Blaumanns Erzählungen.

21. Juni 2015

Ja, genau, es war wieder Samstag, und vernünftige Menschen nutzen den Samstag zum Ausspannen und zum Shoppen und zum Cappuccino-in-einer-süßen-kleinen-Bar-trinken undsoweiterundsoweiter. Ja, danke, Sie mich auch.

Blaumann

 

Der Blaumann hatte das befürchtet: Es wird synchron gegluckt. Erst Erna (sechs Eier), dann Berta (vier Eier), nun also auch Frau Hannelore (zwei Eier). Glucken ist wie eine ansteckende Krankheit, fängt eine an, ziehen andere nach. Sie sitzen dann wie festgenagelt, stellen das Essen und das Trinken ein und machen auch nicht mehr das Gegenteil, bekommen einen glasigen Blick und weiche Knie.

Blöd nur, daß im Hause Blaumann derzeit bloß ein Gluckenstall vorhanden ist.

 

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Erna.

 

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Berta und Frau Hannelore. Noch in den Legenestern, geht ja gar nicht.

 

Also latscht der Blaumann am Samstag durch den Baumarkt wie ein echter Odenwälder, schaut hier und dort, vergleicht fachkundig Kleintierstallpreise – 80 Euro, Hallo, gehts noch? – und denkt nach und läßt den GluckenPhantasien freien Lauf. Und erfindet zwischen Fischer-Dübeln und Betonmischwannen eine neue Form des Gluckenstalls, zahlt für zwei Stück und das Drumherum nur 40 Euro und schleppt das ganze Zeug nach Hause, bohrt und hämmert, flucht und schimpft. Aber ich frage Sie: was soll man denn auch sonst an einem Samstag, tief im Odenwald, so machen?

 

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Nach drei Stunden sind aus zwei Kompostern für den Garten zwei Ställe für die Glucken geworden.

 

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Jetzt noch kreischende Hennen rein (Ach, haben Sie wieder geschlachtet?, wird der Bäcker ein Haus weiter morgen fragen), Deckel zu, und abwarten.

Die Glucken sind beleidigt, und der Blaumann ist sehr stolz.

 

Ja, wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden. Ohne Sie vorab enttäuschen zu wollen: viel ist da nicht zu erwarten. Unser JoHahn ist zwar wunderschön und macht einen auf Macho, die Hühnerherzen fliegen ihm ja nur so zu, und auch ich bin immer wieder schwer verliebt, aber in mancher Hinsicht ist er leider eine Niete. Wie im wahren Leben halt. 

 

 

  • 10 Kommentare
  • Jens Arne Männig 21. Juni 2015
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    Hmmm, ich hab ja neulich schon Haue bekommen, weil ich Schaltafeln im Außenbereich des Pferdestalls eingesetzt habe. Weil die gelbe Ölimprägnierung angeblich böse Bio- und Fungizide enthält. Nix Genaues weiß man aber nicht. Um alle Risiken für die sicherlich empfindlichen Eier auszuschließen, würde ich auf den Boden der Gluckenbox vielleicht eine Trennschicht aufbringen. Oder noch wissenschaftlicher: Eine der Boxen mit einem Boden aus unbehandeltem Schnittholz ausstatten und gespannt sein, ob sie die besseren Zuchtresultate liefert.

    • LandLebenBlog 21. Juni 2015
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      Der eine Stall sitzt auf Naturgrund, Erde und Gras. Der andere auf diesen Brettern, die seit Jahrmillionen im Garten herumlagen, da kann nicht mehr viel drin sein außer Luft und Regen. Und die Eier liegen mit Heu und Henne in einer Kunststoffwanne. Aber Frau Hannelore hat das Projekt ohnehin schon wieder abgebrochen. Die blöde Kuh.

  • waswegmuss 21. Juni 2015
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    Es handelt sich, wenn ich das recht verstanden habe, um zwei Hühnerscharvergrößerungshochsicherheitsbehältnisse mit Naturbelüftung und ohne Cappu?

    • LandLebenBlog 21. Juni 2015
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      Sehr richtig erkannt.

  • Manuela 21. Juni 2015
    Antworten

    Und die musische Berieselungsanlage habt ihr auch nicht
    Berücksichtigt, das ergibt bessere Lege- und Brutergebnisse!!!!

  • René van der Voorden 21. Juni 2015
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    Ein köstlicher Beitrag. Danke für die kurzweiligen Geschichten.

  • frau mo 23. Juni 2015
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    wow, das nenn ich mal eine idee!
    ♥ monika

    • LandLebenBlog 24. Juni 2015
      Antworten

      gell? Wir sind auch sehr stolz auf diesen Einfall.

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