Landidylle.

22. November 2016

Nein, wir langweilen uns nicht in diesen Tagen, ganz gewiß nicht. Jetzt also auch noch diese Vogelgrippe, das kostet Zeit und Nerven, leider hat der verehrte Herr Agrarminister bisher noch keine tatkräftige Hilfe angeboten, das war vermutlich abzusehen und ist ja auch verständlich. Also verbringen wir unsere Tage im Internet, suchen nach Partyzelten und alten NVA-Zeltplanen, nach Haken und nach Ösen, nach Maschendraht und Zaungestellen, wir rechnen, messen, verwerfen, rechnen neu, bestellen online. Wer keine Sorgen hat, der macht sich welche.

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Außerdem müssen kleine Strohballen her, wo bekommt man die denn jetzt, wir sind für Tipps sehr dankbar. Die Betonung liegt auf klein, so ein riesiger Rundballen passt ja nicht mal durch die Tür. Dazu brauche ich Ideen für Hühnerspielzeug, damit die lieben Kleinen nicht verdummen. Ja, so eine Vogelgrippeaufstallungspflicht bringt manchen Aufwand mit sich.

Immerhin konnte ich den Gatten überzeugen, die große Halle herzugeben für die Hühner, da ging es in den vergangenen Jahren um Kunst und um Kultur, Ausstellungen, Konzerte undsoweiter, das wird nun also unser neuer Hühnerstall. Ab Montag, denn am kommenden Wochenende ist erstmal Offenes Atelier im Haus und in der Halle, man gönnt sich ja sonst nicht, Sie dürfen gerne mal vorbeischauen. Und sich unter die rund 150 Besucher mischen, die am Samstag und am Sonntag von mir in meiner Küche nett bewirtet werden, mit Kaffee und warmen Worten. Dafür muss ich auch noch einkaufen, gut, dass wir darüber sprechen.

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Eben noch Kunst und Musik – bald Hühnerstall.

Den Garten hat der Gatte heute schon gerichtet, winterfest, naja, Sie wissen schon. Holz gehackt, dazu mehrere Glühlampen gewechselt und alle Fenster geputzt, irgendwas ist immer auf dem Lande. Von der humpelnden Katze reden wir jetzt gar nicht, die ignorieren wir jetzt einfach mal, bis Montag. Und die Hunde müssen raus, und sie müssten dringend zum Friseur, ich auch, fällt mir da ein.

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Außerdem waren wir auf einem Konzert im Dorf, das Kulturprogramm ist überschaubar, das Konzert aber war äußerst nett. Und die befreundeten Forellen habe ich gefüttert und das Laub vom See gefischt, das geht zwar in die Arme, ist allerdings mehr Entspannung als Arbeit. Und arbeiten war ich nebenher übrigens auch noch, Interviews führen, O-Töne schneiden, texten, Beiträge produzieren, Telefonate mit dem Bundesverteidigungsminsiterium und dem Pressezentrum des Heeres, da staunen Sie. Das war allerdings ebenso wenig ergiebig wie die Telefonate in Sachen Bauschutt aus Atomkraftwerken, dafür habe ich jetzt aber einen Termin mit einem Herrn, der am Wochenende hier ein internationales Schlittenhunderennen ausrichtet, ja, das ist die Bandbreite hier auf dem Land.

Nebenher will der Gatte von mir eine Überarbeitung seiner Homepage, so mal rasch, am besten gestern, da muß ja auch das neue Buch rauf, das er ganz genauso nebenher geschrieben hat. Dazu muss ich auch demnächst was schreiben, so als Werbeblock, oder Sie kommen einfach mal am Wochenende her und gucken selber, ich kann mich schließlich nicht um alles kümmern.

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Einfach anklicken, dann lesbarer.

Jetzt muß ich noch den Hühnern Gute Nacht sagen, den unaufgestallten, immernoch, dann zur Chorprobe ins Städtchen, Krönungsmesse, Mozart undsoweiter. Und nachher komme ich heim und setze mich in den Schaukelstuhl an den dann vermutlich nur noch glimmenden Kamin und glotze auf das Bild, das der Gatte nebenbei gemalt hat. Hoffnungsschimmer heißt es, na, das passt ja. Und dann lese ich beim Einschlafen noch in der Landlust nach, wie idyllisch das Leben auf dem Lande sein kann.

 

 

  • 11 Kommentare
  • Franziska Pilz 22. November 2016
    Antworten

    Gucken sie mal auf meine FB Seite, da hab ich vor ein paar Tagen eine nette Beschäftigung für Hühner geteilt. Lieben Gruß und bitte nach dem Wochenende ein bisschen kürzer treten – das ist alles bisschen viel. Franziska

  • Natalie 23. November 2016
    Antworten

    Huch, das klingt nach ganz schön viel Programm…
    Viel Spaß & Erfolg dafür!
    Für die Hühner gibt es hier zum Beispiel eine klasse Idee, eine Art „Futterkugel“, die herumgekugelt werden muss, damit das Futter aus kleinen Löchern herausfällt.
    http://naturalchickenkeeping.blogspot.de/2013/12/cheep-n-easy-diy-chicken-boredom-buster.html

    Liebe Grüße aus der Lüneburger Heide
    Natalie

  • Rosi 23. November 2016
    Antworten

    das pralle Leben also ;)
    die Hühner tun mir Leid
    sie können ja nichts dafür..
    aber es wird rumgehen..
    dafür haben sie es dann schön warm ;)

    liebe Grüße
    Rosi

  • Muri 24. November 2016
    Antworten

    Leider trifft diese unsinnige Aufstallung ja mittlerweile fast alle…..was für Possenspiel.
    Viele Private Hühnerhalter haben nicht die Möglichkeit ihre gefiederten Schützlinge halbwegs Artgerecht über die Stallpflichtzeit zu bringen und schlachten gerade massenhaft Tiere die weder Krank sind noch eine Gefahr darstellen.
    Der größte Teil der Berichterstattung scheint mir ein Nachplappern der Geflügelindustrie zu sein, die meiner Meinung (und da bin ich nicht alleine) Auslöser der ganzen Misere ist und nicht ein Wildvogel der sterbend über einen Putenmastbetrieb fliegt um noch schnell ein Virus zu verbreiten.

  • Locke 24. November 2016
    Antworten

    Leider hab ich nicht genügend von den kleinen Strohballen daheim, aber bei Hühnern bietet sich vielleicht sowieso Sägemehl als Einstreu fast besser an…

    • Muri 24. November 2016
      Antworten

      Die Strohballen dienen dem Vergnügen und nicht primär als Einstreu.
      Zur Bespaßung der Hühnerchen:
      -in Hokaido oder andere runde, kleine Kürbise ein Loch bohren und eine Hand voll Sonnenblumenkerne einfüllen. Erst sind die Kerne weg und dann der Kürbis.
      -in ein Gitterkorb einen Salat/Chinakohl geben und knapp über Hühnerkopfhöhe aufhängen.
      -Kolbenhirse aufhängen, so das sie nur hüpfend drann kommen
      -noch schnell Laub sammeln, trocknen und als Haufen in den Stall, eine paar getr. Mehlwürmer rein den Rest erledigen dann die Planierhühner…ich glaube Deep Litter macht ihr sowiso ;-)

      • Locke 24. November 2016
        Antworten

        Wenns nur zum Vergnügen und nicht als Einstreu zu verwenden ist, bleibt die Frage: geht auch Heu statt Stroh? Falls Heuballen nicht zur Kropfverstopfung bei den Hühnern führn – was ich ja leider fast befürchte – könnte ich mit denen dienen. In klein natürlich ;)

        • LandLebenBlog 25. November 2016
          Antworten

          Wo wären denn die, so geographisch??

      • LandLebenBlog 25. November 2016
        Antworten

        Super Ideen, danke!

  • Micha 25. November 2016
    Antworten

    Jetzt wissen wir, warum dein Mann eine jüngere Frau hat – huuarg… endlich hab‘ ich mal die Gelegenheit diesen dabbigen Spruch rauszuhauen (wir verstehen uns ;)
    Ich wünsche euch ein gelungenes Wochenende (das wird bestimmt turbulent) mit schönen Begegnungen…. Und um eure Hühner mache ich mir keine Sorgen, die sind ja nun wirklich in liebevollen Händen (du merkst, ich bügle meinen Einstiegswitz wieder aus :))

    • LandLebenBlog 25. November 2016
      Antworten

      :-)

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