Was schön war.

1. Februar 2021

In diesem Blog gibt es ja immer mal wieder die Rubrik Was schön war. Man sollte allerdings besser sagen, es gab diese Rubrik. Damals, als man noch irgendwas schön fand. Sie erinnern sich. Also, wie dem auch sei, ich war fest entschlossen, das hier mal wieder aufzufrischen, brauchte nun aber fast eine geschlagene Woche, um darüber nachzudenken, was wohl schön war in den vergangenen Tagen und Wochen. Naja, Sie wissen schon.

******

Das Wetter war definitiv schön. Winterwonderland und so, alles herrlich weiß und märchenhaft. In den jüngsten Beiträgen hier auf dem Blog habe ich Ihnen ja schon mehr als genug Bilder um die Ohren gehauen. Inzwischen leider ausgesprochen bäh, aber wir zehren von der Erinnerung.

Eine entfernte Bekannte hat angerufen. Um zu fragen, wie es mir in diesen Zeiten geht. Das war völlig unerwartet. Und sehr schön, wenn ich es recht bedenke.

*****

Der alte Freund im Schwäbischen geht auf die Neunzig zu und verbringt seine Freizeit normalerweise in Ausstellungen, Museen und Konzertsälen. Normalerweise. Seit einger Zeit schickt er jede Woche ein Video per Whatsapp. Neues aus dem Zauberstudio. Er zieht sich eine merkwürdige rote Mütze über das nicht mehr ganz volle Haupthaar und zaubert jeweils einen Zaubertrick, launig kommentiert und maximal eine Minute lang. Sehr spaßig, sehr cool.

Mich erinnert das im Übrigen an einen Fernsehbeitrag, den ich dieser Tage sah, da ging es um einen jungen Mann in irgendeiner Stadt, der in diesen Zeiten alte Leute unterstützt. Einkaufen, Behördengänge, telefonieren, einfach mal plaudern an der Haustür. Auch schön. Noch schöner allerdings der alte Herr, den der junge Mann in diesem Beitrag besucht, der steht da an der Wohnungstür auf der Etage in irgendeinem ollen Mietshaus und sagt zu dem Reporter, WissenSe, ich bin 93 Jahre alt, ich komme ja derzeit gar nicht mehr unter Leute, und ich kann ja nun nicht den ganzen Tag im Internet rumsurfen.

*****

Mit dem Hund bei Sauwetter im Städchen unterwegs, vorbei an der riesigen, vermatschten Baustelle an der ebenso riesigen Schule. Vor den Bauzäunen hält ein Sattelschlepper mit Hänger, so ein gigantisches Ding einer Speditionsfirma, ein Bauarbeiter kommt aus seiner Baustellen-Container und ruft zum Fahrer rüber Was bringste denn? Der Fahrer hoch oben im Cockpit schaut auf einen Zettel und schreit gegen die brüllenden Motoren an Xylophone! – Was? – XY-LO-PHO-NE!

Vielleicht habe ich mich aber auch verhört.

******

WIr sind gesund und halbwegs munter. Das ist ja eigentlich auch ganz schön.

  • 3 Kommentare
  • Stefanie 1. Februar 2021
    Antworten

    Eine ähnliche Situation mit dem Verhören habe ich auch schon erlebt.
    Am Telefon
    Verkäufer: Was möchten Sie in dem Behälter lagern?
    Kunde: Glykol
    Verkäufer: Grünkohl?
    Kunde: GLYKOL
    Verkäufer: ok, Grünkohl

  • Marion 1. Februar 2021
    Antworten

    Oh, wie gerne würde ich dem alten Freund im Schwäbischen beim Zaubern zusehen. Das ist ja großartig! Meine >80jährige Mutter lernt gerade E-mails schreiben und überhaupt das ganze Internet. Jetzt schicken ihr die Enkel Fotos und links. Das ist auch schön.
    Im Ernst, wenn der Freund im Schwäbischen einverstanden wäre, ich würde sehr gerne ein, zwei seiner Zauberfilmchen auf dem padlet für meine Zirkuskinder zeigen! Ich glaube, das würde sie sehr motivieren. Whatsapp nutze ich nicht, aber ggf. gerne Kontakt über marion[at]spielezirkus-bonn.de

  • Hauptschulblues 1. Februar 2021
    Antworten

    H.s hocken seit einem Jahr daheim. Aber es gibt immer was Schönes. Mal kommt jemand, mal gibt`s was Gutes, das Radio ist immer schön, die Zeitungen und Bücher auch.

  • Antworten

1. FC Huhn und so. Vorheriger Artikel 1. FC Huhn und so.