Mensch, Frau Laumann.

HAse Kopfvonoben

 

 

Mensch, Frau Laumann, komma ganz schnell da weg. Ist nicht gemütlich, da am Fuß der (Regenbogen)Brücke. Nehm ich jedenfalls an. Andrerseits biste ja derzeit in guten Händen. „Is ja mal ne ziemlich coole Socke, die Frau Laumann“, sagt die Tierärztin, gänzlich un-odenwälderisch. Seit einer Woche hockste da bei denen im Krankenzimmer, rappeldürr und halb gelähmt. Aber offenbar gut gelaunt. Is ja vielleicht auch mal ganz nett, so ohne Herrn Albrecht und Frau Schwarz. Wie im Müttergenesungsheim. Ohne die nervige Familie.

 

Bis Montag warten wir noch ab, dann machen wir einen Knopf dran. Oder ab. Je nachdem. Rappeldürr und halb gelähmt geht jedenfalls nicht. Nicht für einen freiheitsliebenden und bewegungsfreudigen Deutschen Riesen. Wäre eine Riesen-Quälerei, sagt die Tierärztin. Dann muß eine Entscheidung her.

 

Wäre aber trotzdem schön, wenn Du wiederkämst.

Coole Socke. Würdest uns fehlen.

 

Frau Laumann

 

Merkwürdige Leute, die Städter. Tragen ein dämliches Kaninchen und ihr schönes Geld zum Tierarzt. Blödsinnige Gefühlsduselei. Viecher sollen was bringen, nicht was kosten. Ein Kaninchen soll in der Bucht sitzen und fett werden, und wenn es krank wird, dann muß es halt kaputtgehen. Nur die Stärksten kommen durch.

 

Bei uns gehen jedes Jahr Kaninchen kaputt. In der Eiseskälte oder an irgendeinem Infekt. Kleine Kätzchen gehen auch immer mal kaputt, die erfrieren im Winter, ersticken an der verrotzten Katzenschnupfennase (dagegen kann man impfen? Nein, das haben wir noch nie gemacht) oder verhungern (weil sie zu blöd sind, Mäuse zu fangen. Zugefüttert wird nicht.). Dann macht die ausgemergelte verrotzte und verflohte Mutter-Katze halt neue kleine Kätzchen, und von denen kommt meistens dann doch die Hälfte durch. Das reicht, um die Ställe mäusefrei zu halten. Und im nächsten Jahr macht die Katze wieder neue Kätzchen, und ein halbes Jahr später wieder. Weil ja eben immer welche kaputtgehen. So ist das eben auf dem Land.

 

 

 

9 Kommentare

  1. Tja, Friederike, so ist das – alles hat seine zwei Seiten.
    Die Bunny-Hilfe hat sogar Anfang des Jahres einem jungen Kaninchen das eine Bein amputieren lassen – es springt seitdem fröhlich auf 3 Beinen durch die Gegend und ist froh und dankbar!
    Natürlich quälen muss man kein Tier – aber wenn man eine guten Tierarzt(ärztin) hat wird der /die auch die Notbremse ziehen.
    Ich denke die Mischung aus beidem macht es – etwas realistisch und aber auch früsorglich – denn ansonsten sollte man keine Tiere halten.
    Ich drücke Euch bzw. der coolen Socke ganz feste die Daumen.
    (Hatten leider auch gerade „zwei Fortgänge“ – aber die waren alterbedingt!)

  2. Keinen Knopf abmachen, bitte.
    Ich kannte mal ein Kaninchen mit Hinterbeinlähmung, das hat eine Kiste unter den Hintern gekriegt, und gut war.
    Das Gleiche kenne ich von 2 Hunden.
    Ist kein großer Aufwand. Schmerzen sollte es bei der Lähmung ohnehin nicht haben- schließlich meldet das Rückenmark ja nix mehr.
    Und zu den Tierärzten: meine katze hatte mit 17,5 Jahren eine Hinterbeinlähmung. Der TA wollte sie sofort einschläfern. Sie ist fast 22 geworden.
    Will dir ja nicht das Herz schwer machen, aber trotzdem: nicht einschläfern wegen einer Behinderung.

    • Naja, bei einem Auslauf von 400 qm und Füchsen und Mardern rundrum ist das halt so eine Sache mit der Behinderung. Und die Alternative „im Käfig im Haus“ macht uns jetzt auch nicht so wirklich an. Schaun mer mal.

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