Odenwald geflogen, und wenns dafür schon keine Medaille gibt, dann wenigstens Antworten.

 

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Veritabler Blog-Stock.

 

 

1. Was verstehst Du unter Empathie?

 

Nicht acht-los am Anderen vorbeigehen. Mein Gegenüber wert-schätzen. Seine Geschichte anhören. Vorurteilsfrei, wenns geht, und mit-fühlend. Ich leide manchmal an Empathie, weil ich andrer Leuts Geschichten sehr nah an mich ranlasse. Beruflich hat mir das schon Lorbeeren – , privat manchen Kummer eingebracht. Ich glaube, ich könnte schon deswegen nicht mehr in der Großstadt leben,  mir ginge da vieles viel zu nah. Weil ich leider auch nicht weggucken kann.

 

 

2. Ist Dir manchmal langweilig?

 

Nö. In der allergrößten Not beantworte ich Blogstockfragen. Aber im Ernst: ich erinnere mich wehmütig an gelangweilte Momente in der Kindheit. Langeweile in Berlin-Neu-Westend. Eigentlich war das ein herrlicher Zustand. Damit wir uns recht verstehen: ich bin nicht dauernd im Streß, gott bewahre. Was ich heute kann: draußen am Waldrand sitzen und dem Vogelgezwitscher lauschen und den Hunden zuschauen. Oder dem Bauern bei der Arbeit. Langweilig ist das aber nicht.

 

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3. Hast Du mal jemanden geschlagen?

 

Traumatisch, für alle Beteilgten: Ich war Klassensprecherin in der Grundschule, und M. aus der Nebenklasse nutzte immer wieder die Gunst der kleinen Pausen, um bei uns in den Klassenraum zu kommen und meine Mädchen abzuküssen – gegen deren Willen, versteht sich. Also fing ich M. eines Tages nach der Schule ab und gab ihm – echt Berliner Göre halt – Saures. Er hat mir das zwar verziehen, aber nie wieder ein weibliches Wesen angerührt. Ähem.

 

 

 

4. Kannst du eine Tanne von einer Fichte unterscheiden?

 

Hallo??? Logo. (Aber auch noch nicht lange. Und den Unterschied zwischen Kuh und Pferd kenne ich auch erst seit ca. 13 Jahren)

 

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Und das ist ein Hase?
Nee, reingefallen: ein Kaninchen.

 

 

 

5. Vor was ekelst Du dich?

 

Leider volles Frauenklischee, Landleben hin oder her: vor fetten behaarten widerwärtigen Spinnen. Da verlasse ich direkt das Haus, wenns sein muß. Und mich ekelt hochgradig, wenn mein Hund im Wald… hinter Holzstapeln…andrer Leuts… naja, ich muß das hier nicht ausführen.

Manche Leute sind schon echt eklige Ferkel. Aber der Hund freut sich. Uargh.

 

 

 

6. Hast Du mal was gestohlen?

 

Dazu bin ich leider viel zu feige. Nicht mal als Teenie.

 

 

 

7. Welche war Deine erste Schallplatte?

 

Ich fürchte, ich fürchte.…Baccara. Yes Sir, I’m a lady – die Single.  Erstanden vom Taschengeld, beim Radio- und Musikhaus Menzenhauer am Berliner Theodor-Heuß-Platz. (Mannomann, für so einen Blödsinn ist Platz im Hirn, und Anderes, Wichtiges: einfach weg.)

 

 

 

 

8. Hast Du ein gutes Namensgedächtnis? Und Gesichter?

 

Namen? Puh, ganz schlecht. Gesichter dafür umso besser. Und dann muß halt der alte Trick her. „Wie war noch der Name?“ „Schmidt!“ „ja, natürlich, den Nachnamen weiß ich doch selbstverständlich, aber der Vorname??“ – Fallen alle drauf rein und keiner merkt was von meiner Namensdemenz.

 

 

 

 

9. Wo bist Du am liebsten?

 

Draußen. Im Wald. Da fühle ich mich zuhause. Klingt bescheuert, ist aber wirklich so.

 

 

 

10. Verkleidest Du dich gerne? Narri Narro?

 

Ich versuche seit Jahren, einen Bezug zu Fasnacht und neckischer Verkeidung zu bekommen, ich hab mir echt Mühe gegeben, allein: es gelingt mir nicht. Dabei würde das die Integration im Odenwald erheblich beflügeln. Jetzt geb ichs auf. Preußische Protestantin halt. Vielleicht auch ein psychischer Defekt. Wir arbeiten dran, mein Fasenachtstherapeut und ich.

 

Puter

Maske?? Welche Maske??

 

 

 

11. Hast Du ein Lebensmotto?

 

Achtung, jetzt wird’s fromm:

Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.

Eine Zeile aus meinen Top-Ten-Kirchenlied-Gut: Befiehl Du Deine Wege. Ein großartiger Song.

 

 

 

 

So, Und jetzt soll ich weiterwerfen. An Akaleia. An die Frau im Waldviertel, von dem ich immer noch nicht weiß, wo das überhaupt ist. Und an die Aufgefrischte, die ich eben erst entdeckt habe, obwohl sie – global gesehen – nur einen Steinwurf entfernt ist. Vielleicht fängt sie es ja auf.

 

Wovon träumst Du?

Was macht Dich zornig?

Wann lügst Du?

Wenn Du mit einem Fingerschnipp Dein Leben ändern könntest…?

Wenn Du aus dem Küchenfenster schaust: was siehst Du?

Welche Zeitung liest Du morgens?

Radio – oder Glotze?

Und was machst Du am Rosenmontag?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Haha, jetzt habe ich auch erstmal nach dem Waldviertel geguckt. Ich wusste bisher nur, dass die Firma Sonnentor dort wohnt. Aber dass es in Niederösterreich das Waldviertel, das Weinviertel, das Mostviertel und das Industrieviertel gibt, habe ich jetzt dazugelernt.

    Liebe Grüße

    von Birgit

    Ach so, sind das nicht zwei Songs, „Yes, Sir, I can boogie“ und „Sorry, I’m a lady“?

  2. Autsch!
    Treffer an der matschigen Birne!
    Danke fürs Zuwerfen … ich schnitze ihn mir noch ein wenig zurecht und pflücke Buchstaben und Worte von Odenwälder Bäumen, die mir in den letzten etwas hektischen Haussuchtagen/-wochen vor die Füße fallen.
    Mit anderen Worten: Ein Dank und eine Bitte um noch etwas Geduld, bis ich mich beim Stockweitwurf beteiligen kann.
    Ein Winken in den großen dunklen geheimnisvollen Wald
    von der
    Aufgefrischten
    (derzeit etwas unfrisch, was nichts, aber absolut gar nichts mit dem bunten Getröte auf den Fasnetswegen zu tun hat)

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