Fronleichnam.

Fronleichnam gehört ja nun zu diesen Festen, die uns Evangelische etwas ratlos dastehen lassen, das ist seit jeher so, Sie können das hier nochmal sehr schön nachlesen. Auch, dass Fronleichnam und Karfreitag einst die Kampftage der Konfessionen waren, mit katholischem Wäschewaschen am Karfreitag und evangelischem Hardcore-Teppichklopfen an Fronleichnam, aber diese Zeiten sind selbstverständlich längst vorbei, auch hier im tiefkatholischen Odenwald.

Sie kommen hier jedenfalls an Fronleichnam nicht vorbei, vielerorts wurden heute schon die Straßen geschmückt, die Blüten für die Blumenteppiche gesammelt und sortiert, die Birkenäste entlang der Prozessionswege aufgestellt. Diese zwei freundlichen Herren hier haben das sehr gewissenhaft vor meinem Bürofenster erledigt, so sehen Sie nun auch mal, wie vergleichsweise idyllisch mein Büro hier am Rande der Altstadt liegt.

Das eigentliche Zentrum des Fronleichnamsfestes ist dabei natürlich die benachbarte Wallfahrtsstadt Walldürn, wenn Sie morgen früh um Vier noch nichts anderes vorhaben, gehen Sie da ruhig mal hin, da steigen in der Morgendämmerung Blasmusiker auf die Türme der riesigen Basilika und wecken mit frommen Liedern die Walldürner und die vielen Pilger. Ich gestehe, ich habe diesen Brauch bis dato nicht gekannt und ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht morgen früh um Vier,  – naja, mal schauen.

Jedenfalls hatte ich dann heute noch eine Autopanne aus der Kategorie Die moderne Technik löst uns Probleme, die wir ohne sie nie hatten, die elektronische Wegfahrsperre gab ihren Geist dergestalt auf, dass sie sich weigerte, die Sperre zu ent-sperren, so stand ich zunächst ein bisschen dämlich im 40-Grad warmen Auto auf dem Dienstparkplatz herum und wartete auf meinen Retter Geo, um dann als Beifahrerin nach Hause gefahren zu werden. Das wiederum hatte den Vorteil, dass ich mit dem Mobilfunktelefon aus dem Auto heraus das wunderbare Wolkenspiel über dem Odenwald knipsen konnte, das mich dann auch irgendwie versöhnlich – und auf Fronleichnam ein-stimmte. Obwohl ich doch so schrecklich evangelisch bin.

Im Übrigen sehe ich da einen vorwitzigen Pudel. Sie auch?

 

 

 

 

8 Kommentare

  1. Klar! 👌

    Nachdem du das erwähnt hast, geht das keinem mehr aus dem Kopf…
    Ich würde noch ein Karnickel sehen, über das der 🐩 gerade springt.
    Gruß Dietger

  2. Ach ja, bin ich froh, nicht mehr als Kind die ganzen Blüten sammeln zu müssen. Mir hat sich dieser Feiertag eigentlich auch nie wirklich erschlossen. Ich glaube er stammt einfach aus einer anderen, mystischen Zeit.
    Und ja, toller Pudel!
    Schönen Feiertag
    Nina

  3. Ich könnte mal wieder in dieser Altstdt #lustwandeln. Ich überlege gerade, ob ich nicht die Geschichte erzählen sollte, wie ich bei der Prozession, angetan mit fremden Messdienerröcken, denen für die Roratemessen im Advent, hinter dem Himmel her tippelnd, beinahe umfiel, bei fast 35 °, aber tapfer durch hielt, weil hinter uns die Kommunionkinder liefen und da war Hildegard dabei… :) Aber da kämen nur wieder Leute mit dem Abendland daher und der Transsubstantiation.
    Pudel ist korrekt :)
    Und noch ein Kommentarfeld mit Opt-In!

  4. So etwas erfrischendes und wohltuendes habe ich ja schon ganz lange nicht mehr aus Badisch-Sibirien gelesen. Weiter so. Werde nichts mehr versäumen.

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