Herr Fuchs.

6. Mai 2017

Wir sitzen da gestern abend bei Freunden, ein paar Dörfer weiter, es gibt feinstes Essen und guten Wein, die Freunde sind Hühnerhalter wie wir, und so kommen wir früher oder später ans Hühnerhaltungs-Fachsimpeln, wie das eben so geht unter Landmenschen, wir berichten vom elektronischen Stallwächter, den wir schon lange installiert haben, die Hühnerklappe ist in die große Stalltür eingebaut und öffnet und schließt wie von Zauberhand. Genauer gesagt, von einer Schaltuhr betrieben, wir müssen uns um nichts kümmern, die Klappe geht morgens auf und abends wieder zu, wir sparen uns viele Wege und können beruhigt schlafen, das ist alles wirklich sehr praktisch.

Die Freunde hören und staunen, ja, vielleicht sollten wir sowas auch einbauen, sicher ist sicher, auf die elektronische Hühnerklappe ist bei Wind und Wetter Verlass.  Wir fragen uns, wie wir es überhaupt so lange ohne elektronischen Stallwächter ausgehalten haben, wir schwadronieren und schwadronieren und malen die Vorzüge des Gerätes in den schönsten Farben aus, das ist nun wirklich sehr praktisch, sagen wir und nehmen noch einen Schluck Rotwein und ein Stück von dem frischgeschossenen Rehrücken.

Und während wir also so schwadronieren und stolz von der Hühnerklappe berichten, ein paar Dörfer von zuhause entfernt, schleicht der Herr Fuchs bei uns um den Stall, die elektronische Klappe hat ihren Dienst schon getan, sie ist um 21 Uhr leise heruntergesummt, was aber nicht so viel nützt, wenn die gesamte Stalltür sperrangelweit offen steht, weil man sie morgens sperrangelweit geöffnet und nicht wieder geschlossen hat, und so schreitet also Herr Fuchs durch die offene Tür mit der geschlossenen Klappe in den Hühnerstall und freut sich, und ihm läuft das Wasser im Munde zusammen, die Hühner sind nachtblind, sie ahnen nur, was da passiert, aber sie sehen es nicht, und ehe sie sichs versehen, sind drei Hühner und Friedrich der Hahn mausetot.

 

 

 

  • 12 Kommentare
  • JH 6. Mai 2017
    Antworten

    Ach du sch…
    Mein Beileid!

  • Linda 6. Mai 2017
    Antworten

    Das tut mir sehr leid.

  • Roswitha 6. Mai 2017
    Antworten

    Oh je, tut mir leid, war ein so schöner Hahn!

  • Micha 6. Mai 2017
    Antworten

    …oh, welch ein unglückliches Versehen!

  • Pamylotta 6. Mai 2017
    Antworten

    Oh nein!!!!!!! Mein Beileid!

    LG
    Pamela

  • Marlene Buhleier 6. Mai 2017
    Antworten

    Wie grausam – auch das ist eben Landleben, tut mir so leid um die Hühner und den stolzen Hahn

  • Lilli 6. Mai 2017
    Antworten

    Oh nein :-(((((

  • Kari 6. Mai 2017
    Antworten

    Friedrich hat bestimmt gegen den Fuchs gekämpft. Hähne verteidigen ihre Hühner bis zum Letzten gegen Gefahren. Er ist ein Held im Hühnerhimmel!

  • Marianne 6. Mai 2017
    Antworten

    O nein.
    Mir ist das vor ein paar Jahren auch passiert. Da bemūht man sich um die Hūhner, damit es ihnen gutgeht, und in einer Nacht sind alle tot. Bei mir waren es alle.

  • Barbara 7. Mai 2017
    Antworten

    Och neee. Mensch, das tut mir sehr leid :-(

  • Christa 7. Mai 2017
    Antworten

    Friedrich wusste, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, deshalb hat er sich mit dem Krähen so verausgabt.

  • Herr Ackerbau 7. Mai 2017
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    Das tut mir leid. Ich hab mich zuerst gar nicht getraut, den Beitrag zu lesen, weil ich bei der Überschrift schon ein schlechtes Gefühl hatte.

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