Abensti-hiil-le.

9. September 2020

Aaaabend-stiii-hiil-le üh-hüber-aaall. Nuuur am Ba-hach die Na-ha-chti-gaall. Ich singe den Küken ein Schlaflied vor, während sie noch schmatzend das Abendessen vertilgen, das ich mit Liebe (und aus Jogurt, Kräutern und Körnern) zusammengemanscht habe. Ihre Füße sind inzwischen immerhin so groß, dass sie damit nicht mehr auf dem Tellerchen herumsteigen können, so sieht das schon alles etwas manierlicher aus als noch vor zwei Wochen. Die Glucke murmelt den Küken beruhigend etwas zu, und irgendwann sinken sie allesamt satt und zufrieden ins Nest. Ich schließe vorsichtig den kleinen Kükenstall und gehe zurück ins Haus.

Im alten Nußbaum zanken Elstern noch kurz vor dem Schlafengehen, über die Terrasse huscht eine kleine dicke Maus, die vermutlich im Kaminholz wohnt. Die Katze putzt sich aufwändig, bevor es hinaus in die Nacht geht, und unter dem Tisch schnarchen zweistimmig die Hunde. In der Tasse ein Kaffee, im Glas ein Schluck Wein. Nur einmal kurz schimpfen am anderen Ende des Dorfes nochmal die Gänse, dann ist wieder alles abendlich still.

Und für einen klitzekleinen Moment könnte man sich glatt einbilden, die Welt wäre ein wunderbarer, friedlicher Ort.

Naja, Sie wissen schon.

  • 5 Kommentare
  • Rosi 10. September 2020
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    ohhh.. so schön
    das war eine meiner absoluten Lieblingslieder die ich als Kind
    abernds voller Inbrunst aus dem Mansardenfesnster geschmettert habe
    und da konnte ich noch singen ;)

    liebe Grüße
    Rosi

  • Astridka 10. September 2020
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    Hier huschen die Mäuse auch grade über die Terrasse, aber bei Morgenstille in der Großstadt. Und der Herr K. zählt bei seiner Morgengymnastik, ich lese die Zeitung. Von wegen, man könnte meinen, dass….
    Schöner Odenwald-Abendhimmel!
    Liebe Grüße!
    Astrid

  • Sandra 10. September 2020
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    Danke…. genauso fühle ich abends auf dem Balkon…. in einer mittelgroßen Stadt im Ruhrpott!

  • Eva 10. September 2020
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    Oh, wie schön und auch wie passend.
    Letzte Woche zog meine alte alleinstehende demente Tante in‘s Pflegeheim, weil sie nicht mehr Zuhause zurecht kam. Sie fremdelt noch sehr – verständlicherweise! Zum Trost haben mein Vater und ich, als wir sie gestern besuchten, mit ihr gesungen. Geh aus mein Herz und Abendstille… das ging sehr gut und war tröstlich (für alle).
    Danke!
    Eva

  • Barbara Jentzsch 11. September 2020
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    In der Volksschule ,vor 70? Jahren gelernt..now v

    Vor 70?Jahren in der Volksschule gelernt.. Nie vergessen… Singe es immer noch beim Autofahren in Virginia💬🦄🐾🌍

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