Wenn Ihnen auch immer wieder Socken verlorengehen, kommen Sie gerne mal vorbei, wir haben da mehrere Kollektionen einzelner Socken an mehreren Ort im Haus, da dürfen Sie sich gerne bedienen. Wir machen das auch so: wenn eine Socke fehlt, erstmal auf dem Sofa im Erdgeschoß und im Wohnzimmer im ersten Stock gucken, da werden Sie geholfen.

Wir loben das Landleben ja hier auf dem Blog in einem fort, das hat manchmal was mit der Wirklichkeit zu tun, und ist manchmal journalistische Verklärung. Dabei gibt es auch Nachteile des Landlebens, ja, man staunt. Einer dieser Nachteile ist die Infrastruktur. Die was? Die Infrastruktur. Welche Infrastruktur? Ja, eben, Sie haben es erfasst.

Zum dritten Mal brauchte ich technisches Gerät für das Heimbüro, einmal war es ein USB-Ladegerät, ein andermal war es irgendein vergleichsweise handelsübliches elektronisches Ding, also nichts Ungewöhnliches, und immer fahre ich brav 15 Kilometer in den nächstgelegenen Fachmarkt. Der ist nicht nur der nächstgelegene, sondern genau gesagt auch der einzige Fachmarkt im Landkreis, der so groß ist wie das halbe Saarland. Ich stehe dort ratlos herum, um mir dann sagen zu lassen, dass ich doch sowas besser im Internet bestelle. Ich hätte es aber gerne eben nicht online gekauft, sondern bei Ihnen hier, sage ich jedes Mal zu dem freundlichen Verkäufer, und der zuckt nur mit den Schultern.

Dann bringe ich eben mein Geld im Baumarkt nebenan unter die Leute, wenn ich schon den weiten Weg gemacht habe. Auslegware brauche ich, zumindest im online-shop des Baumarktes gibt es drölfzigtausend verschiedene Auslegware-Varianten, da wird vor Ort ja auch wohl was zu kriegen sein. Und ja, da hängen sie, die Auslegwaren auf den Rollen, acht verschiedene Größen, alle in Grasgrün als Rasenersatz. Ich brauche aber im Heimbüro keinen Rasenersatz. Die einzige graue Rolle ist vier Meter lang, aber das sollte kein Problem sein. Können Sie mir die vier Meter in der Mitte durchschneiden? frage ich hoffnungsfroh die wenig motivierte Fachverkäuferin. Die verneint und zuckt mit den Schultern, dann müssen Sie das halt im Internet bestellen.

Aber wenigstens ist der Himmel schön.

In diesem ominösen Internet landen vermutlich bald auch drei junge Hähne, alles Söhne von Uns Uschi. Falls Sie also Interesse an einem jungen Hähnchen haben: bitte sehr. Die drei sind nicht nur bildhübsch, sondern auch so zutraulich wie ihre Mutter Uschi, sie lassen sich anfassen und hochheben, und wenn man nicht schnell genug ist mit der Zuwendung, dann ergreifen sie ihrerseits die Kuschel-Initiative und springen einem auf die Hand, auf den Arm, auf die Schulter.

Dieser Tage versuchte einer von ihnen, mir mit liebevoller Gewalt den fröhlich baumelnden Ohrring aus dem Ohr zu zerren, ein anderer landete statt auf meiner Schulter auf meiner Brust, die sich als nicht wirklich tragfähig herausstellte. Also krallte er sich im Ausschnitt des Pullovers fest und flatterte unbeholfen, mir wurde schwarz-weiß vor Augen, vor lauter schwarzweißen Flügeln, die mir durchs Gesicht flogen.

Es ist und bleibt ein Irrenhaus. Aber ein schönes. Naja, Sie wissen schon.

4 Kommentare zu “DiEs uNd dAS.”

  1. Was für hübsches Bild von Dir mit Hahn!
    Es gibt einen super „Kinder“song: die Sockenfresser-Waschmaschine von RatzFatz ☺️
    Übrigens ist es nicht viel anders mit dem Besorgen stadtnah/in der Stadt
    Schönes Wochenende und sende liebe Grüße
    nina

  2. Klasse Foto, klasse Blicke! Soifz, wenn im Schrebergarten Hühnerhaltung erlaubt wäre, hätt ich ja gern einen der Kuschelgickel. Aber, isses nich.
    Fröhliche Grüße nach Solosockenhausen! Eva

  3. Achja, wenn’s doch nur so einfach wär – ich bestelle ebenfalls ungern im Internet. Was da an Paketen immer vor den Nachbarstüren steht ist schier unglaublich! Manchmal habe ich das Gefühl, sogar das WC-Papier bringt Amazon.
    Absolute Hingucker, die beiden Fotos mit den lieben Tieren, das Himmelsbild ist großartig. Absolut stimmungsvoll.
    Liebe Grüße aufs Land, C Stern

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