Dies und Das

18. Oktober 2020

Im Dorf grasen die Schafe. Das hab ich ja hier auch noch nie gesehen. Schön, sowas. Kein Schäfer weit und breit, nur ein mobiles Elektrozäunchen. Ein paar Kilometer weiter tappt mit schöner Regelmäßigkeit ein Wolf in die Fotofalle. Und nun weiß ich auch nicht.

Update Montag: Den Schäfer getroffen. Ja, der Wolf macht ihm Sorge, aktuell und überhaupt. Nachts hat er die Tiere im Pferch, geschützt durch einen starken Stromzaun. Die Hoffnung: der Wolf bekommt ordentlich eine gewischt, wenn er an den Zaun kommt. Aber ob er daraus lernt? Und wenn ja, was? Dass er eine gewischt bekommt und dass der Kontakt mit Schafen Schmerzen verursacht? Oder wird er lernen, den Schmerz auszuhalten, und den Zaun umzulegen? Alles schwierig. Ich werde den Mann morgen mal fürs Radio interviewen.

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Alles tierisch, irgendwie: Neulich früh auf dem Weg zum Forellenteich erstmal ausgebüxte Kälbchen wieder auf die richtige Seite des Zaunes gelotst, dann mit wildem Gehupe den Reiher verscheucht, dieses Miststück. Im Davonfliegen lacht er hämisch. Nicht davonfliegen kann der dicke Biber im Forellenteich, warum sollte er auch? Lieselotte kann am Ufer dicke Arme machen, kläffen und gefühlte 2643mal den See umrunden, das stört den Biber garnicht. Offenbar ist er Publikumsverkehr gewöhnt, er dreht in aller Seelenruhe seine Runden und veräppelt Lieselotte, fast meine ich, es macht ihm tatsächlich Spaß, sie zu foppen, als wüsste er, dass sie niemals ganz ins Wasser gehen wird, nicht mal für einen dicken fetten Biber.

Vielleicht ist es derselbe Biber wie im Vorjahr um diese Zeit, vielleicht aber auch ein anderer, irgendwie auf der Durchreise oder dienstlich unterwegs, was weiß denn ich, jedenfalls ist er am Tag drauf nicht mehr da. Schade. Es war eine schöne Begegnung.

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Tierisch geht mir übrigens auch die Pandemie-Entwicklung auf die Nerven, an die Nerven. Es reicht jetzt langsam.

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Und nochn Tier: Der Greif. Kennen Sie? Das ist so ein Vieh mit vorne Vogel, hinten Löwe. Kann angeblich einen Ritter in Rüstung mitsamt dem Schlachtross mir nichts Dir nichts im Schnabel davontragen. Und dann vermutlich mit einem Happs fressen. Also ein tendenziell eher unsympathisches Tier. Nein, der war nicht auch am Forellenteich, das fehlt noch.

Ich habe den Greif gestern im Rahmen eines Podcasts kennengelernt, den ich regelmäßig für die Berliner Universität sprechen darf. War mir neu. Und kurz drauf lernte ich, dass der Greif das Wappentier von Baden ist, warum auch immer. Ja, da staunen Sie. Ich staune auch und muß der Sache mal nachgehen. Es hat wohl irgendwas mit Stärke und Wachsamkeit zu tun, naja.

Im Übrigen habe ich die aktuelle Folge des Berliner Podcasts erstmals vom Odenwald aus eingesprochen und nicht in einem supidupi-modernen Berliner Tonstudio. Corona und so, naja, Sie wissen schon. Ging aber auch, die Video-Schalt-Konferenz-Leitung Odenwald-Berlin glühte, stand aber wie eine Eins.

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Und sonst so? Pilze: Fehlanzeige, aber sowas von. Und Hähnchen Rüdiger sucht immernoch ein Zuhause. Sonst: Kochtopf. Also bitte, wollen Sie das zulassen?

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Und apropos Kochtopf und Essen: Da stürze ich neulich in Eile, weil auf dem Weg zu einem Termin, in die Bäckerei im kleinen Städtchen. Eine Zimtschnecke!, keuche ich gehetzt durch die Mund-Nasen-Maske. Wollen Sie die gleich im Auto essen?, fragt die Bäckersfrau mit strengem Blick. Ja, es bleibt mir nichts anderes übrig, gestehe ich. DIe Bäckersfrau greift zur Seite, nach dem großen Brotmesser, und für einen kurzen Moment fürchte ich, sie wolle mir damit an die Gurgel oder so. Kommen Sie, dann schneide ich Ihnen die gleich in Reiterlein, dann gibt es nicht so eine Sauerei.

Reiterlein! Große Liebe.

  • 8 Kommentare
  • waldwanderer 18. Oktober 2020
    Antworten

    die fotos von den schafen sind wunder-wunder-schön!!!
    danke für´s teilen!

  • nina. aka wippsteerts. 19. Oktober 2020
    Antworten

    In Reiterlein, hört sich wirklich sehr schön an!
    Die Schaf Fotos sind wirklich wahnsinnig schön. Dieses Genießer Schaf ☺
    Liebe Grüße
    Nina

  • Matthias Grimm 19. Oktober 2020
    Antworten

    Irgendwie hege ich den Verdacht, dass die Bäckerei-Fachverkäuferin „Reiderli“ (alternativ mit „ai“) gesagt hat… ;-)

    • LandLebenBlog 19. Oktober 2020
      Antworten

      ICH habe meinerseits den Verdacht, dass sie mit mir immer sowas wie Hochdeutsch spricht. ;-) Warum auch immer.

  • Marion 19. Oktober 2020
    Antworten

    Rüdiger im Kochtopf?! Ein schönes, neues Zuhause wäre deutlich besser. Seit gestern haben wir Hühner, aber einen Hahn trauen wir uns (noch) nicht zu – egal wie freundlich. Ich will aber mal bei einer Freundin nachhören ob sie Platz für ihn hat. Das wäre dann hier, also nicht ganz ums Eck, aber sehr schön da: https://www.stallgespraech-alfter.de/
    Liebe Grüße, Marion

    • LandLebenBlog 19. Oktober 2020
      Antworten

      Mach das gerne! Oder lass Dich von ihr überzeugen, dass ein Hahn im Zweifelsfall noch zusätzlich Ruhe und Frieden in ein Hühnervolk bringt. (Nur halt keine Ruhe morgens für die Nachbarn, ähem).

      • Marion 22. Oktober 2020
        Antworten

        Ja, sie hat auch schon versucht, mich zu überzeugen ;o) Denn sie möchte keinen zweiten Hahn. Verständlich, aber schade trotzdem. Ich möchte sicher (noch?) keinen Hahn, da bei uns auch die Kinder im Garten und bei den Hühner sind.

  • Ekki 21. Oktober 2020
    Antworten

    Bei uns* hiessen die Reiterlein ‚Schäfchen‘, was dann auch wieder zu den ganz tollen Schafsbildern passt. Danke :)

    * Niedersachsen

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