12 von 12 – oder: Ein heißer Sonntag auf dem Lande, so könnten wir das hier heute auch nennen. Jedenfalls sollen alle Blogger am Zwölften des Monats zwölf Bilder zeigen, die den Tag beschreiben, die freundliche Nachbarbloggerin will das so, und außer Sonntag und Hitze ist da heute nicht viel drin.

Morgens erstmal mit den Hunden durch die schattige Kühle des Waldes, die ersten Sonnenstrahlen tanzen in Blättern und im Unterholz, trockenes Laub raschelt, unter den Schritten knirscht der Waldweg, es riecht nach staubiger Erde und Hochsommer.

Wieder zuhause: Hunde füttern, Kükenfutter richten. Möhre, hartgekochtes Ei und Haferflocken, mit Liebe und einer Gabel zermanscht. Bei uns möchte man Küken sein, sagt mein Geo beim Anblick der gelb-orangen Pampe bewundernd und ein bisschen neidisch.

Beim Füttern im Auslauf erstmal wieder alle durchzählen, neun Stück, perfekt, alle da, keins verlorengegangen oder anderweitig abhanden gekommen.

Die Terrasse genießen. Das Buch aus den glasfaserlosen Tagen zuende lesen, über die mir bis dato völlig unbekannte Kultur der Freester Ostsee-Fischerteppiche recherchieren, außerdem über den Renaissance-Komponisten Luis Milan. Von dem hatte ich auch noch nie was gehört, aber beide – Teppiche und Komponist – kommen im Buch vor, dem wollte ich nachgehen. Kein Tag ohne Horizonterweiterung.

Was dabei so friedlich wirkt, – die schattige Terrasse, das kleine Büchlein, die Füße hoch – ist in Wahrheit ein gewisses mörderisches Gemetzel, denn ich lasse alle fünf Sekunden die Fliegenklatsche herniedersausen. Auf Fliegen, die zwar nicht nerven und nicht stechen, aber dafür scheinbar beißen. Keine Ahnung, welcher Klimawandel die jetzt schon wieder in den Hohen Odenwald gespült hat, diese gräßlichen Säbelzahnfliegen, fest steht nur, dass ihre Bisse wehtun und winzigkleine Wunden hinterlassen.

(Auch mal gleich nachgelesen: Die Drecksviecher heißen Wadenstecher, jahahaaa, das leuchtet sogar mir ein. Hier bei Wikidingsbums kann man mehr dazu erfahren. Da lernt man dann auch Folgendes (was ich schon immer wissen wollte, mich aber nie getraut habe zu fragen): Maxille und Mandibeln sind nicht vorhanden, die Stechfunktion übernehmen Labium und Labrum. Aha. Wäre das also auch geklärt.

Falls ich eines Tages mal wieder ein Katzenpärchen anschaffen werde, hab ich gleich die tollsten Namen: Maxille und Mandibel. Oder Labium und Labrum. La Biumm und La Brumm. Muss ja keiner wissen, dass ich keinen Schimmer habe, was das heißen könnte.)

Wo waren wir stehengeblieben? Richtig: kein Schritt mehr ohne Fliegenklatsche, die mal auf den Tisch und mal auf den Gatten knallt. Dabei fällt mir eine uralte Geschichte hier im Blog zum Thema Fliegenklatsche ein, falls Sie die nochmal nachlesen wollen, bitte, sehr, hier entlang.

Durchlüften soll auch helfen gegen Fliegen, als lüften wir durch. Von morgens um 6 bis abends um 22 Uhr. Heiße bewegte Luft im Haus ist außerdem immer noch besser als heiße stehende Luft. Vor dem Fenster rumpeln Traktoren, brüllen riesige Mähdrescher die Straße entlang, es wirkt nicht sonntäglich-gemütlich, sondern hektisch und gestresst.

Während ich lese, faulenze, Fliegen kille, beginnt der Gatte im Atelier ein neues Bild, nur die ersten Arbeiten, die Grundlagen, das Gerüst. Und das bei der Hitze, mir ist das gänzlich rätselhaft. Dann doch lieber faulenzen.

Der Mann arbeitet, die Frau frönt dem Müßiggang? Soweit kommt’s noch, schimpft meine Uschi mit erhobenem Zeigefinger und schickt sich an, ihren Küken mal das Dorf zu zeigen. Damit sie wissen, wo sie überhaupt hineingeboren worden sind. Und damit ich hier nicht nur nutzlos auf dem Sofa liege.

Als ich auf das Hühnchen-Abenteuer aufmerksam werde, hat die kleine Reisegruppe bereits Mülltonnen und Garageneinfahrt passiert und fast schon die Straße erreicht. Und zuvor offenbar den absolut ausbruchssicheren Zaun des Geheges überwunden. Naja, Sie wissen schon.

Also Uschi und die enttäuschten Küken zurücklotsen (sie hatten sich doch sehr auf den Kindergartenausflug gefreut), hektisch in den Keller, Werkzeuge holen, Maschendraht holen, in der prallen Sonne Zaun ausbessern. Uschi steht daneben und grinst zufrieden, die Küken maulen.

Schon ist es später Nachmittag, und ich würde direkt wieder aufs Sofa wollen, wenn da nicht besetzt wäre. Hitzegeplagte Hunde. Wollen wir nochmal raus gehen?, frage ich später lustlos, und beide glotzen mich an, Bloß nicht!, bei der Hitze.

So ein Sonntag war das.

Ein Kommentar zu “12 von 12”

  1. …mein aktuell steter Gruß unter allen mails: „Kühlende Grüße“ — so auch hier: Danke und …
    Schönen Sonntag noch für alle!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert