Probefahrt.

22. Juli 2015

Ich habe dieser Tage mal eine Probefahrt gemacht. Vielleicht wäre das ja was für unsren Garten. Ich werde mal mit Geo sprechen müssen.

 

 

Ein paar hundert PS, vier Meter hoch, zwölf Meter lang, Schneidwerkbreite sieben Meter fuffzich. Am Steuer Lukas Berberich, Landwirt und saisonaler Lohndrescher. Dreißig Hektar schafft er am Tag, mit seinem Kompagnon vierhundert Hektar in der Saison. Schlafen tut er nur, wenns regnet. Ansonsten gibts Dresche rund um die Uhr. Damit jeder pünktlich drankommt, und nicht erst, wenn das Getreide schon am Halm verfault ist. Wär ja blöd.

Ja, für das Geld, was so ein Teil kostet, können Sie sich hierzulande gleich zwei Einfamilienhäuschen kaufen. Nein, Rehkitze erwischt man im Getreide nicht andauernd, eher gar nicht. Aber Füchse sind doof, sagt Berberich. Die springen erst davon und gehen dann zum Angriff über und wollen in das Schneidwerk beißen, alle miteinander. Geben es dann aber meistens auf, von wegen Goliath und David undsoweiter. Und Grenzsteine im Acker, die sind auch blöd. Einmal drüberfahren, da geht der Schaden gleich in die Zehntausende. 

Falls Sie also zufällig irgendwo einen Grenzstein in einem Acker haben: sind Sie doch so gut und malen den rot an. Das sieht der Mähdrescher am allerbesten. Und falls Sie sich ärgern, nachts um Drei, über den Krach, der von den Feldern rüberweht, dann sind Sie so gut und stecken einfach Oropax in Ihre Ohren. Die machen das nicht zum Vergnügen.

Und, nein, ich bekomme von der Firma Claas kein Geld für diesen Post. Will ich auch gar nicht. Aber so ein Mähdrescher, also, der täte mir gefallen. Es dürfte auch New Holland sein. Ich werde mal mit Geo sprechen müssen.

 

 

 

 

  • 22 Kommentare
  • Jens 23. Juli 2015
    Antworten

    Huch? Ich hatte in Erinnerung, dass Ihre lokale Street Credibility darunter leidet, dass Sie keinen Schlepper in der Scheune stehen haben und man ohne Schlepper nicht so voll der Player im Hood ist. So ein Mähdrescher macht sich sicher schön in der Scheune, aber wirkt er bezüglich der Streed Cred wie ein Schlepper?

    • LandLebenBlog 23. Juli 2015
      Antworten

      Das genau würden wir ja herausfinden wollen. Aber ich denke, wenn ich morgens mit dem Teil ausfahren würde, das täte die Leute schön beeindrucken.

  • Provinzei 23. Juli 2015
    Antworten

    Was ? Keinen „Trecker“ auf’m Hof ? Kein „Bulldog“ ?
    So geht es nicht.
    Schlage einen gebrauchten Porsche vor.
    Oder einen Allgaier.
    Wie wäre es mit einem Meckermick ? ( Mc Cormick )
    Oder, ganz exklusiv, einen Hürlimann aus der Schweiz.
    Optionen gibt es genug.

    • LandLebenBlog 23. Juli 2015
      Antworten

      Ein alter Porsche – seeehr fein. Das wär was. (Als Berlinerin bin ich sehr stolz, daß ich weiß, daß Porsche auch was mit Landwirtschaft zu tun hat. Aber hallo.)

  • waswegmuss 23. Juli 2015
    Antworten

    So ein Mähdrescher ist schon zu bekannt. Ich würde dann eher so etwas Forstwirtschaftliches bevorzugen.
    Ansonsten hätte ich noch einen alten Gutbrot Einachser anzubieten. Einzylinder Diesel. Da ist das Anwerfen schon ein echter Workout.

    • Provinzei 23. Juli 2015
      Antworten

      Einen Öko-Chopper ! ( Wegen der Sitzhaltung und überhaupt )
      Super!
      Bei Uns nimmt man den Agria.

      • LandLebenBlog 23. Juli 2015
        Antworten

        Wieso Öko-Chopper? Hach, ich bin doch so gesehen offenbar sehr neu aufm Land und hab keine Ahnung…. Ich bewundere Euch sehr, was Ihr alles wißt.

        • Provinzei 24. Juli 2015
          Antworten

          Ja, weil man auch so breit draufsitzt.
          Also die Beine gegrätscht und nach vorne.
          Und dann der breite Lenker.
          Und der Einzylindersound.
          So voll Chefmäßig.

          • LandLebenBlog 24. Juli 2015

            Ich sollte den also gegebenenfalls in die engere Wahl ziehen, wenn ich hier Eindruck schinden will.

        • waswegmuss 24. Juli 2015
          Antworten

          Die gegrätschten Beine haben aber nix mit Lässig zu tun. Die Holme von dem Gerät würden sonst an den Kien hängenbleiben.
          Der Sound ist schon enorm. Harley nix dagegen.

          • LandLebenBlog 24. Juli 2015

            Klingt gut. Ich werde mich mal umhören, ob hier sowas rumfährt. Möglich ist das.

    • LandLebenBlog 23. Juli 2015
      Antworten

      Aha. Eine Wissenslücke. Gutbrot klingt auch spannend.

      • waswegmuss 24. Juli 2015
        Antworten

        Der Gutbrot ist aber nur ein trauriger Abklatsch vom alten Bungartz. Das war vielleicht ein widerspenstiger Hobel.

        • LandLebenBlog 24. Juli 2015
          Antworten

          Ich schmeiß mich weg. Man lernt nie aus. ;-)

  • Manuela 23. Juli 2015
    Antworten

    Ich versteh das nicht, hier hat jeder einen oder mehrere Mähdrescher
    vorm Haus stehen, giggel!

    • LandLebenBlog 23. Juli 2015
      Antworten

      Tja, wir sind halt bloß zugezogen, und die Zahl unserer agratechnisch zu bewirtschaftenden Flächen ist eher gering, um es mal vorsichtig auszudrücken.

  • Frau-Irgendwas-ist-immer 24. Juli 2015
    Antworten

    Da kann ich, als Berlinerin, ja mal angeben.
    Dank‘ einer Ausbildung auf dem Lande kann ich eine Berechtigung zum Mähdrescher fahren vorzuweisen und habe dies auch schon getan. 1x auf dem Feld und 1x mit hinten angehangenen Mähwerk auf der Straße – sehr, sehr toll! Und ‚ mein‘ Mähdrescher war noch nicht vollverglast und auch ohne Klimaanlage.
    (Oma erzählt vom Krieg!)

    • LandLebenBlog 24. Juli 2015
      Antworten

      NEIN!! Das ist ja großartig. Ich bin sehr neidisch. Der Vollständigkeit halber (und wegen des mitlesenden Fachpublikums hier) müssten Sie aber noch verraten, um welchen Typ es sich bei dem gefahrenen Mähdrescher gehandelt hat. New Holland? Claas?

      • Frau-Irgendwas-ist-immer 27. Juli 2015
        Antworten
        • LandLebenBlog 27. Juli 2015
          Antworten

          Herrlich! Ich bin ja durchaus in der DDR rumgekommen, aber der Fortschritt ist mir neu.

          • Provinzei 28. Juli 2015

            Diese Mähdrescher aus der DDR sind eigentlich ein Musterbeispiel dafür, wie die DDR platt gemacht wurde.
            Die Dinger waren spitze und absolut konkurrenzfähig. Kurz vor der „Wende“ hat dieses Kombinat ein neues Modell entwickelt, das die westlichen Mitbewerber ziemlich alt aussehen ließ.
            Der Rest ist Geschichte.
            Und ein Beispiel, daß auch ein Kombinat, ein VEB, der Osten, Sozialismus, zu herausragenden technischen Entwicklungen fähig war.

  • Herr Ackerbau 25. Juli 2015
    Antworten

    Traktorhinweis aus dem Allgäu:
    Wer’s Glump id kennt, fährt Fendt.

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