Blaumanns Erzählungen.

7. Februar 2015

Blaumann

 

Ach, Herr Albrecht,

 

da haben wir dieser Tage noch gewitzelt über das Rote-Beete-Blutbad, das Du angerichtet hast.

 

 

Und dann warst Du heute nacht selber mittendrin in einem Blutbad. Hauptdarsteller sozusagen.

Ein Ohr abgebissen, vom hungrigen Fuchs vermutlich. Der halbe Kopf weg, überall Blut und rohes Fleisch.

Und Du röchelnd mittendrin.

 

So muß der Blaumann noch vor dem Frühstück, vor dem ersten Kaffee, abwägen zwischen Erschlagen und Ertränken.

Aber so sehr wir auch rustikale Landmenschen geworden sind inzwischen: für keine der beiden Möglichkeiten kann der Blaumann sich erwärmen.

Also das blutende Bündel eingepackt und zum Tierarzt gefahren.

Einmal einschläfern bitte, aber schnell.

 

Es hatte sich aber schon erledigt, auf der Autofahrt.

 

Also nur noch: einmal entsorgen bitte.

 

 

 

Ach, Herr Albrecht.

War schön mit Dir. Du warst einer von den ersten Hasen hier am Haus.

 

 

Und immer eine coole Socke.

 

 

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Mit diesen Toden muß man leben auf dem Land.

Flennen tut man trotzdem.

 

Wegen eines lächerlichen Hasens.

 

 

 

 

  • 9 Kommentare
  • Matthias Eberling 7. Februar 2015
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    Mein Beileid! Dasselbe ist mir als Kind mit einem Zwergkaninchen und dem Nachbarhund passiert.

    • LandLebenBlog 8. Februar 2015
      Antworten

      Autsch. Auf den Nachbarshund warte ich noch. So, wie der eine drauf ist, kommt das auch, irgendwann.

  • frida 7. Februar 2015
    Antworten

    Ein trauriger Tag, armer Herr Albrecht. Da flennt man aus der Entfernung gleich mit.

    • LandLebenBlog 8. Februar 2015
      Antworten

      Echt doof, das.

  • Regina 7. Februar 2015
    Antworten

    Mitgefühl auch von mir, für Dich und für den Hasen.

    Wo ich doch schon bei dem „Rote-Beete-Bild“ einen Schrecken bekommen hatte …

    Blöde Füchse, blöde, können die sich nicht mit Ratten und Mäusen begnügen ? (Bei uns damals 28 Hühner, 12 weg, 16 kopflos, 2 brütende blieben uns, immerhin). Das das die Natur ist, hilft da auch nicht wirklich.

    (Erschlagen geht schneller, fürs Tier und auch für den Menschen. Wenn denn sowas sein muss. Und es einem möglich ist…, uns Stadtweicheiern, die wir in der Pampa wohnen)

    • LandLebenBlog 8. Februar 2015
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      Die Tierärztin empfahl als Alternative Überfahren.. Ich beneide manche Leute um ihre nüchterne Sachlichkeit.

      • frida 8. Februar 2015
        Antworten

        Wie gut das sie keine Humanmedizinerin ist.

  • Astridka 7. Februar 2015
    Antworten

    Hab auch nen Kloß im Hals!
    Musste als Kind im Dorf etliche Hasenverluste ertragen und später in der Stadt als Mami zwei Mal im Garten ein Grab graben bzw. einmal zum Einschläfern zum Tierarzt.
    Mümmelmänner sind doch so harmlose, sanfte Tiere, da tut einem ein solches böses Ende weh ( auch wenn ich Füchse mag ). Nicht mal in der Landidylle bleibt man von den Grausamkeiten des Erdenlebens verschont. ich hoffe, die Sonne scheint heute wenigstens ( hab noch keine Webcam geschaut ).
    Alles Liebe!
    Astrid

    • LandLebenBlog 8. Februar 2015
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      Hasenverlust an sich wäre ja nicht sooo schlimm, aber das hier war am frühen Morgen ein bißchen heavy.

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