Vielleicht hätten wir neulich das neue Hähnchen nicht so über die Maßen loben und feiern sollen. Jedenfalls hat eine der ohnehin schon verliebten Hennen sich nun hingesetzt und gluckt. Ich hatte das dieser Tage hier schon mal kurz angerissen. Auf ihrer Stirne blinkt und leuchtet also in tiefem Rot der Schriftzug ICH WILL EIN KIND VON DIR, die anatomischen Unmöglichkeiten (Zwerghahn auf Riesenhenne) ignoriert sie hartnäckig, sie sitzt und sitzt und brütet und brütet. Die Liebe überwindet alle Hindernisse undsoweiterundsoweiter. Naja, Sie wissen schon.

Das wäre an und für sich noch nicht weiter schlimm. Ich bin ein Freund romantischer Liebesgeschichten, die alle Grenzen überwinden, auch anatomische, und bei den entsprechenden Filmen im Fernsehen muss ich vor Rührung immer flennen.

Aber es gibt hier weiterhin ein Problem. Fünf (fünf!) andere Hennen haben nämlich beschlossen, den Kinderwunsch der Grau-Schwarzen zu unterstützen, und sie tun es nach Kräften. Sie zwängen sich täglich neben die Grau-Schwarze ins Nest, legen dort ihr Ei – und schieben es ihr unter. Sie wollen den Kindersegen erzwingen, oder es ist einfach so ein linksradikales Alt-68er-Frauen-Soli-Ding, ich habe keine Ahnung. Und leider auch keine Eier mehr zum Essen. Sie verschwinden alle unter der Glucke. Alle.

Ich hatte noch nicht den Mut, auszurechnen, wie viele Eier da inzwischen unter ihr liegen mögen, ich sehe nur, dass sie breiter und breiter wird, in dem Versuch, all die vielen Eier mit dem Körper und den Flügeln zu bedecken, warm zu halten. In dieser Ausnahmesituation habe ich getan, was ich sonst tatsächlich nie tue, ich habe die künstliche Intelligenz bemüht und gefragt, wie diese Sache weitergeht. Die KI möge mir das bitte bildlich darstellen. Hier kommt die Vorhersage:

KI-generiert
KI-generiert

Ja, so in etwa müssen wir uns das vorstellen, da hat die KI schon recht. Wir werden also in Kürze gefühlt 500 Eier haben, die aufgrund von Fäulnis im Legenest explodieren. Weil sie natürlich nicht befruchtet waren. Aber seit fast drei Wochen schön gewärmt werden. Haben Sie schon mal 500 faule, explodierte Eier gerochen? Das will man nicht, glauben Sie mir.

Noch schlimmer aber die andere Variante, die mir die Künstliche Intelligenz in den schönsten Farben ausmalt, die Gott aber ebenso verhüten möge: Wir haben des klitzekleinen Hähnchens Manneskraft deutlich unterschätzt, die Eiern sind doch alle befruchtet, und in wenigen Tagen schlüpfen die ersten Küken aus den gefühlt 500 Eiern.

KI-generiert

Heissa, das wird lustig! Oder auch nicht. Ich hatte das ja schon angedeutet, das Szenario: Die Küken werden bald erkennen, dass sie hier deutlich in der Überzahl sind, sie werden erst die Gehege-Zäune niederreißen, dann unseren Garten und die Terrasse überrennen, und dann das ganze Haus. Dank KI können wir uns das nun also auch konkret und bildlich vorstellen:

KI-generiert

Danach werden sie die Weltherrschaft an sich reißen. (Wobei das vielleicht bei der derzeitigen Welten-Lage gar nicht mal so verkehrt wäre, Küken an der Macht, dieser Gedanke kommt mir eben erst.) Ich werde Sie jedenfalls weiterhin auf dem Laufenden halten. Und Ihnen ansonsten nie wieder KI-Bilder auf diesem Blog zumuten, das soll das erste und letzte Mal gewesen sein. Versprochen.

5 Kommentare zu “Vom Fortgang der Dinge.”

  1. Schon länger habe ich mich nicht mehr so gut unterhalten gefühlt.
    Lachtränen gab’s in letzter Zeit eher selten, aber diesmal kann ich sie nicht zurückhalten.
    Danke für diese sensationelle Geschichte mit herrlicher KI-Unterstützung. So macht KI jedenfalls Freude :-))))
    Liebe Grüße, C Stern

  2. … und mir gefällt am besten der Titel: Vom Fortgang der Dinge. Ich freue mich auf den nächsten blog.
    Schönen Abend!

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