Brüder, zur Sonne.

19. Oktober 2014

 

 

Wir wissen nicht mit endgültiger Sicherheit, ob das das Lied ist, das die Maulwürfe beim Graben singen. Brüder zur Sonne, zur Freiheit. Könnte aber sein, die Richtung stimmt ja schon mal, und wenn man den wilden Flüchen meines ansonsten wohlerzogenen Gatten glauben darf, dann sind die Maulwürfe im heimischen Garten zumindest ziemlich fleißig Richtung Sonne unterwegs. Kein Tag vergeht, ohne daß nicht mindestens einmal diese Drecksviecher! oder Schon wieder so eine Sauerei! durch den Garten schallt.

 

Brüder, zur Sonne zur Freiheit. 

 

 

Foto: Hermann Eberhardt/pixelio.de
Foto: Hermann Eberhardt/pixelio.de

 

 

 

Mein Alt-Sozi Geo verkennt dabei allerdings gleich zweierlei.

 

Erstens: Maulwürfe sind inzwischen sehr gefragte Helfer, wenn offiziellen Archäologen die Hände gebunden sind. Wo nicht gebuddelt werden darf, lassen die Herren Wissenschaftler buddeln. Sehr praktisch. Wochenlang sitzen sie irgendwo rum und warten, was Kollege Maulwurf so zutage fördert. Leicht verdientes Geld. So stelle ich mir das vor. In England waren sie damit schon mal erfolgreich, und in Ostfriesland auch. Kein Witz.

 

 

Zweitens: Wir wohnen hier im Odenwald zwar eigentlich in einer Gegend, in der die schwärzesten Keiler leben, aber gleichzeitig eben quasi auch am Busen der Deutschen Sozialdemokratie. Der Vater von Friedrich Ebert stammte aus dem Nachbardorf, und unser Grund und Boden gehörte einst der dicken Otillie, einer Cousine vom Friedrich, ihres Zeichens Gastwirtin.

 

 

Ich gehe davon aus, daß auch Friedrich Ebert hin und wieder hier bei uns zu Gast war. Und dann vielleicht auch hin und wieder übers Grundstück schlich, mit einem ordentlichen Glas Bier in der Hand. Oder was weiß ich. Auf jeden Fall begrüße ich die Maulwurfsbuddelei aufs allerschärfste. Wollen doch mal sehen, was da noch so ans Licht der Sonne kommt, Brüder. Vielleicht ein altes Schneuztuch vom Ersten Reichspräsidenten. Oder seine Brille. (im Kompost finden wir regelmäßig Brillen, aber es waren bisher immer Geos.) Oder vielleicht die legendäre Badehose.

 

Wir werden sehen.

 

 

Und dann meistbietend versteigern.

 

 

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  • 4 Kommentare
  • Astridka 19. Oktober 2014
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    Tolle Geschichtsstunde heute ;-)
    Einen hoffentlich ebenso sonnigen Sonntag wie in Köln!
    Astrid

    • LandLebenBlog 19. Oktober 2014
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      Herrlich isses. Noch.

  • Herr Ackerbau 19. Oktober 2014
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    Maulwürfe finden Friedrich Eberts Badehose im Kompost – hat was, aber für eine Schlagzeile noch zu wenig Pep. Vorteil der Großstadt: Grundstück ist auf einer dicken Schicht Kriegsschutt, da kommen selbst die Wühlmäuse nicht durch. Einen schönen sonnigen Sonntag! Andreas

    • LandLebenBlog 19. Oktober 2014
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      Also, ich fände, das wäre schon ein Brüller. Es handelt sich schließlich um eine Badehose, die in die Deutsche Geschichte eingegangen ist. Also, bitte. Was viel besseres könnte einem doch hier in der Provinz nicht passieren.

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