Der immerfröhliche Briefträger, den hier alle nur mit Vornamen anreden, hat gestern ein Paket von den Ausmaßen einer Wohnzimmerkommode angeschleppt. Die ersten Vorboten der Preisverleihung für den Goldenen Blogger 2021. Die Gala vor Ort fällt ja nun wegen Coronagedöns ins Wasser, aber virtuell werden sich am Montagabend alle Nominierten vor den Rechnern quer durch Deutschland treffen zum Gala-Dinner, ja, da staunen Sie. Ich staune auch nicht schlecht, das Paket entpuppte sich als ein wahres Füllhorn, voll mit Liebenswürdigkeit, Humor und Wertschätzung.

Currywurst und Kartoffelsalat sind auch dabei, ein schicker Drink, und für den Morgen nach dem rauschenden Fest ein paar Energyballs gegen mögliches Partykopfweh. Liebenswürdigkeit, Humor und Wertschätzung werden dabei länger halten als Currywurst und Kartoffelsalat, die dürften nämlich am Montagabend irgendwann alle sein, aber der Rest bleibt und versüßt mir hier grade die ansonsten so allgemein etwas trüben Zeiten, und ich finde das momentan also alles ganz famos.

Dass der/das LandLebenBlog da überhaupt nominiert worden ist, das ist schon ein echter Kracher und eine große Ehre, 2000 Vorschläge gab es, die eine Jury mühevoll sichten musste, und ich freue mich wie Bolle über die Nominierung. Danke nochmal an alle, die da vielleicht die Finger mit drin hatten! Jetzt noch gewinnen, wäre der Ober-Kracher, aber naja, Sie wissen schon.

Und die Konkurrenz in der Blogger-Kategorie Nische/Thema ist wahrlich stark, schauen Sie mal rein, da ist noch ein Blog rund ums Thema American Football dabei und ein Blog über Wirtschaft in Afrika, beides sehr spannende und lesenswerte Projekte.

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Gänzlich unbeeidruckt von irgendwelchen Nominierungen oder Gala-Dinners sind derweil die Hühner im Stall, die eine Madame gluckt, und das finde ich nun nicht lustig. Erstens geht die Wahrscheinlichkeit, dass JungHahn Rüdiger überhaupt schon tätig wird in Sachen Nachwuchs, gegen Null, zweitens belegt die dumme Glucke also tagelang eines der Legenester. Genau genommen, das beliebteste aller Legennester, was nun zur Folge hat, dass alle Hennen zum Eierlegen auf die Glucke draufsteigen, für eine Viertelstunde da oben verharren wie das Oberteil eines Doppelwhoppers, und ihr Ei einfach in das Federkleid der Doppelwhopper-Unterteil-Henne legen. Von dort rutscht es früher oder später sanft unter die Glucke und ist damit für immer verloren.

Ach was, nix da, sagen jetzt die Hühnerfachleute, man muß einfach einmal am Tag die frischen Eier unter der Glucke hervorholen, dann gibt es keine Küken (die würde es ja eh nicht geben, siehe oben), und wir ham was zu essen. Jahahaaa, so sagen die das. Als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt: Rein in den Stall, Glucke anheben, Eier hervorholen und einsammeln. Ja, nee, is klar.

Ich meine, hallo? Bin ich lebensmüde? Ich weiß ja nicht, was normale Leute so für Hennen haben, die Glucke hier jedenfalls bekommt schon Schlitzaugen, wenn ich nur den Stall betrete. Ach, was sage ich, ich muß nur daran denken, Richtung Stall zu gehen, dann fängt sie schon an, Todesblitze aus den verengten Augen Richtung Stalltür zu schleudern. Wenn ich es dann wage, in die Nähe ihres Nestes zu kommen, wenn ich gar so unvernünftig bin, eine Hand nach dem Nest auszustrecken, Gott behüte!, dann belegt sie mich mit allerlei Schimpfwörtern, um alsbald wie durchgedreht zuzuhacken, als ginge es um ihr Leben. (Gehts ja auch irgendwie, aber naja.)

Sie kreischt und brüllt das halbe Dorf zusammen, hackt und plustert die Flügel und macht insgesamt einen etwas unfreundlichen Eindruck, um es mal vorsichtig zu fromulieren. Und nachdem ich nun also nicht vorhabe, mich einer dämlichen gluckenden Henne selber zum Fraß vorzuwerfen und Leib und Leben aufs Spiel zu setzen, breche ich das Unternehmen lieber ab. Ja, das Huhn hat ein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, aber ich habe auch ein Grundrecht, das auf körperliche Unversehrtheit nämlich. Wir führen diese Diskussion ja nicht zum ersten Mal.

Bleibt sie halt da sitzen. Gibts halt keine Frühstückseier. Spätestens in ein paar WochenMonatenJahren wird sie begreifen, dass man unbefruchtete Eier nicht ausbrüten kann und dann wird sie aufsteigen von den bis dahin 372 Eiern unter ihr, und dann wird alles wieder wie früher sein. So sei es, und so bleibe es, bis in Ewigkeit. Amen.

Ein Kommentar zu “Dies und das.”

  1. Ich nehme lange Rosenhandschuhe für die Glucken! Aber es geht wirklich nur zu zweit:
    Handschuhe an, Glucke von oben nehmen gegen blödes Geflatter
    Das Huhn verbeißt sich in den Handschuh, während die Hilfsperson die Eier einsammelt. Bingo!
    Währenddessen hackt Hahn Carl-Gustaf natürlich einem von uns in den Hintern. Aber irgendwas ist ja immer.

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