Am Zwölften des Monats werden zwölf Bilder vom Tage gepostet, so wollen es das Bloggergesetz und auch die freundliche Nachbarbloggerin. Also, bitte sehr. Erstmal morgens nach dem Kaffee raus mit den Hunden, und dann Forellen am Teich füttern. Odenwald meldet Regen und 10 Grad, aber wir wollen nicht meckern. Vom Meckern wird das Wetter erfahrungsgemäß nicht besser, und es gibt ja sowieso kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung, blablabla, Naja, Sie wissen schon.

Danach, hilft alles nix: in den Job. Gleich mal ein Außentermin, ganz prima bei dem Regen. Aber inhaltlich ausgesprochen passend: Die Krankenhäuser, überall in Deutschland, sagen, man ließe sie im Regen stehen, kein Geld da, nirgends, und jetzt noch weitere geplante Einschnitte. Das ist die verkürzte Version der unerfreulichen Thematik.

Jedenfalls macht das Krankenhaus im Städtchen wie 130 andere Krankenhäuser im ganzen Bundesland heute für zwei Stunden den Laden dicht, natürlich nur symbolisch. Ich muss Bewegtbild für das Fernsehen holen, Interviews und Töne, und ich befrage die hiesigen zuständigen Herren unter freiem Himmel, wo sie also im tatsächlichen und im übertragenen Sinne (Sie ahnen es:) im Regen stehen. Im strömenden Regen.

Schnell zurück in die Redaktion zum Trocknen und zum Arbeiten, dann mal kurze Mittagspause im Café umme Ecke. Man gönnt sich ja sonst nix. Unterwegs, logo, nass geworden.

Nachmittags weiterarbeiten, nach den desaströsen Klinik-Finanzen geht es jetzt um Straßenbauarbeiten, Glasfaserausbau und Sternenkinder, um Ehrenamt und Programmier-Workshops für Grundschulkinder. Das ganze Spektrum eben. Aus dem Leben einer rasenden Regionalreporterin. Aber wenigstens sitze ich im Trockenen.

Irgendwann ist auch mal gut. Feierabend. Der freundliche Herr vor der Bürotür empfängt mich mit Wassermusik. Als käme nicht ohnehin schon genug Wasser vom Himmel, aber bitte. Für die Musikfreunde unter Ihnen: der lockige Knabe mit der Wasserpfeife ist Joseph Martin Kraus, auch der Mozart Schwedens genannt. Der steht hier rum, weil er neben meinem Büro aufgewachsen ist. Da staunen Sie!

Heimweg durch den (Sie ahnen es wieder:) Regen. Zuhause angekommen, noch eine nasse Hunderunde, die trotz Wetter sogar Spaß macht. Während ich draußen durch Wind und Wetter laufe, zersägt zuhause mein Geo lärmend und fluchend einen alten Sonnenschirm und verarbeitet die wesentlichen Teile zu Feuerholz.

Bei Dauerregen und gefühlten acht Grad ist das einerseits nachvollziehbar, andererseits vielleicht Mitte Juni etwas voreilig. Vorsichtig sage ich Aber kommende Woche soll es Hochsommer werden, mit bis zu 30 Grad, und mein Geo zischt Das glaubt doch kein Mensch! Du immer mit Deinem blöden Wetterbericht.

Am Abend gefüllte Zucchini. Die müssen erstmal entwässern!, bestimmt mein angetrauter Chefkoch. Nicht schon wieder Wasser, denke ich.

Die Natur braucht das! Den Regen und das ganze Wasser. Jaja, ist klar. Geht einem trotzdem auf den Zeiger, wenn es so gar nicht mehr aufhören will.

Und nächste Woche Hochsommer mit bis zu 30 Grad ist dann aber auch wieder nicht recht. Naja, Sie wissen schon.

Ein Kommentar zu “12 von 12”

  1. „Eins, zwei, drei, im Sauseschritt eilt die Zeit, wir eilen mit“ kommentiert Wilhelm Busch Julchen Knopp’s schnelles Heranwachsen. Man kann hier umdichten in „Eins, zwei, drei, im Sauseschritt wechselt das Wetter“, ja, ich weiß, da reimt sich nichts, nicht mal die Metrik stimmt, aber bei diesem Hin und Her zwischen Kälte und Hitze, da kann man auch nicht wirklich künstlerisch poetisch sein, da schüttelt man nur noch müde (unter einer warmen Wolldecke) den Kopf. D.h., der Kopf ist eigentlich nicht unter der Wolldecke, alles andere schon.

    Die Fotos sind wie immer großartig, nur bei dem Brötchenbild habe ich schnell weitergescrollt, bevor zuviel Neid hochkam … Glutenallergie …

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