Blaumanns Erzählungen.

11. Oktober 2015

Wochenende ist Blaumannzeit, man kennt das, wenn man auf dem Land lebt. Anders bringt man’s hier zu nix. Also möglichst öffentlichkeitswirksam schuften, den lieben langen Samstag, laut und weithin sichtbar.

Blaumann

Das mit dem laut und weithin sichtbar hat an diesem Wochenende leider nicht geklappt, eher lautlos und für die Dorfbewohner unsichtbar ist der Blaumann auf allen Vieren fluchend durch den Garten gekrochen und hat Fallobst aufgesammelt, die Bandscheiben sangen dazu eine fröhliche Weise. Und zwischendurch wurden, mit Hurraa! und AuaAua! die letzten hängende Äpfel von den Bäumen (und auf den eigenen Schädel) geschüttelt, damit doch wenigstens irgendwer merkt, daß wir was schaffen.

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Fast 150 Kilo sind zusammengekommen, mit denen gings zum Saftpressen in ein Dorf nicht weit von hier.

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In der mobilen Kelter drei junge Herren und ein Arbeitsanleiter der Johannes-Diakonie, zu der gehören die Werkstätten, allesamt gesprächig und sehr nett. Den einen jungen Mann müssen Sie sich merken, Danilo Pasnicki heißt er und ist immerhin dreifacher Medaillengewinner der diesjährigen Special-Olympics in Los Angeles im Kraftdreikampf, wir kannten uns bereits von einem Interviewtermin und feierten fröhliches Wiedersehen zwischen Apfelmatsch und Apfelsaft, und er erzählte von L.A. und seinem ersten Flug und von den Wettkämpfen und den Erfolgen seiner Teamkollegen. Sein Trainer ist kein Geringerer als mein Duz-Freund Oliver, tja, wen man halt so kennenlernt in der vermeintlichen Provinz.

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Aber ich schweife ab (wie Bloggerkollege waswegmuß zu sagen pflegt), wir ließen also Saft pressen, bezahlten am Ende um die 45 Euro und schleppten mehr als 60 Liter eigenen Apfelsaft vom Hof. Und hatten ein nettes Stündchen mit den netten Herren der mobilen Kelter. Und vielleicht noch sowas wie einen sinnvollen Beitrag geleistet, wer weiß das schon.

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Falls Sie also in der Region wohnen und auch noch irgendwelche Äpfel herumliegen haben, die man doch zu Saft machen könnte: nein, ich komme nicht zum Sammeln oder Pflücken. Aber ich verlinke Ihnen hier die Termine der mobilen Kelter, die ist nämlich noch bis Anfang November unterwegs.

 

 

 

 

  • 7 Kommentare
  • Wolfgang 11. Oktober 2015
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    Mit nicht erhitztem Apfelsaft kann man aber auch einen leckeren Apfelmost machen. Und im Winter heiss als Gluehmost geniessen.

    Kann man auch mit 1-2-5-10 Liter testen.

    Schoene Gruesse

    Wolfgang

    • LandLebenBlog 11. Oktober 2015
      Antworten

      Leider zu spät, er wurde erhitzt, und ich gehöre ja im Übrigen seit einiger Zeit zu den Blaukreuzlern. ;-) Aber die Anleitung auf Ihrer Seite habe ich gesehen, sehr cool, das wird sicher manchen Leser hier interessieren!

  • Waltraud Kessle-.Helm 11. Oktober 2015
    Antworten

    Boah…wir haben leider keine Äpfel….verkaufst Du Saft? *malganzliebundvorsichtiganfrag* Falls ja, dann melde Dich bitte wir kaufen Dir was ab…wirst ja wohl nicht alles selber trinken wollen ;-) Schönen Restsonntag noch ud liebe Grüße…Du fährst immer sooo schnell vorbei… bis ich Dich seh, biste schon wieder weg ;-)

    • LandLebenBlog 11. Oktober 2015
      Antworten

      Ich muß das den Gatten fragen, er ist – was selbstproduzierte Lebensmittel angeht – inzwischen ein ganz ganz schlimmer Geizkragen. Aber ich finde das raus. Und werde Dir mal einen Karton heimlich vorbeibringen, aber da sind halt nur 5 Liter. Ansonsten stehen doch hierzulande leider überall Bäume, um die sich kein Mensch kümmert – kann man da nicht sammeln oder pflücken? Das müsste doch bei Euch auch so sein wie hier im Dorf, bzw am Dorfrand, man fährt ja schon überall wieder über Apfelmus-Teppiche.

  • Astridka 11. Oktober 2015
    Antworten

    Das überall üppig volle Bäume in der Landschaft herumstehen konnte ich selbst als Chauffeuse feststellen!
    Ich bin früher immer mit Onkel Alis nach Kudach oder einem anderen Hof gefahren mit den vielen Äpfeln. Allerdings gab es da Most, da kannte der Patenonkel nichts. Aber so eine mobile Presse finde ich ja grandios!
    Eine produktive Woche!

    • Astridka 11. Oktober 2015
      Antworten

      Da fehlt noch ein „s“ beim ersten „das“… und ein Komma…..

  • Manuela 11. Oktober 2015
    Antworten

    Jaja, Saft pressen. das haben wir vor einigen Wochen mit Schülern gemacht, mit 600kg
    Äpfeln, die sie zwei Tage zuvor von Streuobstwiesen aufgesammelt haben.
    Ich hab das alles bildlich festgehalten und dokumentiert.
    Kannste mal,gucken gehen unter
    http://www.förderverein-hebelschule-schliengen.de ( pst, Homepage hab ich gemacht)
    Wir machen das jedes Jahr, der Saft wird dann an Märkten verkauft und bei
    Veranstaltungen ausgeschenkt.
    Ich hoffe dem Rücken des Gatten geht es soweit gut, meiner hat heute NUR wischwasser
    In sein Auto gefüllt und dabei ist ihm dann was in den Rücken gefahren, da musste
    dann Voltaren drauf…..

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