Beim Waldspaziergang heute gleich mal die neue Gleitsichtbrille ausprobiert.

Nein, Spaß! Späßle g’macht. Die Fotos sind absichtlich unscharf, jahahaaa. Ich habe da so eine App aufm Iphone, die kann sowas. Und die Brille ist super und eröffnet mir schon ganz neue Sichtweisen. Die Optikerin meines Vertrauens mahnt zu Geduld, aber ich glaube, ich werde mich ziemlich schnell eingewöhnen. In ein paar Tagen wird auch der Boden nicht mehr schwanken, und ich werde beim durch-die-Gegend-glotzen auch nicht mehr dauernd mitm Kopp wackeln wie so ne Alte. Die man ja aber mit einer amtlich bescheinigten Gleitsichtbrillenempfehlung eigentlich sowieso ist, aber naja.

(Ich erinnere mich übrigens, dass vor vielen vielen Jahren mal ein Optiker am anderen Ende des Landkreises vertraulich-zwinkernd zu mir sagte Ja, wir kommen jetzt in das Alter, wo man über eine Gleitsichtbrille nachdenken sollte, zwinker, zwinker, und ich dachte so bei mir Noch ein Wort, Junge, und meine Faust landet in Deinem Gesicht. Aber so ist es nun inzwischen wirklich, und ich werde mich dareinfügen.)

Jedenfalls hat der Herbst die Bäume schön. Ich glaube, so eine Wahnsinns-Färbung habe ich noch nie gesehen, sagt mal mein Geo, mal ich selber, und wahrscheinlich sagen wir das jedes Jahr im Herbst. Es ist aber auch zu schön da draußen. Und wenn man so im Wald unterwegs ist, mit all den Farben, egal, ob scharf oder unscharf, mit all dem Gelb und all dem Rot und all dem Grün, in Hell und in Dunkel, mit den leuchtenden Baumkronen vor freundlich-sanftem Himmelsgrau, mit dem Duft von nassem Laub und nasser Erde, – man könnte sich glatt einbilden, die Welt wäre ein herrlicher Ort.

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