Dies und das.

1. Juli 2020

Jetzt hat das kleine Dorf endlich mal wieder eine Sensation und schafft es vorübergehend in die überregionalen Medien, und wer ist weit und breit die Einzige, die absolut nullkommanichts mitbekommen hat? Nichts, nada, niente? Naja, Sie wissen schon.

Jedenfalls war der Wolf da. Nicht am Dorf, nicht in der Nähe des Dorfes, sondern im Dorf. So stand es zumindest in der ersten Mitteilung von offizieller Seite. Wahrscheinlich ist er noch vor unserem Fenster herumgetapst, der Gute, und hat sich mal die Hühner beguckt. Normalerweise springen wir ja da sofort hin, also ans Fenster, wenn sich irgendwas da draußen bewegt, macht man ja so als selbsternannte Landfrau. Nee, verpennt. Völlig verpeilt. Zu schade, das wäre mal ne Story gewesen.

Aber vielleicht ist er ja noch irgendwo in der Ecke. Oder kommt wieder mal bei uns vorbei. Wenn ich allerdings Wolf wäre, würde ich zusehen, dass ich Land gewinne, die Gegend hier hat es in Wolfsangelegenheiten ja zu trauriger Berühmtheit gebracht, damals, als sie hier den letzten Wolf des Odenwaldes kalt gemacht haben. 1866 war das. Vielleicht ein Ururururururgroßvater von diesem aktuellen Besucher. Vielleicht ist der ja aber nun auch auf dem Weg runter nach Eberbach ins Museum, um dem alten ausgestopften Knaben Guten Tag zu sagen, der da in einer Glasvitrine zu betrachten ist. Vielleicht ist der ja so ahnenforschungsmäßig drauf, der Gedanke kommt mir eben. Wer weiß. Man steckt da ja nicht drin, in so einem Wolf.

Jedenfalls bin ich dann heute noch mit den Hunden im Wald gewesen. Aber bestimmt nicht rund ums Dorf, wo denken Sie hin, ich bin ja nicht lebensmüde (Hier bitte siebenundzwanzig Ausrufezeichen einfügen). Schön wars trotzdem, Richtung Bödigheim. Und heiß wars. Und einen Wiesenbocksbart habe ich entdeckt. Das ist so eine Art Riesenpusteblume, die ich erst neulich überhaupt kennengelernt habe.

Und sonst so? Die Eberstadter Tropfsteinhöhle bei Buchen hat wieder für Besucher geöffnet. Unter Auflagen, versteht sich. Kinderwagen und Rollatoren sind leider derzeit nicht gestattet. Ich habe das gestern knallhart recherchiert. Und morgen gehts zu einem Prozeß, versuchter Mord und so. Und damit wissen Sie eigentlich alles, was man über die inhaltliche Bandbreite einer rasenden Reporterin im Hohen Norden des Wilden Südens wissen muß.

  • 2 Kommentare
  • nina. aka wippsteerts. 2. Juli 2020
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    Ganz ehrlich? Ich hätte nie erwartet, dass der Wolf es soweit in die Zivilisation schafft. Also nicht, dass er nicht weit laufen kann, ich dachte, die Tiere werden doch eh überfahren. Und jetzt ist er mitten im größeren Bundesland, mitten in einem der größten Kreise und am bevölkerungsrichteten Gebiet. Gerissen hat er auch schon und ab da wird es ja immer schwierig. Ansonsten hab ich kein Problem damit, habe mehr Angst vor der Leitsau einer Rotte, die die Frischlinge beschützt.
    Ereignisreich bei Dir!
    Liebe Grüße
    Nina

  • Chris 2. Juli 2020
    Antworten

    Der Wolf gibt uns eine 2. Chance mit ihm zu leben.
    Hoffentlich vermasseln wir es nicht wieder.
    Gruß Chris

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