Dies und Das.

4. September 2022

Ich war im Wald unterwegs, aber das Makro-Objektiv und ich, wir werden noch keine Freunde, ohne Stativ sowieso nicht. Ich habe ohnehin nur etwas willenlos-verzweifelt vor mich hingeknipst, weil genau die Stelle, zu der ich erstmal eine Stunde lang durch den feuchtwarmen Wald tippeln musste, – genau diese Stelle also war wegen Baumfällarbeiten gesperrt, Lebensgefahr!, Betreten verboten, und ich bin ja feige brav. Naja, Sie wissen schon.

Und wo wir gerade bei amtlichen Warnungen und Verboten sind: Im Amtsblatt lese ich, dass immer wieder Gehwege, über die ganze Breite hinweg, mit Pferdeäppeln verunreinigt sind, man möge das doch bitte lassen. Es ist sogar ein Beweisfoto angefügt, ich kann leider nicht erkennen, wo da der genaue Tatort ist, jedenfalls ist es eine Unsitte, auf die man uns da im Amtsblatt aufmerksam macht.

Ausserdem entnehme ich dem amtlichen Mitteilungsblatt, dass das 3. Bürgermeister-Thorsten-Weber-Wanderpokalschießen wieder stattfindet, die Siegerehrung findet dann im Zusammenhang mit einem zünftigen Oktoberfest auf dem Gelände des Schützenvereins statt. Ich weiß nicht, ob man dann da in Dirndl und Lederhosen erscheinen muß, ich bin zugegebenermaßen kein Fan dieser bayerischen Veranstaltungen, aber sie sind hier irgendwie en vogue, und so gesehen ist Bayern ja auch nicht weit weg, gerade mal ein paar Kilometer. Wie Hessen im Übrigen auch, aber die haben da eben kein Oktoberfest und keine Dirndl.

Wir haben im Hochbeet Basilikum. Diese Aussage wird Ihnen nun reichlich lapidar und wenig aufregend vorkommen, aber sie raubt mir tatsächlich den nächtlichen Schlaf. Vom Hochbeet ist kaum mehr etwas zu sehen, der Sensations-Basilikum wächst und wächst, er überwuchert das arme Schnittlauch und den zarten Rucola, Basilikum-Äste recken sich in alle Himmelsrichtungen, wie die Arme eines Ertrinkenden greifen sie nach uns, es ist kein Durchkommen mehr. Wenn mein Geo hinten im Garten Äpfel aufliest, oder Pflaumen, sehe ich ihn vor lauter Basilikum nicht mehr, Geo, wo bist Du?, schreie ich Richtung Garten, Hier, hinter dem Basilikum, schreit er durch das Basilikum-Dickicht zurück. Wenn auch die gesamte Ernte in diesem Jahr ein Total-Ausfall war, das Basilikumgebüsch reißt es raus.

Das habe nun umgekehrt ich herausgerissen, das Gebüsch und die Basilikum-Stämme, und Basilikum-Zitronen-Salz daraus gemacht, gefühlt sieben Kilo. Ich bin sehr zufrieden und kann das nur empfehlen. Zitronenöl habe ich auch noch gleich angesetzt, wie so eine richtige Landfrau. Passt irgendwie auch zum Thema Vorratshaltung oder Überleben in Krisenzeiten, wir sind da allerdings schon seit Jahren auf dies und das vorbereitet und könnten mal locker 10 Tage ohne Strom und Leitungswasser überstehen. Aber das ist jetzt wieder eine andere Geschichte, die erzähle ich Ihnen auch mal irgendwann. Wenn dann noch Strom genug fürs Laptop da ist.

(Das erinnert mich nun wieder an meine Berliner Großmutter, die zu uns Jugendlichen immer mal wieder sagte Ihr?? Ihr habt doch immer nur im tiefen Frieden gelebt!, und es klang in meinen Ohren vorwurfsvoll, fast verächtlich, als habe sie uns etwas voraus mit ihren Kriegserfahrungen. Naja. Gott hab sie selig.)

  • 8 Kommentare
  • Gabriela 4. September 2022
    Antworten

    …wenn alle “willenlos-verzweifelten vor sich hingeknipsten” Bilder (und auch diejenigen, die voller zielgerichtetet künstlerischer und sonstiger Absicht/en) diese Qualität haben … muß einem nicht bange werden um die Kunst — Danke für diesen schönen Start in den Sonntagmorgen!
    Schöne Sonntags-Grüße, Gabriela

  • Ursula 4. September 2022
    Antworten

    Du solltest Pesto aus dem Basilikum machen, somit verfolgt es Dich auch im Winter.
    Ich hab‘s….. das Rezept 😉

    • LandLebenBlog 4. September 2022
      Antworten

      Ich bin leider kein pesto-Fan. :(

  • Willi Dr. Kremer-Schillings 4. September 2022
    Antworten

    Wenn Sie mit dem Fällen der Basilikum-Stämme fertig sind, bräuchte ich die Motorsäge für unseren Tomaten-Urwald. 😉
    Eine Ernte wie noch nie. Seit Wochen.
    Allen einen schönen Sonntag. Hoffentlich heute Abend mit Regen.

  • Alwin 4. September 2022
    Antworten

    Kann ich von diesem zähen Basilikum ein Ästlein abhaben? Habe mehrfach versucht, Basilikum im Garten anzupflanzen, ging jedesmal ein.

    • LandLebenBlog 4. September 2022
      Antworten

      Das Zauberwort lautet “Strauchbasilikum“, kriegt man beim Gärtner. Basilikum aus dem Supermarkt geht bei mir ein, wenn ich ihn nur scharf angucke.

      • Raoul 17. September 2022
        Antworten

        Danke! Ich habe mich schon gewundert, wie bei Ihnen Basilikum so wuchern kann, wie bei mir sonst nur Rosmarin (und diese doofen Brombeeren, herrgottsakra!)

        Aber da man nie genug Basilikum haben kann und dieses auch nicht permanent piekst, werde ich das im nächsten Jahr als Tipp beherzigen.

  • waldwanderer 8. September 2022
    Antworten

    sehr schöne fotos!
    wie fast immer ;-)
    dankeschön für´s teilen!

  • Antworten

Auf zu neuen Ufern! Nächster Artikel Auf zu neuen Ufern!