Cremare.

Ich habe da neulich eine spannende Frau kennengelernt, die ist so ziemlich auf der halben Welt herumgekommen und wohnt nun also hier im schönen Odenwald. Das kommt mir irgendwie auch folgerichtig vor. Und wie das so ist, wenn man sich so zum ersten Mal trifft und beschnuppert, kam das Thema recht bald auf Krematorien.

Ein Symbolbild.

Das erweist sich bei näherer Betrachtung tatsächlich und wider Erwarten als hochinteressantes Sujet, ja, da staunen Sie, Sie können ja mal hier bei Wikidingsbums nachlesen, und letzten Endes geht uns das ja alle an, ob wir nun wollen oder nicht. Ewiger Kreislauf, undsoweiter, naja, Sie wissen schon.

Ich habe in diesem Zusammenhang auch gelernt, dass es auf die mehr als 400 Stadt- und Landkreise in Deutschland tatsächlich nur rund 150 Krematorien gibt, mir kam das äußerst wenig vor. Andererseits: wann sieht man schon mal mit Bewusstsein ein Krematorium in der Gegend herumstehen? Eben. Hier im Odenwald gibt es natürlich eine dieser bundesweit 150 Verbrennungsanstalten, logisch, sonst würde das Thema hier ja jetzt nicht auftauchen.

Bei meinen ausgiebigen Krematoriumsstreifzügen durch das Internet (man hat ja sonst nichts zu tun an langen Abenden auf dem Lande), bei meinen Recherchen also fiel mir auf, dass immer mehr Krematorien dringend aus der Tabu-Ecke rauswollen, man kann das ja verstehen und begrüßen. Da werden die Krematorien als freundliche offene Häuser dargestellt, die mitten ins Leben gehören, in denen auch Schulungen und Seminare rund ums Thema Trauer, Tod und Sterben stattfinden können, die Tage der Offenen Tür veranstalten oder auch mal einen Bestatter-Frühschoppen(Falls Sie da teilnehmen wollen, dann aber husch, husch, am 5. Juni ist Anmeldeschluß). 

Manches Bemühen um die Befreiung vom Tabu kommt einem da noch ein bisschen holprig vor, und wenn Sie mich fragen, möchte ich zum Beispiel im Trauerfall beim Anklicken der Website des Krematoriums im kleinen Landau in der Pfalz nicht als erstes oder zweites triste Industrie-Schornsteine in Grau-Weiß sehen, aber seis drum.

Jedenfalls saßen meine neuen Bekannte und ich da so beim Cappuccino in der Sonne und plauderten ganz lebhaft eben auch über das hiesige Krematorium, das sich sehr um die Nähe zum Leben bemüht. Und mit seinem Logo auch die Nähe zur Geschichte sucht, also die Nähe zur römischen Geschichte der Region, oder irgendetwas in der Art.

Bei den Römern gabs ja schon die sogenannten Brandgräber, auch das habe ich gelernt. Und überhaupt war das Verbrennen von Leichen seit Jahrhunderten ja sehr gebräuchlich.

Und jetzt weiß ich auch nicht.

 

 

2 Kommentare

  1. Geschichtsbewußtsein oder ein Feingefühl für Design schien dem Grafiker bei der Entwicklung des Logos vollkommen zu fehlen. Mit Kenntnis der deutschen Geschichte erinnert dieses „Krematorium-Zeichen“ an die Darstellung eines KZ.
    Das Gebäude und vor allem der Wachturm sind unglücklich gewählte Motive – (auch wenn es am Limes liegt).

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