Für eine Reportage verschlug es mich dieser Tage auf ein wildromantisches Wiesengrundstück tief im Odenwald, und natürlich musste ich erst einmal dorthin, wo ich immer erstmal hin muss. In dem kleinen windschiefen Holzhäuschen fand ich die oben dokumentierte Gebrauchsanleitung, und seitdem gehen mir diese Sätze nicht mehr aus dem Kopf. !!!Nur kleine Geschäfte bitte!!! No Ka-Ka, per favore!!!

Steckt in diesen Hinweisen rund um ein allzu menschliches Bedürfnis nicht auch der allzu menschliche Wunsch für ein gelingendes Leben? Wohnt dem kleinen angepinnten Zettel nicht eine tiefe Philosophie inne, wie sie schon olle Aristoteles 300 v.Chr. formuliert hat? Sollte ich nicht jeden Abend vor dem Zubettgehen ein höheres Wesen darum bitten, dass es mein Leben im Großen und Ganzen so gestalten möge: Nur kleine Geschäfte bitte, No Ka-Ka, per favore?

Oder, noch viel größer gedacht: Sollte das nicht unser flehentlicher Wunsch für die ganze Welt sein, !!!Nur kleine Geschäfte bitte!!, Schluss mit dem verheerenden Raubtierkapitalismus!, und für den allumfassenden Frieden No Ka-Ka, per favore!!! ? Es gibt ja weiß Gott genug davon, genug Ka-Ka, wo man hinschaut, und langsam reicht es mal.

Unklar bleibt dabei im Übrigen, warum dieser flehentliche Wunsch in dem kleinen windschiefen Holzklosett mitten im Odenwald auf Deutsch, Englisch und Italienisch formuliert ist, ausgerechnet. Was ist mit den Franzosen, den Holländern, den Polen und allen anderen, die hier nicht angesprochen werden, aber doch sicher ähnliche Hoffnungen hegen? Friedliebende Chinesen oder Koreaner, Isländer, Grönländer, Brasilianer und Ägypter? Ich werde zu Recherchezwecken also nochmal da hinfahren müssen, es hilft ja alles nichts.

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