Odenwälder Frauenpower.

 

 

Ja, die Überschrift ist eine, von der wir auf der Journalistenschule schon gelernt haben, daß sowas gar nicht geht. Irreführung par excellence.

 

Mit der Odenwälder Frauenpower ist das nämlich so eine Sache, zumindest politisch gesehen. Beklagt – passend zur bevorstehenden Wahl – quasi-Nachbarin und Odenwald-Bloggerin Karnele. Nicht ganz zu Unrecht. Die Frauenpower gibt es sicher, hinter den Kulissen,  zuhause, oder in Vereinen oder bei der Kirche, aber in den politischen Gremien: essig, mehr oder weniger.

 

Ist auch amtlich belegt: Hier, im Gleichstellungsatlas der Landesregierung, muß man schon ein bißchen (ein bißchen) runterscrollen, um den Neckar-Odenwald-Kreis zu finden. Frauenquote im Kreistag, naja, geht noch halbwegs, da gibts noch schlechtere im Land, bei den Gemeinderäten aber trägt der schwarze Kreis bisher eindeutig die vielzitierte Rote Laterne.

 

Wahrscheinlich ist die CDU schuld. Oder das Wetter. Vielleicht auch die fehlende Zwangsfrauenquote. Ja, wahrscheinlich so: Mann müsste die Frauen zwingen, sich aufstellen zu lassen, sich politisch mal zu Wort zu melden, hierzulande, in den Dörfern. Sie zu den Nominierungskonferenzen prügeln.

 

Das könnte eine Lösung sein.

 

 

Wahlkampfästhetik.

Wahlkampfästhetik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 Kommentare

  1. Ich spreche lieber von einem Männerüberhang als von einem Frauendefizit und über die möglichen Ursachen. Baden-Württemberg liegt mit seinem Frauenanteil in den Parlamenten an letzter Stelle im Bundesvergleich. Das gilt für Gemeinderäte, Kreistage und für den Landtag. Das gilt auch bei den Besetzungen von politischen Ämtern: geringster Frauenanteil bei den Bürgermeistern und Landräten. Alle Untersuchungen und Auswertungen zeigen ein Parteigefälle und ein Stadt-/Landgefälle. Der Frauenanteil auf den GRÜNEN Listen ist überall der Höchste, was dazu führt, dass auch unter den Gewählten, dann mehr Frauen sind. In den Städten kandidieren mehr Frauen als in den Ländlichen Räumen und sind deshalb auch in den Räten stärker vertreten. Den größten Männerüberhang finden wir bei der CDU und den Freien Wählern. Ländlich, männlich, konservativ – so sieht die politische Landschaft im Flächenland Baden-Württemberg aus – und das bei einem Frauenanteil in der Bevölkerung von über 50 Prozent. Von einer repräsentativen Demokratie, sind wir hier noch weit entfernt.
    In Frankreich wurde vor einigen Jahren das Parite-Gesetz eingeführt, dass bei den Kommunalwahlen eine zwingende Frauenquote für die Listen vorsieht. Der Frauenanteil in der Zusammensetzung der Kommunalparlamente konnte dadurch bereits nach der ersten Wahl signifikant erhöht werden. In Baden-Württemberg gibt es nun eine Soll-Regelung im Kommunalwahlgesetz, die die Parteien dazu auffordert, ihre Listen paritätisch und im Reißverschlussverfahren zu besetzen. Ohne den (von mir geforderten Genderbericht) abwarten zu müssen, kann wohl jetzt schon gesagt werden, dass diese Soll-Vorschrift keine Auswirkung auf die Zusammensetzungen der Listen von CDU, SPD und Freien Wählern gehabt hat.
    Für mich gilt nachwievor: Eine Quote wäre der Weg, das Ziel der geschlechtergerechten Zusammensetzung der Parlamente in Baden-Württemberg schneller voranzubringen und dann bekämen wir auch mehr Bürgermeisterinnen und Landrätinnen. An der mangelnden Qualifikation von Frauen in Baden-Württemberg liegt die fehlende Repräsentanz jedenfalls nicht.

  2. Ich zitiere eine Frau aus einem Nachbardorf: „Ich will nicht in den Gemeinderat. Bis die Kerle fertig sind mit Palavern, haben wir Frauen die Arbeit schon dreimal erledigt.“

  3. Zweimal war ich als einzige Frau in Gemeinderäten – aus Selbstschutz habe ich daran kein Interesse mehr! Wenn immer das Gleiche wie früher getan wird braucht niemand neue Ideen, aber eine starke Bürgerschaft! Und in Ba.-Wü. sind die Bürgermeister lt. Kommunalrecht ganz besonders mächtig, leider. Es fehlt Streitkultur, Sachargumente und eine Gefühl für die Welt hinter dem persönlichen Gartenzaun.
    Die notwendige Frauenquote zwingt Männer zum Abschied vom Gemeinderatssitz- aber den brauchen sie. Und Frauen sollten endlich mehr Frauen wählen, allein schaffe ich das nicht!

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