Dies und Das vom Tage.

14. Mai 2024

Da war ich neulich doch mal wieder mit den Kitzrettern unterwegs: Wiesen mit der Drohne abfliegen, auf Bildschirme glotzen, bei Bedarf losstapfen durch hüfthohe nasse Gräser und Kitz einsammeln, und das alles ab morgens früh um 5 Uhr 30. 300 Hektar Flächen hat (Klick!) die Truppe mit ihren Drohnen in dieser Mäh-Saison schon kontrolliert, und 18 Kitze in Sicherheit gebracht. Wenn Sie also schon immer mal nach einem sinnvollen Ehrenamt suchen, bitte sehr, das wäre eines. Und beschränkt auf ein paar Wochen im Jahr, und nur bei gutem Wetter.

Ich habe darüber schon mal (Klick!) hier im Blog was geschrieben, als ich neu dabei war und gleich mein allerallerallererstes Kitz gefunden habe, damals hatten wir noch keine superduper Hochleistungs-Drohnen, die uns inzwischen manche Mühsal ersparen.

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Ich finde im Übrigen nicht nur Kitze, sondern auch Steine und Scherben. Im Garten unseres Hauses. Wir sind quasi stein-reich, wie so viele Odenwälder, und manchmal würgt der Boden auch alte Scherben aus. Ich harke Steine und Scherben mit schöner Regelmäßigkeit zusammen und entsorge das ganze Geröll, und währenddessen sitzt der gute alte Sisyphos auf dem Gartenzaun und lacht sich tot. Denn der Odenwälder Boden rund um unser Haus treibt alles nach oben, immer wieder, immer wieder, ich harke und harke und die Erde gebiert immer wieder neue Steine, neue Scherben.

Am Wochenende habe ich diese alte Scherbe im Hühnerauslauf gefunden, offenbar ein alter Bierkrug, er könnte von der Mosbacher Hübnerbrauerei, Gott hab sie selig, stammen. Die Scherbe erzählt von der Zeit, als unser Haus noch eine Gastwirtschaft war, die legendäre Wirtin war eine Cousine von olle Friedrich Ebert, aber das ist jetzt wieder eine andere Geschichte. (Puh, wer war jetzt nochmal olle Friedrich Ebert? Uff, Weimarer Republik undsoweiter, (Klick!) hier können Sie das nochmal nachlesen.).

Fun-fact Nr. 1: Mein Geo war mal in seiner Funktion als Werbegrafiker bei der Hübner-Brauerei in Mosbach zu Gast, das dürfte etwa 200 Jahre her sein, und ich war zu der Zeit vermutlich grade im Kindergarten am Berliner Brixplatz, und kein Mensch ahnte zu jener Zeit, dass er und ich eines Tages in den Odenwald ziehen und immer mal wieder auch in die Alte Mälzerei der ehemaligen Hübner-Brauerei gehen würden.

Fun-Fact und Lebensweisheit Nr. 2: Sie können alte Klamotten und Geschichten so tief vergraben, wie Sie wollen, irgendwann werden sie wieder nach oben gespült, und dann sehen sie aus, als wären sie nie verschwunden und vergraben gewesen. Naja Sie wissen schon.

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Für die Freunde von Flurstück- und Gemarkungsnamen habe ich das hier gefunden, und jetzt suche ich noch die Flurstücke und Distrikte Laptop und Messer und Smartphone und Löffel. Das kann aber dauern, ich bitte also um Geduld.

  • 4 Kommentare
  • PaulineM 14. Mai 2024
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    Mein Vater hat mal den wunderschönen Kopf einer kleinen Porzellanfigur im Garten ausgegraben und meiner Mutter geschenkt. Die hat sie liebevoll gereinigt und im Wohnzimmer ins Bücherregal gelegt. Jahrzehntelang war das “Vatis kleine Gartenfreundin”.

  • Gabriela 14. Mai 2024
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    …eine schön Idee, Sisyphos auf den Gartenzaun zu setzen … der lacht auch bei anderen Tätigkeiten, rund um Haus und Hof.
    Sonnige Grüße!

  • Ellen 15. Mai 2024
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    … und ich habe doch glatt “Hühnerbrauerei” gelesen!

    • Alwin 18. Mai 2024
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      Und ich “Kiezretter”. Musste gerade ein wenig an Berlin denken. Nostalgie, weil Regenwetter.

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