Zwölf Bilder vom Zwölften eines Monats, nun isses schon wieder soweit, und in zwölf Tagen ist demnach Heiligabend, Ach, Du liiiiiiebe Zeit. Jedenfalls will die zwölf Bilder am Zwölften die freundliche Nachbarbloggerin sehen, da können Sie dann stöbern.
Hier heute Frühaufsteher-Tag, Sie sehen das am schwarzen Handy-Screenshot oben. Wecker früh gestellt, noch viel früher aufgewacht. Die senile Bettflucht hat insofern Vorteile, als man in der morgendlichen Finsternis ausführlich die selbstgebaute Fensterrahmenlampe und die einzige, – wenn auch etwas murkelige – Weihnachtsbeleuchtung im Hause bewundern kann; also bitte, es ist nicht alles schlecht im Winter.


Über die auf den ersten Blick noch wenig weihnachtlichen Dörfer zur freitäglichen Hunderunde, und vor lauter Gequassel mit den Hunderundekolleginnen vergessen, Fotos zu machen. Danach Schreibtischarbeit, privat und ehrenamtlich.



Auf der Straße donnern und rumpeln Traktoren und dicke Autos mit Anhängern am Haus vorbei. Weihnachtsbäume?, fragt mein Geo, ohne von der Zeitung aufzublicken, Weihnachtsbäume!, bestätige ich mit Blick nach draußen. Ich müsste eigentlich gar nicht aus dem Fenster gucken: egal, was da draußen brummend vorbeifährt in diesen Wochen: es sind immer Weihnachtsbäume. Gefühlt wird die ganze Welt mit Odenwälder Weihnachtsbäumen beliefert. Ich muss die Cousine in Neuseeland mal fragen, ob bei ihr auch Christbäume aus dem Odenwald zu erwerben sind. Bei der ist es zwar jetzt bald Hochsommer, aber trotzdem Weihnachten.
Schon ist der halbe Tag wieder rum. Das Wetter umso schöner. Also nochmal raus. Freie Frei-Tage erlauben das.

Is schon ganz schön hier, wo wir wohnen, würde der Gatte jetzt sagen, das ist die verschärfte Form der Begeisterung, zu der er sich nur selten hinreißen lässt. Und wieder gehe ich in den Wald, Matsch hin oder her. Ich kann den Matsch nicht mehr sehen, die zerfahrenen, zerfurchten, vermodderten Wege, hinterher der ganze Dreck an den Hosen, an den Hunden, ich hasse es ein bisschen. Aber nun ist es eben so, und wir schlagen uns ins Unterholz, da läuft es sich besser, über das weiche Moos, wie auf Teppichen.



15 Uhr, und schon eine Art Abendlicht, die tiefstehende Sonne schickt ihre Strahlen durch den Wald, die Szenerie erinnert an einigen Stellen an einen kitschigen romantischen Heimatfilm, und jeden Moment erwarte ich die holde Maid, die mit Weidenkörbchen in der Hand und mit wehendem Blondhaar auf der Suche nach Pilzen leise singend über den Moosteppich schreitet und vom schönen Förster träumt.

Stattdessen: Auftritt Wildsau. Zumindest sieht die riesige Baumwurzel da hinten auf den ersten Blick und im Gegenlicht so aus, das meint auch Hund Cara Frau Dr. Margot Wichtig und stimmt ein ohrenbetäubendes Gekreische an, wie ein zorniger Papagei auf Speed. Vorbei ist alle Romantik, der Hund schreit den ganzen Wald zusammen, in den höchsten Tönen, ohne zwischendurch Luft zu holen. Wer uns hier hört, informiert umgehend die Odenwälder Tierrettung, offenbar wird da mitten im Wald ein armer Hund geschlachtet.
Vorbei alle Romantik, alle friedliche Naturerfahrung. Zurück zum Auto, zurück nach Hause, und zurück zum Ernst des Lebens: Rosenkohl.
Nachdenken über das Abendessen. Bitte sagen Sie jetzt nichts. An Rosenkohl scheiden sich die Geister, Rosenkohl ist eine Art Glaubensfrage. Man hasst ihn, oder man liebt ihn. Man kann über die Sozialpolitik der Bundesregierung diskutieren, oder über das Für und Wider der Anhebung der Leitzinsen, über die Wieder-Einführung der Wehrpflicht, über die Grundsteuer, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz oder über Weihnachtsbaum-Anbau. Aber nicht über Rosenkohl. Man kommt da nicht zusammen. Es macht einfach keinen Sinn.
Falls Sie zu den Rosenkohl-Liebhabern gehören, bitte sehr, (Klick!) so kochen wir ihn heute, und das hier ist aber auch ein großartiges Rezept.

Und sonst so? Alles gut, hier vor Ort. Daran muss man sich festhalten, das muss man genießen.
Naja, Sie wissen schon.
Danke schön, u.a. für das „Team Radikale Freundlichkeit“😊
Ach, liebe Gabriela, so gut, deinen Kommentar heut hier zu lesen!
Und über die Szene mit dem schreienden Hund dolle gelacht!
Guten Abend, ich habe eine vielleicht etwas ungewöhnliche Bitte: Könnten Sie gelegentlich ein Foto von dem Trafoturm am linken Rand des vierten Bildes machen und mir zusenden? Ich sammle Trafoturm-Bilder, das ist ein sehr schönes Exemplar. So hat ein jeder seine Macke, dies ist meine. Beziehungsweise eine von mehreren.
Herzliche Grüße aus Bonn
Carsten
Das mache ich doch glatt. Und auf der Blogseite mit den Ländlichen Stillleben, ganz, ganz weit unten, ist auch noch einer. Und es gibt noch einen schönen, den fotografiere ich auch nochmal. Ich habe ein Herz für Menschen mit Macken, hab ja selber genug.
Wer früh wach ist, hat mehr vom Tag – denke ich mir an meinen frühen Morgen. Das sollte sich auch an Wochenenden so einrichten lassen.
Eine Wildsau auf meinen Wegen, das würde gerade noch fehlen. Schlangen, auch eine solche, die hier ganz sicher nicht beheimatet ist, sind mir schon mehrfach begegnet. Panikstimmung :-) Hund hatte ich keinen dabei, das wäre was gewesen, ich kann es mir lebhaft vorstellen.
Liebe Grüße von einer bekennenden Rosenkohl-Liebhaberin!
Danke für das Rosenkohlrezept. Wird hier auf jeden Fall nachgekocht.
“ jeden Moment erwarte ich die holde Maid, die mit Weidenkörbchen in der Hand und mit wehendem Blondhaar auf der Suche nach Pilzen leise singend über den Moosteppich schreitet und vom schönen Förster träumt. “
Da fehlt ja noch was, fast die Hauptsache: Wird die holde Maid denn nicht von einem großäugigen Reh begleitet??
Und noch was zur Wildsau: Also, Frau Dr. Margot Wichtig schreit hysterisch, Frau Kroitzsch flüchtet zum Auto. Was mich jetzt wirklich interessieren würde, da es bei uns im naheliegenden Wald auch Wildschweine gibt, die mir den Wald etwas verleiden (ich habe einmal ein riesiges Exemplar von weitem gesehen, das auch gleich wieder verschwand, leider ist meine Erinnerung nicht so flüchtig, ich habe diese Szene noch immer im Kopf): Wie hat sich die Wildsau denn verhalten, hat sie auch geschrieen, ist sie geflüchtet oder hat sie Anzeichen von Angriff gezeigt?
Und wie immer vielen Dank für die herrlichen Fotos, auch für das Rosenkohlrezept. Ich bin eine von denen, die sich einfach nicht entscheiden kann, ob sie Rosenkohl mag oder nicht. Solange mir das nicht klar ist, esse ich ihn mit unklaren Gefühlen.
Es war keine Sau da, nur eine große Wurzel.
Uups, da habe ich etwas missverstanden … Vielleicht war es einfach Wunschdenken das mich wunsch(über)lesen ließ, denn das Thema interessiert mich aus o.g. Anlaß wirklich …