Aufräumarbeiten.

6. Juni 2016

Heute noch mal im Überschwemmungsgebiet unterwegs gewesen, nicht weit von uns. Billigheim-Allfeld, ein Dorf am Bach. Am Bach, der sich zusammen mit all den anderen Wassern von oben und von unten, von rechts und von links, in einen reißenden Strom verwandelt hat, brüllend und wütend, vor genau einer Woche. Mit den Aufräumarbeiten sind die Menschen hier noch lange nicht fertig. Aber mit den Nerven.

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Ich war eine schicke Einbauküche.
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Und ich ein Wohnzimmer.

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Erinnerungsstücke, Fotoalben.
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Trocknungsanlage.

Nach der Flut ist vor der Flut. Angeblich soll es weitere Unwetter geben, lokal, punktuell. Nichts genaues weiß man nicht. Vielleicht kriegt Petrus sich ja ein. Vielleicht auch nicht.

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Den ganzen Vormittag bin ich da unterwegs, dienstlich, bei brütender Hitze und mit einem hechelnden Hund an der Leine, er kann schließlich nicht im Auto sitzen bleiben. Unwetteropfer laden mich zu Wasser und Kaffee ein, ich sitze bei wildfremden Menschen auf der Wohnzimmercouch, um ihr wlan zu benutzen. Die Solidarität hier im Dorf ist riesig, sagt eine Frau, jeder hilft jedem, und hier kommen Menschen in mein Haus, die habe ich noch nie gesehen, die packen einfach an und helfen uns. Andere bringen Kuchen oder Brezeln, oder bieten sich als Einkaufshilfe an. Wir kamen ja die ersten Tage gar nicht raus aus dem Dorf mit dem Auto, alles gesperrt, alles dicht. 

All das höre ich mir also an und denke an meinen lächerlichen überfluteten Keller und daran, dass ich mich darüber nicht beklagen werde, aber ganz bestimmt nicht. Dann gehe ich mit dem hechelnden Köter an der Leine raus aus dem Dorf, zum Parkplatz. Vor den Dienstwagen hat jemand eine Schüssel Wasser gestellt. Für den Hund.

 

 

  • 4 Kommentare
  • Amelie 6. Juni 2016
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    Heftig. Im leer stehenden Haus unserer Verwandtschaft ist zum Glück alles ok, im Ort gab es Probleme mit Schlamm und überfluteten Kellern, aber das Haus steht auf dem Hügel.

    • LandLebenBlog 7. Juni 2016
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      Zum Glück! Bei Bedarf einfach Hilfe rufen, hier.

  • Elke 7. Juni 2016
    Antworten

    Hallo, ich wollte mir ein paar schöne Bilder ansehen da ich auch eine aufs Land verschlagene Städterin bin und sehe hier das, was ich 2013 bei mir im Nachbardorf erlebt habe. Wasser wo früher kein Wasser war.Bei jedem Regen habe ich seitdem Angst,.. packe meine Sachen und warte.. bis einer sagt ..alle raus aus den Häusern..Tiere bleiben da.. das Dorf wird evakuiert..Das Schlimme daran ist.. das alle Welt vom Hochwasserschutz redet .. und vom Jahrhunderthochwasser .. das irgendie nicht mehr alle 100 Jahre kommt.. Nachdenkliche Grüße

    • LandLebenBlog 7. Juni 2016
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      Und zumindest bei uns in der Region war das aktuelle Hochwasser viel schlimmer als alle Berechnungen für ein 100jähriges.

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