Was schön war.

Mit einem wildfremden Menschen zwischen den geparkten Autos ein Gespräch über Gott und die Welt. So intensiv unterhalten wir uns, dass ich die Zeit vergesse, während mein Geo mit dem Essen daheim wartet. Und das will ja was heißen. Mein Gesprächspartner und Vertrauter für zehn Minuten verabschiedet sich mit den Worten Das war sehr schön, vielen Dank dafür, und ich sehe das genauso und bin ganz glücklich und erfüllt. Geht doch, manchmal zumindest.

Ein Symbolbild, von der heutigen Hunderunde mitgebracht.

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Viel Kummer und Sorge und Angst und Schmerz im näheren und weiteren Umfeld. Das ist nicht schön. Aber es führt zu guten und intensiven Gesprächen, dauernd reden wir gut und intensiv, im Freundes- und Bekanntenkreis. Ja, das ist auch irgendwie schön, bei allem Kummer, aller Sorge. Es zeigt, dass Menschen sich dann doch noch auf die existenziellen Fragen zurückwerfen lassen und nicht dummes Zeug babbeln, nur, um das Unheil von sich fernzuhalten. Es ist kompliziert, aber vielleicht wissen Sie, wie ich meine.

Nochn Symbolbild.

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Dann neulich das riesige Fest in den Parkanlagen im Städtchen. Ein einziges Getümmel und Gedränge. Und die Achtjährige (oder Neunjährige oder wasweißich) mit den Storchenbeinen und den bunten Strumpfhosen, die plötzlich vor mir steht, weil sie mich vom Sehen kennt. Wissen Sie, wo meine Eltern sind? Ich habe meine Eltern verloren, ich kann sie nicht mehr finden, sagt sie und gibt sich dabei alle Mühe, das Beben der Unterlippe irgendwie im Zaum zu halten. Ich erkenne natürlich sofort den Ernst der Lage, sehe die Eltern auch nicht auf Anhieb, dabei waren sie vor ein paar Minuten noch da hinten.

Aus pädagogischen Gründen gebe ich die Unbeschwerte, Na, das haben wir doch gleich!, sage ich aufmunternd und befehle dem Kind, sich auf eine Bank zu setzen und sich nicht mehr vom Fleck zu rühren, bis ich die Eltern im Gedränge gefunden habe. Bevor ich sie da sitzen lasse, frage ich mit etwas übertrieben gut gelaunter Stimme Du bekommst jetzt aber noch nicht gleich die Panik, oder?. Sie schaut mich groß an und sagt mit bebender Stimme und bebender Unterlippe Oh, ich fürchte doch! Wörtlich. Genau so sagt sie das, und ich bin auf der Stelle ein bisschen verliebt.

Die Mutter habe ich dann ziemlich schnell gefunden.

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Etlichen Menschen geholfen in den vergangenen Wochen. Helfen können. Helfen dürfen. Auf allerlei Art und Weise. Umzüge organisiert, Jobs vermittelt, Möbel geschleppt, hilfreiche Kontakte hergestellt, Ideen entwickelt, Gehör geliehen. Möglich ist das alles nur dank eines ganz großartigen Netzwerks großartiger Menschen um mich herum. Dafür bin ich sehr dankbar. Ohne diese Mit-Helfer könnte ich mir meine ganze Hilfsbereitschaft in die blonden Haare schmieren. Danke! Ihr seid alle großartig. So sei es, und so bleibe es, bis in Ewigkeit, Amen.

6 Kommentare

  1. Geben und Nehmen… Manchmal bekommt man eben, was man verdient und darf dann dies auch annehmen. Zwischenmenschliche bleibt einfach und wichtig.
    Liebe Grüße
    Nina

  2. Pingback: Der Zug war pünktlich | Buddenbohm & Söhne

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