Verschissen.

5. Mai 2014

 

Landei Nr. 1. Weils hier jetzt ausnahmsweise mal um Hunde geht. Deswegen das Foto.
Wurstfabrik. Zugegeben.

 

 

 

Wenn mich in den kommenden Wochen jemand fragen sollte (und irgendjemand fragt mich immer), ob es denn nicht doch ganz lässig wäre, wieder in die Stadt zu ziehen, nach Berlin, genau gesagt, dem werde ich (anklicken!) diesen Text vom kiezneurotiker unter die Nase halten.

 

 

 

Ja, unter die Nase, weil er so gut riecht. Weil man den Geruch ja fast schon auf der Zunge spürt. Daran erinnere ich mich jedenfalls von früher. An die lauen Sommerabende, wenn nach einem lauen Sommerregen die laue Sommerluft nach süßen Lindenblüten und nach abgekühlter Hundekacke (sorry, mir fällt partout kein schöneres Wort ein)  roch. Daran hat sich offenbar nicht viel geändert in Berlin. Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft. Mit dem ganz besondren Duft, Duft, Duft.

 

Kein Wunder, bei geschätzt 150.000 Hunden in der Stadt, aus denen jeden Tag rund 55 Tonnen Wurst rausquellen. Fünftausendfünfhundert Fünfundfünfzigtausend Kilogramm, wenn ich richtig rechne. Täglich. (danke für den Hinweis auf den Rechenfehler. Mathe: Fünf, kann ich da nur sagen. Außerdem übersteigt diese Menge tatsächlich mein Vorstellungsvermögen.)

 

 

 

Nee, nee, ich bleibe doch lieber mit meinen zwei Hunden in der Provinz. Da ist die Luft einfach besser. Und das Gehen ungefährlicher.

 

Wursthersteller Nr. 2
Stilleben mit Windkraft, Wurstfabrik und Blume.

 

Und übrigens: ich gehöre zu den Trotteln, die die Wurst tatsächlich einsammeln. Selbst hier auf dem Land. Auch und grade die auf einer Wiese. Futtermittel undsoweiter. Hab ich aber auch erst lernen müssen. 

 

 

 

 

 

 

 

  • 22 Kommentare
  • Frau Neunmalklug 5. Mai 2014
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    Ich sammle auch auf. Jeden Ködel, und hier hört auch mein Verständnis auf, für die, die es nicht tun. Man kann Berlin und andere Städte – sorry – zuscheißen lassen, muss man aber nicht. Für mich ist das eine Frage des generellen Umgangs miteinander. Nehme ich Rücksicht (und sei es nur darauf, dass vielleicht keiner in die Hinterlassenschaften meines Hundes tritt) oder ist es mir egal? Ich denke, wem das egal ist, dem ist im zwischenmenschlichen Umgang auch sonst einiges mehr egal.

  • Fjonka 5. Mai 2014
    Antworten

    Manchmal wünsche ich mir ein wenig mehr Klugschnackerei hier ;-)
    ZB jetzt: Zitat: „ich gehöre zu den Trotteln, die die Wurst tatsächlich einsammeln. Selbst hier auf dem Land. Auch und grade die auf einer Wiese. Futtermittel undsoweiter. Hab ich aber auch erst lernen müssen.“
    Obwohl ich keine Wurstfabrik beitze (zumindest keine hündische *gg*), würde ich auch gern lernen, was Du lernen musstest.
    Bitte um Aufklärung über „Futtermittel undsoweiter“

    • Friederike 5. Mai 2014
      Antworten

      Naja, die blühenden Wiesen sind ja (entgegen meinen damaligen Eindrücken) nicht zum Picknickmachen, Sonnenbaden oder Toben da, oder gar als hübsches Hundeklo gedacht. Die Wiesen werden gemäht, um daraus Futter für die Tiere zu machen. Und schon eine Wurst pro großem Rundballen kann denen den Appetit verderben, hab ich inzwischen gelernt.Insofern richtet das tatsächlich Schaden an.

      • Fjonka 5. Mai 2014
        Antworten

        Echt jetzt – EINE Wurst einen ganzen Rundballen!?
        Boah, da hab ich wirklich was gelernt…

        • Friederike 5. Mai 2014
          Antworten

          So habe ich es zumindest gelernt, und ich meine, es ging da inbesondere um Schafe, die da besonders empfindlich seien. Aber ich selber finde den Gedanken jetzt auch nicht so prickelns, selbst, wenn eine Kuh das mit Gleichmut fräße – immerhin will ich ja am Ende deren Fleisch wiederum in der Pfanne…naja, und dann mit den Futterbeigaben… nee, nee, muß nicht sein.

  • Astridka 5. Mai 2014
    Antworten

    Iiiiieh! Unvorstellbar, diese Mengen an Hundesch…. Übrigens ist die, regelmäßig an meinen Hauseingang, Bürgersteig usw. geschmiert, der einzige Grund, weshalb ich schon mal an einen Umzug nach Bad. Sibirien erwäge. Denn bis ins hohe Alter Slalom um Häufchen laufen? Nein, danke!
    Ich hab so meine Schwierigkeiten mit den Hundebesitzern in deutschen Großstädten: Gerade in Wien, haben wir immer wieder gesehen, dass das Gackerl eingetütet wurde & das Berliner Odeur fehlte völlig in der Stadt. Sehr angenehm! Wieso geht das den Piefkes ab? Eine Frage, die mir noch keiner befriedigend beantworten konnte…
    LG
    Astrid

    • Friederike 5. Mai 2014
      Antworten

      Tja, sie versuchen wohl auch in Berlin, da mal ein bißchen Wurst-Ordnung reinzubringen, aber offenbar funktioniert es bislang nicht so wirklich. Ist vielleicht die Berliner Ihr-könnt-uns-alle-mal-Einstellung, keine Ahnung.

      • Astridka 5. Mai 2014
        Antworten

        Die gibt es in Kölle auch, und wie. Und Häufchen gehören auch zur Folklore, wie all der andere Müll und Dreck! In mir steckt wohl noch die in der Odenwaldregion übliche Praxis der Kehrwoche ;-)
        LG

        • Friederike 6. Mai 2014
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          Oh, die habe ich hier für mich abgeschafft, die Kehrwoche. ;-)

  • Waltraud Kessler-Helm 5. Mai 2014
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    tztztz…meinste Du machst das alleine so?? ;-)Nänä Friederike, Du bist Eine der Wenigen, die das machen ….einfach V O R B I L D L I C H ;-)
    Schönen Abend….

    • Friederike 5. Mai 2014
      Antworten

      Das machen ja schon viele, und ich sammel auch nicht alles aus Randstreifen oder ausm Wald. Aber wo Futter angebaut wird, ob für mich oder fürs Vieh, und wo Fußgänger entlag kommen könnten…Ich trage die entsprechende Tüte dann aber auch demonstrativ wie ein Handtäschchen vor mir her, damits alle sehen. (Und weils unterwegs ja leider keienerlei Entsorgungsmöglichkeiten gibt, zumindest hier nicht, aber dauernd Hinweisschilder, daß man sammeln und entsorgen soll. Ich frage mich dann nach anderthalb Stunden Spazierweg mit Kackbeutelhandtäschen nur manchmal: Und wohin jetzt btte???

      • Fjonka 5. Mai 2014
        Antworten

        Och, das weiß ich: im Beutelchen an den Wegesrand.
        Hab ich schon gesehen, echt jetzt! Auf dem platten Lande, die Hundewurst im verknoteten Beutelchen abgelegt. Der Dummheit sind keine Grenzen gesetzt….

        • Friederike 5. Mai 2014
          Antworten

          Naja, oder aber die holen es nach drei Stunden HundeRunde aufm Rückweg wieder ab. Mache ich auch manchmal so. Um das Kackhandtäschchen eben nicht stundenlang mit rumzuschlepen. (Liebe Landwirte, liebe Gemeinde, stellt doch BITTE wenigstens ein, zwei Mülleimer an de Hauptwegen auf!) (Blöd allerdings nur, wenn man zurück einen anderen Weg geht als hinwärts, ähem.)

          • Fjonka 5. Mai 2014

            Oh. Also, auf DIE Idee wäre ich im Leben nicht gekommen, da muß ich dann vielleicht Abbitte leisten!?

          • Friederike 6. Mai 2014

            Naja, …also…vielleicht… oder vielleicht auch nicht.. ähem.

        • arboretum 8. Mai 2014
          Antworten

          Nachdem ich es hier in der Stadt schon mehrmals sah, dass die vollen Kotbeutel vor Autoreifen gelegt wurden, können Sie davon ausgehen, dass nicht alle am Wegesrand abgelegten Kacktüten auf dem Rückweg wieder eingesammelt werden.

          • Friederike 9. Mai 2014

            Autsch!

  • Roswitha 5. Mai 2014
    Antworten

    Denkt eigentlich auch eine/er an die Gärtner, die Rasen in der Stadt oder Dorf mähen müssen? Habt Ihr eine Vorstellung davon, wie es stinkt, solche Haufen zu mähen? Wird zwar nicht als Futter gebraucht, aber schön ist das nicht…

  • Michael 6. Mai 2014
    Antworten

    Ein süßes kleines Wiesenwindrädchen hast du da fotografiert.

    • Friederike 6. Mai 2014
      Antworten

      Wiesenwindhündchen mit Wiesenwindrädchen.

  • Waltraud Kessler-Helm 16. Mai 2014
    Antworten

    Duhu Friederike, weisst Du wie wir das machen? Wir nehmen immer eine kleine Metzgertragtüte mit und stecken Beutelchen da rein…sinnig gelle ;-)

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